Ende Jänner bzw. Anfang Februar sollte man je nach Verlauf des Winters bei seinen Völkern mal das Gewicht kontrollieren. Dazu müssen wir die Völker öffnen und neu schätzen, sondern man kann dies, sofern man im Herbst die Gewichte der Beuten notiert hat, sie lediglich neuerlich wiegen. Im Fachhandel gibt es dazu günstige elektronische Waagen, mit denen die Beuten über einen Haken vorne und hinten gewogen werden. Die Summe ergibt das Gesamtgewicht.
Meine Völker stehen ja auf eigenen Waagen und somit ist das für mich sehr einfach und ich kann dies auch von der warmen Stube durchführen. Ich habe daher für Euch eine Tabelle zusammengestellt, wie die Völker im Oktober ausgesehen haben und wie die Werte nun Anfang Februar sind.
Volk Nr
Gewicht Oktober 2020
Gewicht Februar 2021
Differenz
1 (sitzt auf 2 Zargen)
48,9 kg
43,5 kg
5,4 kg
2 (sitzt auf 2 Zargen)
45,6 kg
40,0 kg
5,6 kg
3 (sitzt auf 1 Zarge)
32,6 kg
27,6 kg
5,0 kg
4 (sitzt auf 1 Zarge)
32,2 kg
26,8 kg
5,4 kg
Gewichtervergleich Oktober und Februar
Wenn man jetzt davon ausgeht, dass ein Volk in den Wintermonaten von November bis Ende Jänner rund 1 kg im Monat verbraucht, kann ich vorerst mal beruhigt die nächsten Wochen schlafen. Der aktuelle Verbrauch liegt je nach Volksstärke zwischen 5 und 6 kg. Die nächste Futterkontrolle werde ich daher Ende Februar durchführen. Durch die zunehmende Bruttätigkeit im Frühjahr steigt der Futterverbrauch auf bis zu einem Kilogramm in der Woche an und die meisten Völker verhungern dann im März oder April je nach Witterungsverlauf, wenn der Imker nicht aufpasst.
In einigen Blogbeiträgen habe ich Pläne für die Hohenheimer Einfachbeute (Zanderbeute nach Liebig) vorgestellt und Informationen für Euch zusammen getragen. Am Ende dieses Beitrags findet Ihr nochmals eine Aufstellung zu den Beiträgen und Plänen. In diesem Artikel möchte ich jetzt auf den eigentlichen Zusammenbau der Beuten eingehen und was dabei zu beachten wäre. Beginnen möchte ich mit dem Gitterboden, also dem Fundament der Bienenbeute.
Die erste Frage die man sich beim Zuschnitt der Hölzer stellt: „Wie kann ich möglichst platzsparend aus einem zum Beispiel zwei Meter langem Brett mit einer Breite von 16 cm die Teile so zuschneiden um möglichst wenig Verschnitt zu erhalten?“ Auch die Zeit für den Zuschnitt spielt dabei eine nicht unwesentliche Rolle.
Hier kann ich als Empfehlung nur Euch die Webseite oder das Onlineprogramm https://www.cutlistoptimizer.com/ ans Herz legen. In wenigen einfachen Schritten werden die Abmessungen der notwendigen Einzelteile in eine Tabelle eingetragen und die Maße des vorhandenen Bretts und das Ergebnis ist ein Dokument mit dem genauen Schnittplan. Selbst die Stärke des Kreissägeblatt wird berücksichtigt und das Ganze kostenlos ohne Registrierung.
Liste der notwendigen Teile und des vorhandenen Bestand
Als Ergebnis wird ein genaue Schnittplan in Form eines PDF zum Download und Ausdrucken geliefert. Hier ein Beispiel eines Schnittplans für sieben Gitterböden für die Hohenheimer Einfachbeute.
Hat man die Teile zugeschnitten, kann es auch nicht schaden mit etwas Schleifpapier die Kanten zu entgraten. So können kleine Verletzungen beim Zusammenbau vermieden werden und die fertige Arbeit sieht etwas sauberer und professioneller aus.
Hilfreich ist auch, vor allem wenn man den Gitterboden zum ersten Mal zusammen baut, die Teile nach den Vorlage im Plan zu nummerieren. Dann muss nicht immer umständlich gesucht und nachgemessen werden.
Wie schon gewohnt verwende ich auch beim Zusammenbau des Gitterbodens eine Bauhilfe. Sowohl beim Boden, als auch bei den späteren Zargen ist es wichtig, dass diese im rechten Winkel verschraubt werden. Damit man nicht ständig mit einem Winkelmesser kontrollieren muss, habe ich mir eine Hilfskonstruktion gebaut. Auf eine Holzplatte verschraubte ich mehrere Kanthölzer. Die Außenmaße der Kanthözler ergeben dabei genau die Innenabmessungen einer Zarge (380 x 440 mm). Legt man nun die zugeschnittenen Bretter an die Kanthölzer an, liegen die immer im rechten Winkel zueinander. Zur besseren Veranschaulichung habe ich im folgenden Bild die Außenmaße mit einer roten Linie und den Maßen gekennzeichnet.
Bauhilfe für den Zusammenbau von Gitterböden und Zargen
Was es mit den anderen in der Mitte verschraubten Brettern auf sich hat, erkläre ich in einem der Folgebeiträge. Nur soviel vorweg, diese verwende ich für den Bau von halbierten Zargen für die Honigernte.
Teile 1 bis 3 in der richtigen Anordnung
So wie man die Bretter der Zarge an diese Bauhilfe anlegen kann, können auch die Teile für den Gitterboden angelegt werden. Ich suche mir daher die Bauteile 1 bis 3 und lege sie an die Bauhilfe laut Plan an. Der Gitterboden wird von oben nach unten zusammen gebaut. Also die Teile auf denen später die erste Zarge aufliegen wird, wird zuerst verschraubt.
Vorbohren der Löcher
Damit das Holz nicht springt oder einreißt, empfehle ich die Bauteile entsprechend vorzubohren. Da ich für die Beuten einfaches Fichten- oder Tannenholz verwende, müssen die Löcher nicht unbedingt mit einem Senkkopfbohrer versenkt werden, denn einen Millimeter zieht sich die Schraube von selber ins Holz. Für das Verschrauben setze ich 3,5 x 40 mm SPAX Schrauben mit Senkkopf ein. Aufgrund der hohen Zugkraft der Schrauben sollte man vorsichtig arbeiten. Schnell ist die Schraube zu tief im Holz und die Leiste könnte dabei splittern oder ausreißen.
Wurden alle vier Ecken miteinander verschraubt, kann das Drahtgitter angebracht werden. Das dafür notwendige Aluminium Gewebe sollte eine Maschenweite zwischen 1,2 und 2,7 mm aufweisen. Ich verwende ein Aluminium Gewebe mit einer Maschenweite von 1,53 x 1,19 mm. Davon habe ich eine Rolle mit 12,5 m und 0,6m Breite gekauft. Der Bedarf ist somit für die nächsten Jahre gedeckt.
Das Gitter wird auf einer Seite angelegt und mit einem Handtacker fixiert. Anschließend kann es über die Breite ausgerollt und auch an der Längsseite fixiert werden. Bevor nun auch noch die dritte Seite geheftet wird, sollte man es abgeschneiden. Das Zuschneiden gestaltet sich wesentlich einfacher, wenn es noch nicht am Holzrahmen befestigt ist.
Das Alugewebe wurde an zwei Seiten geheftet.
Seitenteile des Diagnoseeinschubraum
Nach dem Zuschnitt und dem Heften auf der dritten Seite, werden die beiden Teile mit der Teilenummer 5 aufgelegt. Die beiden Enden schließen dabei auf der Rückseite des Gitterbodens plan ab. Sie bilden zukünftig die Seitenwand für den einzuschiebenden Diagnoseboden.
Auch diese beiden Leisten werden vorgebohrt und mit dem Rahmen verschraubt. Hier genügen drei Schrauben für jede Seite.
Montage des Fluglochbrett
Nun Folgt das Fluglochbrett. Es führt die Bauteilnummer 4. Wer kein Flugbrett möchte, weil er es für nutzlos erachtet, schneidet dieses 60 mm breite Holzbrett auf 30 mm zu. Damit dieses Brett nun angebracht werden kann, muss zuvor das überstehende Aluminiumgitter hochgebogen werden. Zur Befestigung des Brett reicht jeweils ein Schraube links und rechts. Nicht vergessen, die Löcher müssen vorgebohrt werden. Das überstehende Gitter wird nun an das verschraubte Fluglochbrett angedrückt, sodass es einen rechten Winkel zum übrigen Gitter bildet. Danach kann es von innen an das Fluglochbrett angeheftet werden. Danach kann es neuerlich umgebogen und mit einem Überstand von ca 1-2 cm abgeschnitten werden. Der restliche Überstand verschwindet später unter der Bodenleiste.
Die nächsten beiden Leisten tragen die Bauteilnummer 6. Sie werden neuerlich plan mit der Rückseite des Gitterbodens ausgerichtet und ebenfalls mit 3,5 x 40 mm Schrauben niedergeschraubt. Es handelt sich um die beiden Führungsleisten für den Diagnoseeinschub.
An der Rückseite des Gitterbodens kann man nun schon sehr schön den Einschubschacht für die Windel erkennen.
Einschubschacht für die Diagnoseboden
Im nächsten Schritt folgen die Bauteile mit der Nummer 7. Hat man genau gearbeitet, sollte eines der Bretter unterhalb des Fluglochbrett hinein passen. Es kann mit zwei oder drei 3,5 x 30 mm Schrauben niedergeschraubt werden.
An der Rückseite des Gitterbodens wird dies schon etwas komplizierter. Hier gibt es ja keine Möglichkeit es zu niederzuschrauben. Daher nimmt man den nächsten Teil mit der Nummer 8 und fügt diese beiden Teile passend zur hinteren Öffnung zusammen.
Teil Nr 7 und 8 wurden vor der Montage zusammengeschraubt.
Hat man die Teile zueinander gelegt, können auch diese verschraubt werden. Dabei ist aber auf die Schraubenlänge zu achten, denn die 40 mm Schrauben könnten aufgrund der Holzstärke von 2×20 mm hindurchragen. Daher hier nur Schrauben mit einer maximalen Länge von 35 mm verwenden. Den so gefertigten Bauteil kann man nun mit einer etwas größeren Schraube (50 mm) links und recht festschrauben.
Zuletzt folgt noch die letzte übrige Leiste. Sie wir unterhalb des Flugloches ebenfalls mit einer 4 x 50 mm Schraube als Standbein für den Gitterboden befestigt. Fertig ist der Gitterboden.
Der fertige Gitterboden
Der Zeitaufwand für einen so gefertigten Gitterboden beträgt je nach Geschick weniger als eine Stunde. Darin eingerechnet ist auch der Zuschnitt des Holz. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es schnell von der Hand geht, wenn man mehrere in einem Zug zusammen baut. So schaffe ich in der Zwischenzeit in zwei bis drei Stunden rund fünf bis sechs Gitterböden.
Im nächsten Blogartikel erkläre ich wie man eine Zargen zusammen schraubt.
Abschließend nochmals die Liste der Baupläne und wo sie zu finden sind:
Mitte Jänner hatte ich Euch gezeigt wie man mit selbstgebauten Hilfsmitteln rasch und effizient Rähmchen zusammenbauen kann (zum Teil 1). Heute möchte ich in einem kurzen Beitrag zeigen wie auch das Verdrahten der Rähmchen genauso schnell erledigt werden kann.
Hilfsvorrichtung zum Rähmchenverdrahten
Für diesen Zweck habe ich mir wieder ein Hilfswerkzeug zusammengebastelt. Dazu notwendig sind nur einige Holzteile oder kleine Winkel und drei Umlenkrollen. Es können auch Rundhölzer oder sonstige Umlenkeinrichtungen genutzt werden. Jeder Handwerker findet da sicherlich in seinem Fundus etwas passendes um sich daraus eine passende Vorrichtung zu bauen. Aber seht im Bild selber von was ich spreche.
Auf eine alte Möbelplatte habe ich vier Winkel geschraubt, die das zu verdrahtende Rähmchen in seiner Position fixieren soll. Im oberen Bildbereich erkennt Ihr die Drahtrolle, die auf einem Rollenbock fixiert ist. Der Rollenbock besteht aus einem Kupferrohr durch das ich eine Gewindestange geschoben habe, die wiederum durch zwei Metallwinkel mit Schrauben fixiert wurde. Mit diesem Rollenbock wird das Abrollen des Rähmchendrahts unterstützt und ein Verknoten weitgehend verhindert. Zur besseren Führung habe ich links und rechts vom fixierten Rähmchen gelagerte Umlenkrollen am Brett verschraubt. Damit die mit Kugellagern ausgestatteten Rollen besser laufen, habe ich jeweils eine kleine Beilagscheibe untergelegt. Fertig ist die Konstruktion und mit dem Verdrahten kann begonnen werden.
Schritt 1: Rähmchen mit Ösen ausstatten
Alle meine Rähmchen statte ich mit Ösen, in den vor dem Zusammenbau gebohrten Löchern, aus. Diese Ösen sind im Imkereizubehörgeschäft erhältlich und 1000 Stück kosten zwischen fünf und neun Euro. Die Ösen erleichtern das Einfädeln des Draht und verhindern auch dass sich dieser beim Spannen ins Holz hineinfrisst. Da ich Fichtenholz und kein Hartholz für meine Rähmchen verwende, soll auch ein zukünftiges mehrmaliges Nachspannen des Drahtes sichergestellt werden.
Die Ösen setze ich mit einem Kreuzschraubendreher ein, dessen Spitze so zugeschliffen wurde, dass die Öse genau darauf platz findet. So geht das wesentlich schneller, als mit dem Hämmerchen oder den Fingern jede einzelne Öse in das Loch zu drücken.
Schritt 2: Einschlagen der kleinen Nägel zum Fixieren der Drahtenden
kleine Nägel fixieren das Drahtende
Bevor ich mit dem Einfädeln des Drahtes beginne, schlage ich am linken Rähmchenrand bei den äußeren Löchern zwei kleine Nägel zur Befestigung der Drahtenden ein. Wie im Bild zu sehen, muss der Nagel noch aus dem Holz herausragen, um an diese später auch den Draht fixieren zu können. Nicht unwesentlich ist auch die Position der Nägel. Sie dürfen den späteren Abstandhaltern nicht im Weg sein und auch für das spätere Einlöten der Wachsmittelwände gut erreichbar sein, denn an diesen wird auch die Stromspannung zur Erhitzung des Drahtes angelegt.
Schritt 3: Verdrahten des Rähmchens
Nun kann der Draht ins Rähmchen eingefädelt werden. Die Umlenkrollen verhindern dabei, dass sich der Draht nicht bei den 90° Kurven verfängt. Er kann dadurch leichter in die nächste Bahn weitergezogen werden.
der in allen vier Bahnen eingefädelte Draht wird am Ende fixiert
Hat man alle vier Bahnen eingefädelt, wird das Drahtende um den dort zuvor eingeschlagenen Nagel (1) gewickelt und dieser fertig eingeschlagen.
Durch zurückdrehen der Drahtrolle beginnt man nun den Draht vorzuspannen. Jetzt erkennt man auch den Nutzen der Umlenkrollen. Zug um Zug wird der Draht von den einzelnen Rollen abgenommen und so perfekt auf Spannung gebracht.
Zum Schluss wird das zweite Drahtende um den dort befindliche Nagel (2) gewickelt und auch dieser fertig eingeschlagen. Ob man den Draht nun vorher oder nach dem fixieren durchschneidet, ist Geschmacksache. Leichter geht es jedoch von der Hand, wenn er schon vorher abgezwickt wird. Der noch überstehende Draht wird abschließen nach dem Einschlagen entfernt.
Schritt 4: Abstandshalter montieren
Hat man sich nicht für den Bau von Hoffmannrähmchen entschieden, müssen zuletzt noch die Abstandshalter befestigt werden. Hier ist es besonders wichtig, alle Rähmchen gleich zu bauen, also festzulegen auf welcher Seite die Abstandhalter angebracht werden. Damit meine ich nicht die vordere oder hintere Seite, sondern die linke und rechte des Rähmchens.
Der Abstandhalter hält den Abstand zwischen zwei Rähmchen exakt gleich und Bienen können beim Transport der Kiste oder durch manuelles Verschieben der Rähmchen im Stock nicht gequetscht werden. Sie brauchen auch nur jeweils auf einer Seite angebracht werden, denn am benachbarten Rähmchen befindet sich ja die nächsten Abstandhalter. Es muss also sichergestellt werden, dass in der Beute nicht zwei Rähmchen mit gegenüberliegendem Abstandhalter zusammentreffen, egal wie man das Rähmchen auch dreht und wendet.
befestigte Abstandhalter
In meiner Betriebsweise habe ich mich für die linke Seite des Rähmchens entschieden. An dieser Stelle schlage ich mit einem Hammer die Abstandhalter ins Holz. Danach wird das Rähmchen umgedreht und auch auf der zweiten Rähmchenseite, werden wieder am linken Rand die zwei Abstandhalter eingeschlagen. Damit sich auf allen Rähmchen aus optischen Gründen die Abstandshalter in der gleichen Position zueinander befinden, habe ich auf meiner Bauhilfe eine Markierung angebracht.
Vor dem Einlöten der Mittelwand muss noch mit dem Drahtspanner der Draht fester angespannt werden. Richtig ist es dann, wenn der Draht wie die Seite einer Gitarre einen Ton von sich gibt.
Ich werde die Rähmchen jedoch erst unmittelbar vor dem Einlöten der Mittelwände spannen, aber dazu mehr in einem Beitrag etwas später an dieser Stelle. Ich hoffe es hat Euch dieser Beitrag wieder gefallen und Ihr zählt weiter zu meiner Leserschaft.
Zum Nachlesen: Teil 1 Hilfsmittel für den Zusammenbau von Rähmchen
Es ist Ende Jänner und man möchte glauben, dass Frühjahr ist noch sehr weit entfernt. Du sollst Dich nicht täuschen heißt das elfte Gebot! In zehn bis zwölf Wochen könnte jedoch für die Bienen schon längst die Saison begonnen haben. Sehen wir uns die letzten Jahre an, kam das Frühjahr immer zeitiger und dafür sollte der Imker entsprechend vorbereitet sein.
Was ist daher bis dort hin noch alles zu erledigen um noch in aller Ruhe die letzten Vorbereitung treffen zu können.
Lagerarbeiten in der Imkerei
Der Winter sollte vor allem dazu genützt werden, im Lager für Ordnung zu sorgen. Alte Rähmchen sollten überarbeitet, repariert, gereinigt und neue Mittelwände eingelötet werden. Zargen und Böden müssen auf Beschädigungen geprüft und allenfalls saniert werden.
Zur Sanierung von Beuten und Rähmchen zählt auch die entsprechende Hygiene. Ausgeschmolzene Rähmchen müssen von Tresterresten und Propolis befreit werden. Auflageleisten in Beuten für Rähmchen werden von den Bienen stark verkittet und müssen vom Kittharz befreit werden.
Jedem Imker empfehle ich auch eine Inventarliste zu erstellen. So erhält man leicht einen Überblick was noch in welcher Menge vorhanden ist. Je nach Erweiterungsplänen in der bevorstehenden Saison müssen auch jetzt schon die dazu notwendigen Beuten gebaut oder angeschafft werden. Wie viele Völker stehen auf den Bienenständen und müssen im Frühjahr um Honigräume erweitert werden.
Hier hilft ein Blick ins Inventar und schützt vor unerwarteten Überraschungen. Diese Vorbereitungsarbeiten sollten möglichst noch vor April abgeschlossen sein.
Mittelwände beschaffen oder gießen
Wartet man bis kurz vor der Kirschblüte mit dem Einlöten der Mittelwände und stellt man dann noch fest, dass für das Aufsetzen der Honigräume nicht mehr genug Wachsplatten vorhanden sind, ist es oft zu spät und wichtige Zeit geht verloren.
Lieferengpässe beim Kauf von Wachplatten oder beim Wachsumarbeiten bringen weitere Probleme. Daher sollte man schon im Jänner und Februar für entsprechende Vorräte sorgen oder das eigene Wachs für den eigenen Wachkreislauf zum Umarbeiten bringen. Im März und April ist Hochkonjunktur bei den Umarbeitern von Wachs und drei bis vier Wochen Wartezeit sind durchaus im Bereich des möglichen. Dies würde bedeuten, dass die erste Tracht im Frühjahr längst gelaufen wäre, wenn nicht zeigerecht alle Vorbereitung abgeschlossen werden.
Die Vorbereitungen und Wachsarbeiten sollten bis End April abgeschlossen sein, auch wenn manche Imker behaupten, dass Einlöten der Mittelwände ginge zur Kirschblüte wesentlich schneller von der Hand als davor.
Generell empfehle ich je nach Anzahl an Völker eine gewisse Reserve aller Materialien im Lager zu führen. Hier sollte man ca 10% an Reserve annehmen. Unerwartete Schwärme die eingefangen werden brauchen ein neues zu Hause. Für Erweiterungen werden oft zusätzliche Zargen mit Rähmchen benötigt. Muss diese erst gebaut oder angeschafft werden, ist oft nicht mehr genügend Zeit vorhanden. Daher sollte jeder Imker jetzt für einen entsprechenden Vorrat sorgen.
Damit Ihr das ganze Jahr die Tätigkeiten nicht aus den Augen verliert, habe ich eine Jahresübersicht zusammengestellt die Ihr hier findet.
Futtermangel zählt neben einem zu hohen Varroadruck im Winter und einer zu geringe Volksstärke beim Einwintern zu den häufigsten Problemen und führt schlussendlich zum Tod des Bienenvolks. Gegen eine zu geringe Volksstärke kann im Winter nicht mehr reagiert werden. Dies hat man im Herbst längst übersehen. Gegen den Varroadruck wurde hoffentlich im Dezember entsprechend gehandelt und eine Winterbehandlung mit Oxalsäure durchgeführt.
Der Futtermangel ist eines der wenigen Probleme die bei rechtzeitiger Feststellung noch korrigiert werden kann. Sollte Futtermangel festgestellt werden, kann bei kalten Temperaturen am besten von unten oder bei Flugwetter von oben oder der Seite nachgefüttert werden.
In den Monaten Februar und März ist eine regelmäßige Futterkontrolle unabdingbar. Der Futterverbrauch ist während der Monate März und April am höchsten und liegt in der Woche bei rund einem Kilogramm. Die einsetzende Bruttätigkeit der Königin zur Ablöse der Winterbiene hat je nach Witterung mehr oder weniger eingesetzt und führt zu einem nicht unerheblichen Mehrverbrauch.
Meine Völker stehen auf Stockwaagen und dadurch ist ein genaues Ablesen möglich. Man sollte sich jedoch auf keinen Fall auf diese Informationen alleine verlassen. Ein fallweiser Blick ins Volk kann dabei durchaus hilfreich sein. So können Überraschungen durch falsche Gewichtsangaben aufgrund technischer oder elektronischer Probleme verhindert werden.
typischer Gewichtsverlauf in einer Woche
Sieht man sich im obigen Bild einen typischen Gewichtsverlauf an, möchte man glauben, dass von 18. bis 22. Jänner – mit grüner Linie gekennzeichnet – kein Futterverbrauch stattfand. Überprüft man jedoch die Grafik genauer und sieht sich die Völker in der Natur an, wird man feststellen dass Niederschlag in Form von Schnee für den gleichbleibenden Gewichtsverlauf ausschlaggebend war. Alle hier dargestellten Änderungen beruhen auf Niederschläge und darauffolgenden Warmwettereinbrüchen und neuerlichen Niederschlägen.
Ein Blick auf den tatsächlichen Gewichtsverlauf – mit blauer Linie gekennzeichnet – ergibt schnell, dass schon im Jänner der Futterverbrauch bei rund 500 Gramm je Woche liegt. Dies liegt vermutlich noch nicht an der starken Bruttäigkeit, sondern eher an den herrschenden Außentemperaturen zwischen 3 und -8 Grad. Der Jänner zählt ja bekannterweise in der Regel zu den kältesten Wintermonaten im Jahr.
Jetzt wird auch deutlich, warum im Herbst es so wichtig war einem Volk mehr als 12 Kilogramm Futter einzufüttern. Ein Blick in mein Tagebuch und den geführten Aufzeichnungen über das Volk Nr 1 sagt mir, dass die Beute Mitte Oktober insgesamt 48,9 kg gewogen hat. Somit hat dieses Volk bereits 4,2 kg an Futter verbraucht. Bei den übrigen Völkern sieht es ähnlich aus. Die Schwankungsbreite liegt zwischen 4,0 und 4,4 kg. Da bis Anfang April noch mehr als zehn Wochen verbleiben, werden je nach Witterung noch mindestens 8 kg benötigt. Ich hoffe daher genug Futter gegeben zu haben.
Wie kann man jetzt aber genau feststellen, wie viel Futter tatsächlich noch im Volk vorhanden ist? Hier reicht oft ein Blick durch die Folie alleine nicht aus. Auch das Anheben der Beuten ist für ungeübte nicht zielführend. Also muss wieder einmal die Schätzmethode her. Dazu sucht man sich bei seinen Völkern die leichtesten Einzarger und Zweizarger aus und führt bei diesen die Schätzmethode durch.
Schätzmethode
Die Futterschätzung wird an einem Tag ab 8 °C Außentemperatur durchgeführt. Das Bienenvolk wird geöffnet und ausgehend von den nicht bienenbesetzen Randwaben werden alle nacheinander gezogen. Jede Wabenseite wird wieder in acht Teile geteilt und jene Achtel die verdeckeltes Futter beinhalten gezählt und notiert. Wer sich nicht mehr erinnern kann wie die Schätzmethode genau funktioniert, kann dies hier nochmals nachlesen. Hat man alle Rähmchen durch, werden diese zusammengezählt und mal 125 gerechnet. Die Summer ergibt die Gesamtfuttermenge. Nun kann man die so ermittelte Futtermenge als Referenz heranziehen. Hat man sowohl bei einem Einzarger als auch die bei einem Zweizarger durchgeführt, braucht man dies nun nur noch mit einer Federwaage wiegen und erhält so das Referenzgewicht. Alle übrigen Beuten sollten dann zumindest schwerer sein als die Referenzbienenkiste.
Wie wiege man jetzt eine Beute mit einer Federwaage ohne diese zur Gänze aufheben zu müssen, das ist ganz einfach. Man setzt die Federwaage einmal hin an der Unterkante der Beute an, hebt diese leicht an und liest den Wert ab. Danach wird selbiges an der Vorderseite wiederholt. Zusammengezählt ergeben die beiden Werte das Gesamtgewicht der Beute.
Die erste Futterkontrolle werde ich in der ersten oder zweiten Februarwoche bei schönem Wetter durchführen, um ein Gefühl zu bekommen, wie der Futtervorrat im Volk tatsächlich aussieht. So könnte ich auf allfälligen Mangel schnell reagieren. Denn Entwarnung wird es erst bei einsetzender Kirschblüte im Frühjahr geben.