Spätsommerpflege nicht vernachlässigen

Völker Ende September müssen auf alle Fälle einer Varroadiagnose unterzogen werden. Fallen täglich mehr als 5 Milben pro Tag und ist die Diagnose auch zuverlässig durchgeführt worden, so ist eine Varroabehandlung notwendig. Zuverlässig ist eine Diagnose dann, wenn die richtige Windel mit hohem Rand über einen Zeitraum von mindestens drei Tage im Volk war und auch zuverlässig gezählt wurde.

Wie die Ameisensäurebehandlung durchgeführt werden muss, habe ich ja bereits in einigen Beiträgen erklärt. Hier nochmals der Link zu einem der Beiträge.

In vielen Foren und Blogbeiträgen lese ich immer wieder von Langzeitbehandlungen mit Ameisensäure und ärgere mich über diese falschen Beiträge. In Österreich ist die 95%ige Ameisensäure zugelassen und damit ist es möglich bei richtiger Anwendung innerhalb von nur ein bis drei Tage die Völker richtig zu behandeln. Ameisensäure wirkt bei richtiger Anwendung in die verdeckelte Brut hinein und tötet 90 bis 95% der Milben zuverlässig ab. Warum sollte man dann eine Volk einer Langzeitbehandlung mit AS unterziehen.

Hier nochmals einige Informationen zu den häufigsten AS-Dispenser. Der „Nassenheider vertikal“ funktionier nicht und wird auch nicht mehr im Handelt verkauft. Die Wirkung liegt bei maximal 40% und aus diesem Grund müsste für diesen Dispenser auch die Zulassung entzogen werden.

Der Nassenheider horizontal funktioniert nicht, weil er alles kaputt macht. Ist es zu kalt, läuft die AS aus dem Dispenser aus und in die Wabengassen hinein. Das Ausfließen wird nicht unterbunden und er ist nur geeignet, wenn auch die entsprechende Temperatur für optimales verdunsten herrscht.

Der Nassenheider Professional ist nicht geeignet, weil wenn es zu kalt ist die Auffangwanne mit Ameisensäure voll läuft und im Fall dass dann es wieder wärmer wird zu viel AS auf einmal verdunstet. Dadurch kommt es zu einer zu hohen Konzentration und Brutschäden sind die Folge.

Alle Nassenheider sind für Langzeitbehandlung gedacht und das ist das Problem. Das Wetter kann hier nicht mehr mitberücksichtigen werden. Dieser Hinweis ist jedoch in keiner Anleitung zu lesen.

Der Liebig Dispenser mit 95%iger Ameisensäure wirkt optimal in die Brut und tötet dort die Milben ab. Es besteht auch kein Problem bei starken Temperaturschwankungen, denn es kann niemals zu viel auf einmal verdunsten. Der Dispenser stoppt sofern keine AS verdunstet. Es bedarf daher nicht mehrere Brutzyklen. Einziges Problem besteht auch dann, wenn über lange Zeit niedrige Temperaturen herrschen. Auch dann funktioniert der Liebig Dispenser nicht optimal, aber es kommt zu keinen Schäden im Volk.

MOT – Medizinfläschchen ohne Teller

Als Dr. Liebig den Dispenser entwickelt hat, begann er mit einem braunen kleinen Medizinfläschchen und einem hölzernen Klotz als Halterung für das Fläschchen auf einem Blumentopfuntersetzer mit einem Lappen. Über den Lappen wurde die Ameisensäure zur Verdunstung gebracht. Dieser Lappen wurde später dann durch die „Illertisser Milbenplatte“ ersetzt. Die Illertisser Milbenplatte besteht aus einer Maschinenholzpappe mit den Abmessungen 200 × 300 × 1,5 mm. Die kann man heute noch kaufen. Es handelt sich dabei um ein Material wie es auch bei Bierdeckeln verwendet wird. Diese Platte musste auf eine Größe von 10x15cm zugeschnitten werden. Mit diesem ersten Dispenser wurde bewiesen, dass 30 ml 95%ige Ameisensäure für eine Erfolgreiche Behandlung ausreichen. Der MOT-Dispenser wird frühmorgens bei aufsteigender Morgensonne auf die obere Zarge aufgesetzt und der Inhalt ist bis spätabends verdunstet. Mit dieser Methode wird bereits die volle Wirkung erzeugt und die Milben in der verdeckelten Brut sterben ab. Eine neuerliche Behandlung ist daher nicht notwendig.

Dispensertypen, die damit arbeiten, dass sie 10-15 Tagen laut Anleitung angewendet werden müssen, lassen die Vermutung zu, dass sie gar nicht richtig funktionieren.

Wird eine Ameisensäure innerhalb von kurzer Zeit richtig verdunstet, wirkt diese in die verdeckelte Brut hinein und töten die Milben ab. Wird Ameisensäure länger verwendet, geht die junge Bienenbrut zu Grunde. Ein weiterer Effekt ist, dass die Bienen über einen langen Behandlungszeitraum ihren natürlichen Duft. Dadurch können sie Freund und Feind beim Flugloch nicht mehr unterscheiden und laufen Gefahr ausgeräubert zu werden. Daher ein weiterer Grund, warum eine richtige Anwendung besonders wichtig ist. Daher empfehle ich den Liebig Dispenser als optimale Lösung.

Aber Achtung, die Fa Andermatt vertreibt den Liebig Dispenser mit einer falschen Gebrauchsanleitung. Die haben dies ohne Rückfrage mit dem Erfinder Dr. Liebig abgeändert und haben dies auch nicht getestet.

Hier dazu auch die Stellungnahme von Dr. Gerhard Liebig und Dr. Pia Aumeier:

Hinweise-zur-Nutzung-des-Liebig-Dispensers

Dr. Liebig hat basierend auf langjährigen wissenschaftlichen Untersuchungen den Dispenser entwickelt und die Verwendungsempfehlungen von ihm sollten nicht ohne neuerliche Überprüfung abgeändert werden.

Als Beispiel wird von der Fa. Andermatt angeführt, dass wenn es zu kühl ist und nicht genug verdunstet, ein zweiter Tocht aufgelegt werden sollte. Das ist natürlich Schwachsinn, denn wenn es zu kühl ist und nichts verdunstet, nutzt ein zweiter Tocht auch nichts, denn es fließt keine AS nach. Man muss das richtige Wetter abwarten und die vorgesehene AS mit 95% muss innerhalb von 3 Tagen verdunsten.

Nochmals kurz zusammengefasst die empfohlene Menge an 95%iger AS:

1 Zarger 50ml in 3 Tagen
2 Zarger 100ml in 3 Tagen

Dazu sollte das richtige Wetter mit höheren Temperatur abgewartet und dann erst behandelt werden. Wichtig ist auch die Diagnose davor, denn nur wenn auch wirklich notwendig sollte behandelt werden!

In Regionen wo es um diese Jahreszeit häufig bereits zu kühl ist oder die Behandlung sehr spät gestartet wird, bietet sich als Alternative auch der sogenannte MAQS Streifen an. Diese Streifen wurden in eine Ameisensäure in Gel-Form getunkt und haben daher den gleichen Anwendungsfall wie die Verdunstung der Säure.

Die Streifen dürfen aber nicht nicht direkt über die Brut gelegt werden. Der optimale Platz ist am hinteren Ende der Zarge fern vom Flugloch, wo nur Futter eingelagert ist. Auf der Packung werden wird beschrieben dass 2 Streifen verwendet werden sollen. Es sollte jedoch nur 1 Streifen verwendet werden und auch nicht bei 35 ° C sondern nur bei kaltem oder kühlem Wetter. Nur so können Brutschäden vermieden werden.

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Teilen und Behandeln nach vier Wochen

Vier Wochen nach dem Tag-X von Teilen und Behandeln tauchen wieder einige neue Fragen auf die ich hier noch beantworten möchte.

Was tue ich wenn nach vier Wochen im Brutling die Königin noch nicht begattet ist oder keine jüngste Brut gefunden werden kann?
Viele stellen sich vier Wochen nach dem Teilen und Behandeln oft die Frage: Besteht nach vier Wochen nach der Teilung der Verdacht, dass ein Brutling weisellos ist, so sollte man dies mit einer Weiselprobe überprüfen. Dabei hängt man ein Rähmchen mit jüngster Brut aus einem anderen Volk in das vermeintlich weisellose Volk und prüft ein bis zwei Tage später, ob das Volk nachschaffen möchte. Findet man Nachschaffungszellen, hat man die Bestätigung dafür, dass die Königin vom Hochzeitsflug nicht zurückgekehrt ist. Findet man keine Nachschaffungszellen, so befindet sich im Volk eine Königin und es kann sein, dass das Wetter nicht gepasst hat und noch kein Hochzeitsflug stattgefunden hat. Daher noch ein bis zwei Wochen warten bis schönes Wetter ist und nochmals auf jüngste Brut untersuchen. Ein deutliches Zeichen dass ein Volk weisellos ist, ist wenn das Volk geöffnet wird und ein sehr lautes summen zu hören ist. Dies gilt aber nur in Kombination mit Teilen und Behandeln. Das laute Summen an sich reicht nicht aus um generell Weisellosigkeit zu diagnostizieren. Handelt es sich jedoch um ein Volk das im Rahmen von TuB absichtlich weisellos gemacht wurde wie es beim Brutling ja der Fall ist, ist das laute summen im Volk ein sehr starkes Indiz, dass keine Königin im Volk ist. Dennoch muss mit einer Weiselprobe die Diagnose bestätigt werden.

Wenn dann noch immer keine jüngste Brut oder Königin gefunden wurde, dann kann man entweder das Volk auflösen oder von einem Jungvolk eine Königin ernten und in den Brutling geben.

Beim Auflösen des Volkes schüttelt man die Bienen von den Rähmchen vor ein Volk, von dem man weiß, dass es etwas schwächer ist und Verstärkung gebrauchen kann. Zuvor muss aber bei diese Volk das Flugloch stark eingeengt werden damit sich jede Biene bei den Wächterinnen einbetteln muss. Man darf auf keinen Fall das Volk auf das andere Volk drauf setzen, auch nicht mit Zeitungspapier dazwischen. Im September beginnen die beiden Völker sich gegenseitig aufzumischen und das kann schlimm ausgehen.

Man muss auch sicherstellen, dass das Volk wirklich weisellos ist, denn ansonsten wird eine Königin von der anderen abgestochen.

Im Oktober kann ein Volk auf ein anderes Volk ohne Probleme drauf gesetzt werden. Da vertragen sich die Bienen, denn da haben die Bienen keine Chance mehr selber eine Königin erfolgreich nachzuschaffen.

Was hat es zu bedeuten wenn ein Brutling nach vier Wochen nach dem Öffnen sehr laut summt?

Ein deutliches Zeichen dass ein Volk weisellos ist, ist wenn das Volk geöffnet wird und ein sehr lautes summen zu hören ist. Dies gilt aber nur in Kombination mit Teilen und Behandeln. Das laute Summen an sich reicht nicht aus um generell Weisellosigkeit zu diagnostizieren. Handelt es sich jedoch um ein Volk das im Rahmen von TuB absichtlich weisellos gemacht wurde wie es beim Brutling ja der Fall ist, ist das laute summen im Volk ein sehr starkes Indiz, dass keine Königin im Volk ist. Dennoch muss mit einer Weiselprobe die Diagnose bestätigt werden.

Kann es sein, dass wenn eine Weiselprobe nicht angenommen wurde dennoch keine Brut gefunden wird?

Ja das gibt es. Wenn schon mehrere Wochen das Volk weisellos war, kann es sein, dass sie bereits auf dem Weg zu Drohnenmütterchen sind. Da haben die Bienen schon erkannt, dass das Volk stirbt und die Arbeiterinnen beginnen selber sich umzuentwickeln um Eier legen zu können. In dieser Zeit nehmen diese Völker keine Weiselprobe mehr an und man erkennt erst später dass das Volk drohnenbrütig ist.

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Auffüttern ist beinahe abgeschlossen

Ende September geht auch für den Imker die Saison zu ende. Das Auffüttern sollte Ende September abgeschlossen werden. Wie bereits in den letzten Jahren nütze ich dafür eine eigene Tabelle um die Übersicht über die Völker nicht zu verlieren. Ansonsten habe ich kaum Änderungen zum Vorjahr vorgenommen. Wie ich dabei vorgehe, könnt Ihr in diesem Beitrag nochmals nachlesen.

Ein kleine Änderung habe ich dabei jedoch vorgenommen. Im letzten Jahr verwendete ich auch Futterrähmchen in die lediglich 1,5 bis 2 Liter passten. Diese verwende ich für die Auffütterung Ende September nicht mehr. Es dauert mir zu lange und ich muss zu oft an die Völker. Ich verwende nur mehr die bereits beschriebenen 10 Liter Boxen und eine zusätzliche Leerzarge. Da ich Zuckerwasser selber zubereite und mein Fass lediglich 50 bis 60 Liter fasst, ich noch nicht ausreichend kleine Kanister besitze nütze ich Futtergaben zu je 5 Liter. Dies werde ich aber nächstes Jahr ändern und so noch schneller mit der Auffütterung fertig sein.

günstige Kunststoffwanne für 10 Liter Zuckerwasser

Die 5 Liter Futtergabe ist in spätestens zwei Tagen von den Bienen umgelagert worden. Bei den Flugling und Brutlingen muss ich danach nochmals die Leerzarge umsetzen, denn auch hier verfüge ich aktuell nicht über die notwendige Anzahl um die Auffüterrung in einem Zug vornehmen zu können.

Hier nochmals meine Tabelle die ich für die Planung und Umsetzung der Auffütterung einsetze. Benötige ich 2021 noch 10 Tage für die Auffütterung, werden es dieses Jahr nur mehr 7 Tage sein. Ziel ist es 2023 in rund 3 – 4 Tagen die Auffütterung abzuschließen. Man möchte ja auch die Saison nicht zu lange werden lassen.

Futtergabe 2022 als Hilfstabelle für die Auffütterung

In der Tabelle wird von mir bei den geteilten Völkern zwischen Flugling und Brutling unterschieden. Je Teil gebe ich rund 10 Liter Zuckerwasser. Da ich Ende Oktober alle Völker vereinen werde, reicht dies für den Winter aus.

An der Tabelle kann man auch erkennen, das ca. 185 kg eine nicht mehr unbedeutende Menge an Zucker darstellen und vor allem dieses Saison bei einem aktuellen Zuckerpreis von mehr als 1,40,- € ins Geld gehen. Letztes Jahr waren es unter 0.70,- €. Ich hoffe die Preise sinken nächstes Jahr deutlich unter einen Euro, denn ansonsten müssen die Mehrkosten auf den Honig aufgeschlagen werden.

Hier auch nochmals die beiden Beiträge aus dem letzten Jahr. Darin wird beschrieben wieviel welches Volk an Futter benötigt und noch viele andere Ratschläge.

Die Auffütterung (Teil 1)
Die Auffütterung (Teil 2)

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Varroa Diagnose und Spätsommerpflege

Die Saison neigt sich schön langsam dem Ende zu. Es gibt kaum noch Blühfläche und die Trockenheit hat auch bei den Bienen für Pollenmangel gesorgt. Nachdem ich Teilen und Behandeln mit der Oxalsäurebehandlung der Brutlinge abgeschlossen hatte, steht nun das Auffüttern der Völker an. Bei der Völkerdurchsicht im Rahmen der Wabenhygiene ist mir aufgefallen, dass Futter schön langsam knapp wird. Ein Signal, dass die erste Futtergabe fällig ist. Aus diesem Grund habe ich mit meinem 60 Liter Kunststofffass die ersten 30 kg mit 20 Liter Wasser abgemischt und in kleinere Kanister zu je 5 Liter abgefüllt. Die Kunststoffkanister fallen beim Bügeln mit dem Dampfbügeleisen in unserem Haushalt an und werden so einem weiteren Verwendungszweck zugeführt.

Wie ich genau das Zuckerwasser zubereite, habe ich in einem Artikel letztes Jahr im August bereits beschrieben. Hier nochmals der Link zum Nachlesen.

Fertig abgemischtes Zuckerwasser im Verhältnis 3:2

Da ich nicht für jedes geteilte Volk eine zusätzliche Zarge für das Auffüttern übrig hatte, begann ich bei den Fluglingen. Dort droht ein Verhungern noch am ehesten. Im Exhonigraum wurde ja lediglich eine nicht ganz gefüllte Futterwabe eingehängt. Da ja auf dem Flugling noch der Brutling steht, wird dieser zuerst abgehoben und auf den Flugling eine Leerzarge aufgesetzt. Zwischen der Brutzarge und aufgesetzten Leerzarge bleibt die Folie eingelegt. Lediglich ein kleiner Spalt an der Zargenrückwand bleibt frei. Über diese kleine Öffnung können die Bienen hochsteigen und von der Futterwanne das Zuckerwasser abnehmen. Lässt man die Folie weg, kann es leicht passieren, dass die Völker in der Leerzarge selber mit dem Wabenbau beginnen.

Wie ihr auf dem Bild sehen könnt, handelt es sich um ein drei Euro Kunststoffwanne, wie man sie auf jedem Baumarkt zu kaufen bekommt. Als Ausstiegshilfe kommt etwas Grünzeug von Sträuchern hinein und dann kann ein fünf Liter Kanister in einem Stück hineingeleert werden. Fünf Liter Zuckerwasser sind rund zwei bis drei Rähmchen Futter. Mehr sollte im August noch nicht eingefüttert werden. Die Bienen brauchen noch genügend Platz um genügend Winterbienen aufziehen zu können. Ende September erfolgt eine weitere Futtergabe im Flugling. Selbiges erfolgt auch beim Brutling. Da ich Ende Oktober plane die Völker wieder zu vereinigen, erhalten sie so in Summe 20 kg Zuckerwasser für den Winter. Dies sollte leicht für unseren Breitengrad ausreichen um die Bienen über den Winter zu bringen.

Ameisensäurebehandlung

Bei den drei Völkern die ich nicht geteilt hatte, habe ich am 20. August die Windel zur Varroadiagnose eingeschoben. Nach sechs Tagen war es bei diesen Völkern an der Zeit diese wieder zu entnehmen und Milben zu zählen. Alle Völker lagen zwischen 8 und 11 Milben je Tag knapp an der zulässigen Schadschwelle für Wirtschaftsvölker. Ich habe mich daher dazu entschlossen alle drei mit je 100ml Ameisensäure (85%) und jeweils einen Liebig Dispenser zu behandeln. Die Witterung dieses Wochenende ist dafür optimal. Es werden Temperaturen von 27 bis 30°C erwartet. Bei dieser Temperatur wird die Ameisensäure die nächsten drei Tage verdunsten. Der Gitterboden kann dabei offen bleiben. Der Behandlungserfolg wird dadurch nicht beeinflusst werden.

Würde die Schadschwelle wesentlich geringer sein, könnte man noch die eine oder andere Woche mit der Behandlung zuwarten. Wird die Ameisensäure aufgrund zu hohen Temperatur zu schnell verdunstet, wirkt sie zu aggressiv und führt in der Folge zu Brutschäden. Daher sollte man hier besonders sorgfältig nach Anleitung der jeweiligen Dispenser vorgehen.

Ob die Behandlung entsprechend mit Erfolg gekrönt wird, werde ich bei einer neuerlichen Diagnos in rund zwei bis drei Wochen überprüfen. Dann wird der normale Totenfall der Milben wieder einsetzen und ein zuverlässiges Ergebnis liefern. Wer nochmals nachlesen will, wie die Ameisensäurebehandlung genau funktioniert und was dabei zu beachten ist, kann dies in diesem Artikel nochmals nachlesen.

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Teilen und Behandeln Tag X+21

Wabenhygiene ist angesagt!

Das letzte Wochenende war es soweit, nach meinem Urlaub, der mit einer gebrochenen kleinen Zehe in der letzten Woche geendet hat, war Wabenhygiene bei den Brutlingen angesagt. Der optimale Zeitraum ist ca. 21 Tage nach dem Teilen der Völker. Gab es noch viel Drohnenbrut, dann können es auch ein paar Tage länger sein.

Warum 21 Tage? Natürlich weil nach dieser Zeit die letzte Brut seit der Teilung ausgelaufen ist und eine Oxalsäure-Behandlung nur im Brutfreien Zustand durchgeführt werden sollte.

Aber Achtung, die Königin könnte schon bereit zum Hochzeitsflug sein bzw. hat sie ihn ja schon hoffentlich hinter sich. Daher aufpassen und die Völker rasch durcharbeiten. Rasch durcharbeiten aber auch wegen der aktuell hohen Gefahr der Räuberei. Die Bienen versuchen jetzt egal wie viel Honig in den Völkern auch eingelagert sein mag, von überall diesen zu klauen. Aber davon habe ich ja bereits das letzte Jahr sehr viel darüber geschrieben. Wer es nachlesen möchte, einfach im Suchendialog nach „Teilen und Behandeln“ suchen und ihr solltet zum Nachlesen alle Beiträge aufgelistet bekommen.

Da ich jedoch selber noch viele Dinge lernen kann und mich selber immer noch verbessere, möchte ich hier noch ein paar Tipps zusätzlich geben. Ihr müsst ja die Bienen von der unteren alten (ex)Brutzarge in die obere Brutzarge abschütteln. Damit das besser gelingt und die Bienen gleich in die Zarge hineinfinden und nicht wirr herumfliegen und für noch mehr Flugbetrieb am Bienenstand sorgen, setze ich eine mitgebrachte Leerzarge auf die untere Zarge auf und schüttle in diese die Bienen ab. Mit etwas Rauch dazwischen huschen alle zielstrebig zwischen den Rähmchen in die Zarge hinein.

Auf die Zarge mit den helleren Waben wird eine Leerzarge aufgesetzt.

Die abzuschüttelnde Zarge stelle ich dabei immer auf einen umgedrehten Blechdeckel. So kann es nicht passieren, dass eventuell die neue Königin, die aber nur in den seltensten Fällen in der unteren Brutzarge sich aufhält, im Gras verloren geht.

Der umgedrehte Blechdeckel verhindert den Verlust der Königin.

Die abgeschüttelten dunklen Leerwaben werden sofort in eine Zarge einsortiert und mit einem Innendeckel oder der Folie abgedeckt. Wenn eine oder zwei Zargen voll sind, müssen sie sofort vom Bienenstand abgeräumt werden. Nur so kann eine Bienenschlacht und Räuberei vermieden werden.

Die dunklen Leerwaben dürfen aber nicht zu lange aufgehoben werden, denn sonst werden sie für die Wachsmotten zu einem Festmahl. Da kommt ja das aktuell schlechte regnerische Wetter sehr gelegen und ich habe sofort am nächsten Tag den Wachsschmelzer angeworfen und alle Rähmchen eingeschmolzen.

Erst am nächsten Tag nach dem Aussortieren der alten dunklen Waben, wenn sich bereits am Bienenstand wieder alles beruhigt hat, gehe ich neuerlich an die Völker und führe die Sprühbehandlung mit Oxalsäure von den in der Zwischenzeit auch brutlosen Brutlingen durch. Da ich nach Stichproben in der verbleibenden Brutzarge noch kaum jüngste Brut gesehen habe, ist dazu ja noch der eine oder andere Tag Zeit. Aber man sollte nicht zu lange warten, denn die Oxalsäure wirkt nicht in die verdeckelte Brut und am besten wenn überhaupt keine Brut vorhanden ist.

Wirft man einen genaueren Blick auf die aussortierten Leerwaben, dann sollte man dort auch die leeren Nachschaffungszellen finden können. Bei der linke Zelle am nächsten Bild kann man eine Nachschaffungszelle erkennen, die noch verdeckelt ist und nur auf der Seite geöffnet wurde. In dieser Zelle wurde eine Jungkönigin von einer Konkurrentin, die früher geschlüpft ist durch einen Stich getötet. Die Arbeiterinnen haben anschließend die Zelle auf der Seite aufgefressen und die getötete Königin ausgeräumt. Aus der rechten Nachschaffungszelle konnte die Jungkönigin schlüpfen. Ob diese jedoch überlebt hat, kann man so nicht sagen, denn es sind bei genauer Durchsicht mehrere entdeckelte Zellen auf den Leerwaben zu finden. Hier gilt das Motto: Die stärkere soll gewinnen!

Eine aufgebissene Nachschaffungszelle

Aus einer anderen Perspektive kann man den Deckel der Zelle noch besser erkennen.

Nachschaffungszellen auf einer aussortierten Leerwabe.

Was war noch zu erledigen?

Da ich ja noch drei Völker am Bienenstand stehen habe, bei denen ich TuB nicht angewendet habe, sie werden aktuell nur auf einer Zarge geführt, habe ich dort die Diagnoseböden eingelegt, um den aktuellen Milbenbefall zu ermitteln. Bei diesen Völkern werde ich bei entsprechender Diagnose eventuell mit Ameisensäure behandeln. Aber dazu muss ich erst das Ergebnis abwarten.

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