Propolis Tropfen oder Tinktur Teil 1

Propolis ist so wie Honig und Wachs ein Bienenprodukt und wird auch Bienenkittharz genannt. Arbeitet man am Bienenstand mit Rähmchen und hält man sie in den Händen, so weiß man schnell was damit gemeint ist. Die Rähmchen fühlen sich klebrig an und das Kittharz bleibt an den Fingern kleben.

Propolis wird von Honigbienen produziert. Von verschiedenen Bäumen sammeln sie Harze und vermengen es mit Pollen, Wachse, ätherischen Ölen und Speichelsekret, um es so als Baumaterial zur Abdichtung und Instandhaltung des Bienenstocks zu verwenden. Propolis kann auch Kleinmengen an Zucker, Vitamine, Mineralstoffe und Eiweißbausteine (Aminosäuren) enthalten.

Schon die alten Ägypter verwendeten Propolis zur Einbalsamierung ihrer Toten (Mumien). Im Mittelalter kannte man es als Mittel zur Wundversorgung, weil es wachstumshemmend für verschiedene Krankheitserreger ist.

1-2cm große Kugeln Kittharz aus den Bienenvölkern

In der Beute herrschen erhöhte Temperaturen, eine hohe Luftfeuchtigkeit und es gibt ausgiebig Nahrung. Die optimalen Voraussetzungen für Bakterien, Pilze, Viren und Parasiten. Propolis verfügt über eine wachstumshemmende Wirkung und verhindert bzw. verringert die Vermehrung von Bakterien, Pilzen und Viren um so Krankheiten im Volk zu vermeiden. Sind Parasiten wie Wespen, Käfer, Falter oder auch kleine Mäuse in das Bienenvolk eingedrungen und konnten die Bienen sie erfolgreich abwehren und töten, so sind deren Körper oft zu schwer sie auch wieder aus dem Bien zu entfernen. Sie werden kurzerhand mit Propolis eingekittet (mumifiziert) und so unschädlich für das Volk gemacht.

Propolis wird durch abkratzen der klebrigen Masse von Zargen oder der Abdeckfolie gewonnen. Solange es noch warm aufgrund der erhöhten Temperatur in der Beute ist, kann es mit den Fingern einfach zu kleinen Kugeln geknetet werden. Diese werden gesammelt, um später Tropfen oder eine Tinktur daraus zu gewinnen.

Autoren verschiedener Studien beschreiben meist unter anderem folgende Wirkungen:

  • Antibiotische Wirkung gegen verschiedene krankheitserregende Bakterien
  • Antientzündliche, wundheilungsfördernde und Immunsystembeeinflussende Wirkung
  • Antioxidativer Effekt, also Schutz vor freien Radikalen (aggressive Sauerstoffverbindungen, die Zellstrukturen schädigen können)
  • Antidepressive Wirkung

Propolis ist kein Medikament!

Propolis ist ein Bienenprodukt und wird als Kosmetikum (Salbe, Creme, Spray), Nahrungsergänzungsmittel (Kapseln, Pulver, Lösung) oder als Homöopathika (Tinktur, Tropfen) vertrieben. Dabei werden auch keine Anwendungsgebiete (Indikationen) angegeben – dies ist nur bei Medikamenten vorgeschrieben.

Anwendung von Tropfen und Tinktur

Sie gelten als homöopathische Präparate und sind aufgrund ihrer Herstellungsweise die einzige Sparte mit Arzneimittelstatus. Wie bei nahezu allen homöopathischen Präparaten sind diese jedoch ohne Angabe einer Indikation im Handel und werden individuell nach dem jeweiligen Krankheitsbild angewendet.

Wie bei den Bienen, kann Propolis auch bei uns zu einem gesunden Immunsystem beitragen. Auch zur Kräftigung des Zahnfleisches sind sie hervorragend geeignet. Wie oft und in welcher Dosis du das natürliche Heilmittel aber anwenden kannst, ist sowohl von der Zusammensetzung der Tropfen selbst abhängig, als auch von dem gewünschten Effekt. (Quelle: Shop-Apotheke.at)

Propolis Tropfen mit hochprozentigem Alkohol sollten oral nur gemischt, beispielsweise mit Fruchtsaft, einem Zuckerwürfel oder Milch eingenommen werden.

Propolis Tropfen sind ein Allergen

Das von den Bienen eingesammelte Kittharz besteht zu drei bis fünf Prozent aus Blüten, Gräsern und Pollen. Aufgrund der geringen Menge sollte Propolis auch von Menschen die eine Allergie gegen Pollen haben gut vertragen werden. Propolis besteht aus mehreren hundert verschiedenen Substanzen und kann dadurch jedoch andere Allergien auslösen, von denen man zuvor nichts gewusst hat. Um sicher zu gehen, dass keine Unverträglichkeit besteht, sollte die erste Anwendung nur aus ein bis zwei Tropfen bestehen. Die Tropfen werden dabei auf die gesunde Haut aufgetragen, um nach kurzer Zeit zu beobachten, ob sich eine Reaktion zeigt.

Wie Propolis Tropfen oder die Tinktur hergestellt wird, beschreibe ich im nächsten Beitrag.

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Der Herbst ist da

Die Temperaturen fallen regelmäßig unter 10 Grad Celsius und das trübe regnerische, nebelige Wetter überwiegt. Der Kaminofen wurde eingeheizt und die Sommerbekleidung ist in den Schränken verstaut. Schaut man beim Bienenstand vorbei, sieht man kaum mehr eine Flugbewegung. Nur mehr ganz wenige Tage an denen Bienen einen Ausflug wagen. Meist wenn die tiefstehende Sonne auf die Beuten scheint, kommt es für kurze Zeit zu vermehrter Flugbewegung.

Letzte Tätigkeiten werden am Bienenstand noch erledigt. So habe ich dieses Wochenende die leeren Futterwaben aus den Völkern entnommen und einen letzten Blick, vermutlich für die nächsten Wochen, wenn nicht sogar Monate, durch die Folie ins Volk gewagt. Dicht sitzen die Bienen beisammen. Bei meinen kleineren Völkern sind 6 Wabengassen sehr stark und 2 etwas schwächer besetzt.

Dich besetzte Wabengassen

Ich glaube, dass ich mir aufgrund der Anzahl der Bienen keine Sorgen im Winter machen muss. Auch Futter ist ausreichend vorhanden. Wenn keine sonstige Überraschung kommt, werden sie den Winter gut überstehen.

eng zusammengedrängt

Hält man die Hand auf die Folie, spürt man die Wärme die die Bienen erzeugen um die letzte Brut zu wärmen. Zeit die Winterruhe der Bienen nicht mehr zu stören. Die nächste Kontrolle wird es erst wieder geben, wenn mehrere Frostnächte geherrscht haben und die Bienen die Bruttätigkeit endgültig eingestellt haben. Wenn die Völker brutfrei sind, werde ich an einem warmen Dezembertag die nächste Varroabehandlung mit Oxalsäure durchführen.

Gewichtsaufstellung der Völker

Damit Ihr auch den Verlauf der Gewichte meiner Bienenvölker verfolgen könnt und in den nächsten Monaten selber die Reduktion des Futters ablesen könnt, hier die Tabelle mit den Werten vor dem Winterbeginn:

Volk NrGewicht
1 sitzt auf 2 Zargen48,9 kg
2 sitzt auf 2 Zargen45,6 kg
3 sitzt auf 1 Zarge32,6 kg
4 sitzt auf 1 Zarge32,2 kg
Gewichtsaufstellung meiner vier Völker inklusive der Beuten

Jetzt kommt die Zeit in der der Imker auch sich wieder anderen Tätigkeiten widmen kann. Ich werde in den nächsten Tagen meinen ersten Versuch starten und das gesammelte Propolis in Tropfen aufzulösen. Ebenso habe ich auch schon größere Mengen an Bretter im Keller eingelagert. Die nächste Saison gehört vorbereitet und so werde ich über die Wintermonate zusätzliche Beuten bauen, damit ich meine Völker nächstes Jahr vermehren kann.

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Was war los im September 2020

Der September stand im Zeichen der Herbstrevision. Es wurden alle Völker das letzte Mal kontrolliert ob genügend Bienen vorhanden sind, ob das Volk weiselrichtig ist, wie es mit der Milbenbelastung aussieht und das Wichtigste, es wurde der Frage nachgegangen: Ist genügend Futter in den Waben! Die Kontrollfragen wurden im Menü in diesem Blog unter „Goldene Regeln“ zusammengefasst.

Im September fand ich auch Zeit meinen Eigenbau-Dampfwachsschmelzer zu fertigen. Im Herbst beginnt auch die Zeit wo die Sonne durch Nebel und der abnehmenden Tageszeit nicht mehr so oft und intensiv scheint und aufgrund der Wabenhygiene viele Waben anfallen. Daher ist er in einer Imkerei in meinen Augen unerlässlich.

Ebenso habe ich mich dem Thema „Räuberei“ unter den Bienen gewidmet. Aufgrund eines unerklärlichen Gewichtsverlust und dem extrem starken Flugbetrieb hatte ich den Verdacht, dass eines meiner Völker ausgeraubt wurde.

Ihr seht aber schon aufgrund der kurzen Zusammenfassung, es kommt die ruhige Zeit in der Imkerei. Das Bienenjahr geht langsam aber sicher dem Ende zu.

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Nachtrag zur Herbstrevision

Wie versprochen berichte ich heute über das Ergebnis der Varroakontrolle. Das Ergebnis war wie erwartet. Die beiden großen Völker 1 und 2 hatten keine einzige Milbe. Bei Volk Nr. 3 habe ich eine und bei Volk Nr. 4 zwei Milben gefunden. Beide Völker sitzen auf einer Zarge. Somit liegen alle Völker gut am Weg in den Winter. Alle Völker dürften täglich eine Milben haben. Da ich da weit darunter liege, brauche ich keine weiteren Maßnahmen setzen.

Damit ich auf der sicheren Seite bin, habe ich diese Woche bei Volk Nr. 1 bereits 10 kg Zuckerwasser im Verhältnis 3:2 (Zucker:Wasser) eingefüttert. Volk Nr. 2 erhielt noch 4,9 kg und Volk Nr. 4 2,9 kg Zuckerwasser. Volk Nr. 3 habe ich nicht gefüttert. Das ist schon gut ausgestattet im Verhältnis zu den vorhandenen Bienen. Im Verlauf der Woche werde ich vielleicht noch die eine oder andere Futtergabe geben. Dann sollte es aber ausreichend Futter in den Völkern geben.

Erstaunlich ist auch, wie stark der Flugbetrieb rund um die Beute zunimmt, nachdem man das Volk gefüttert hat. Gewöhnlich fliegen die Bienen gerade nach Oben von der Beute weg. Hat man gefüttert, so schwirren sie stark rund um die Beute herum, auf der Suche nach der neuen Futterquelle. Spurbienen haben auf den Waben mit dem Bienentanz den Fundort von einer guten Futterquelle in unmittelbarer Nähe bekannt gegeben. Dass die Futterquelle in der Beute selber ist, können sie nicht kommunizieren. Daher wird rund um den Stock gesucht, bis so ziemlich die letzte Biene auch im Inneren der Beute die Quelle gefunden hat.

Verwirrte Bienen auf der Suche nach der Futterquelle.

Damit auch der Winter kommen kann, habe ich bei den Fluglöchern noch schnell auch den Mäuseschutz eingeschoben. Somit sollten die Bienen auch vor diesen Bösewichten wie zum Beispiel der kleinen Spitzmaus geschützt sein. Die Bienen können ungehindert durch die kleinen Öffnungen aus und einfliegen und werden dadurch kaum behindert.

Zum Schutz vor der kleinen Spitzmaus, wird der Fluglochschieber eingesetzt.

Nun brauche ich nur mehr beobachten, ob der Grünspecht meine Beuten im Visier hat. Der Winter kann also kommen und für mich beginnt nun auch die ruhigere Zeit, zumindest was den Bienenstand anbelangt.

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Herbstrevision Ende September

Herbstrevision Ende September

Es ist Ende September und nach drei doch sehr kalten Tagen wieder ein herrlicher sonniger Tag. Das Thermometer zeigt um 12:00 Uhr Mittags rund 15 Grad und ein Blick auf die Kamera zeigt auch, dass die Bienen eifrig fliegen und die womöglich letzten sommerlichen Tage nutzen um noch Pollen für die bereits sehr reduzierte Brut einzutragen. Fährt man Richtung St. Pölten und macht einen Blick Richtung Voralpen, schaut bereits der Schnee von den Bergen herunter. Ein sehr früher Wintergruß in diesem verrückten Jahr 2020.

Varroakontrolle

Ich nütze die Zeit und führe die letzten Kontrollen bei den Bienen durch. Gestern Samstag habe ich bereits die Windeln zur Varroakontrolle eingeschoben um nochmals den Erfolg der Behandlung Anfang September zu überprüfen. Nach genau drei Tagen werde ich die gefallenen Milben zählen. Ich gehe davon aus, dass ich kaum mehr eine finden werde. Sollte dennoch mehr als eine pro Tage gefallen sein, so müsste ich nochmals nachbehandeln. Aber das habe ich ja schon mal in einem Beitrag genau erklärt. Hier trotzdem nochmals die Überblickseite mit den genauen Zahlen und Erläuterungen.
Am Dienstag werde ich dann kurz über das Diagnoseergebnis berichten.

Futterkontrolle

Sehr wichtig ist auch die Kontrolle des Winterfutters. Diese habe ich bereits letztes Wochenende mit der Schätzmethode durchgeführt. Das Ergebnis war für mich noch nicht besonders zufriedenstellend.

BienenvolkGewicht
Volk Nr 13,9 kg
Volk Nr 29,2 kg
Volk Nr 39,5 kg
Volk Nr 46,63 kg
Das Ergebnis der Gewichtsschätzung

Das Volk Nr 3 ist ein Kunstschwarm, sitzt auf einer Zarge und 9 Rähmchen. Insgesamt sind rund 5 Wabengassen stark besetzt. Bei diesem Volk sollte die Futtermenge ausreichen. Gleiches gilt auch für das Volk Nr 4. Es sitzt auch auf 9 Rähmchen, hat aber etwas weniger Futter eingetragen. Hier glaube ich auch deutlich den Unterschied zu Volk 3 zu erkennen. Volk 3 habe ich seit Beginn an zum Unterschied zu Volk 4 mit Apiinvert eingefüttert. Hier zeigt sich genau, dass selbst angerührtes Zuckerwasser im Verhältnis 3 Teile Zucker und 2 Teile Wasser doch nicht so viel Netto-Futter ergeben wie Apiinvert. Ich werde daher auch diesem Volk nochmals zwei Kilogramm Zuckerwasser einfüttern, um so den Unterschied auszugleichen. Auch hier nochmals der Hinweis auf die Übersicht des Futterbedarfs im Menü. Vielleicht werde ich nächstes Jahr nach dem Durchrechnen der Kosten alle Völker mit Apiinvert einfüttern.

Futterkontrolle der Völker

Große Sorgen bereitet mir das Volk Nr 1. Es sitz ja auf zwei Zargen und sollte in der Zwischenzeit rund 12 kg Futter eingetragen haben. Leider ergab die Schätzung nur knapp 4 kg. Hier muss ich dringend nachfüttern um es über den Winter zu bekommen. Ein Rätsel bleibt für mich auch, wo das Futter, welches ich doch regelmäßig eingefüttert habe, verblieben ist. Insgesamt waren es rund 14 kg Zuckerwasser im Verhältnis 3:2. Da waren dann doch vielleicht mal die Räuber am Werk und meine geäußerten Vermutungen werden damit bestätigt. Abweichungen bei der Schätzung schließe ich eigentlich aus, denn auch ein Blick auf die Waage bestätigt mir den Unterschied zu Volk Nr 2. Dieses hat bereits gute 9 kg, sitzt jedoch auch auf zwei Zargen und ist daher mein stärkstes Volk. Hier werde ich auch noch etwas einfüttern.

Weiselrichtig

Weiselrichtig bedeutet, dass ein Volk im idealen Zustand in Bezug auf die Königin ist. Ich habe bei der Durchsicht letztes Wochenende auch nach der Königin Ausschau gehalten. Bei allen Völkern, bis auf mein Problemvolk Nr 1 habe ich auch die Königin gefunden. Grundsätzlich bedeutet dies jetzt ja nicht, dass sie nicht mehr vorhanden ist, aber es ist für mich das Signal nochmals die wichtigsten Rähmchen zu ziehen um zumindest den Status der Brut zu kontrollieren. Dazu möchte ich aber noch auf etwas wärmeres Wetter warten, um nicht einen ungewollten Brutschaden auszulösen. Besonderes Unruhe habe ich im Volk nicht feststellen können.

Bienenanzahl

Bei allen vier Völkern brauch ich mir in Bezug auf die Bienenanzahl keine Sorgen machen. In allen sind weit mehr als 6000 Bienen vorhanden. Ich werde vielleicht Ende November nochmals eine Kontrolle der Wabengassen durchführen und nachkontrollieren. Aber hier sollte es keine unerwarteten Probleme geben.

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