Wabenhygiene im 3-Jahresrhythmus

Die Zeit bis zur ersten Honigernte im Jahr 2021 ist nicht mehr so weit und als Jungimker macht man sich die ersten Gedanken über dieses Thema. Für die Hohenheimer Einfachbeute nach Dr. Liebig bestehen ja unterschiedliche Möglichkeiten Honigzargen einzusetzen. Die einfachste dabei ist, eine Zarge wie sie auch bei den Bruträumen verwendet wird, als Honigraum aufzusetzen. Bevor ich jedoch die beiden anderen Möglichkeiten etwas später in einem eigenen Beiträgen erläutere, möchte ich mich jedoch der Wabenhygiene widmen.

Bei der Hohenheimer Einfachbeute erfolgt die Wabenhygiene gleichmäßig im 3-Jahresrhythmus. Da ja insgesamt drei gleiche Zargen verwendet werden, zwei für den Brutraum und eine für die Honigernte, kann jährlich eine ganze Zarge mit dem ältesten Rähmchen ausgesondert und in den Wachskreislauf zurück geführt werden. So entsteht eine Rotation der Zargen im Dreijahresrhythmus und es werden jeweils 10 von den insgesamt 30 Rähmchen im Zandermaß gegen frisches neues Wabenmaterial ausgetauscht.

Wie funktioniert nun die Zargenrotation bei den Völkern?
Zuerst möchte ich es an einem einzargigen Volk anhand von mehreren Grafiken erklären. Ableger die relativ spät im Sommer gebildet wurden, überwintern meist auf einer Zarge. So wie es in der Abbildung [1] dargestellt wird, befindet sich Rund um die Bienentraube das eingelagerte Winterfutter und die Bienen fressen sich von November bis März gleichmäßig durch das Futter.

Wabenrotation bei einem einzargigen Volk

Zur Blütezeit der Palmkätzchen hat die Brutphase bereits voll eingesetzt und es muss das Volk dringend um eine weitere Zarge nach oben erweitert werden. Stehen keine 10 Leerwaben aus einem Honigraum des Vorjahres zur Verfügung, erweitert man das Volk wie in der Grafik (Abbildung [2]) zu sehen mit neuen Mittelwänden. Im Mai zur Kirschblüte wird dann der Honigraum, vom Brutraum durch ein Absperrgitter abgetrennt, aufgesetzt. Wie die Abbildung [3] oben zeigt, hat das Volk zu dieser Zeit seine größte Stärke erreicht. Schön zu sehen sind auch die rot dargestellten Drohnenrähmchen, die zur Varroaminimierung dienen. Der Honigraum besteht aus 10 neuen Mittelwänden und wird von den Bienen sehr rasch ausgebaut werden. In diesem Fall sind im Volk keine Altwaben vorhanden und brauchen daher auch nicht ausgesondert werden. Die Aussonderung erfolgt erst im Jahr darauf, sofern dieses Volk als starkes Wirtschaftsvolk auf zwei Zargen in den nächsten Winter geführt wird.

Wie funktioniert dies nun bei zweizargigen Wirtschaftsvölkern?
Ein klassisches starkes Wirtschaftsvolk überwintert auf zwei Zargen. Dieses Volk ist stärker als ein jüngeres Ablegervolk. Wie in der Abbildung [1] unten dargestellt, sitzt zu Beginn des Winters die Bienentraube in der unteren Zarge. Das Winterfutter wurde von den Bienen in der vom Flugloch entfernteren oberen Zarge eingelagert. So kann es von den Bienen besser gegen Räuberei verteidigt werden. Im Laufe des Winters frisst sich dieses Volk nach oben durchs Futter.

Wabenrotation eines zweizargigen Volks

Wenn im März oder April die Palmkätzchen blühen, befindet sich die Wintertraube bereits in der oberen Zarge und die untere Zarge sollte beinahe leer sein. Dies ist auch jene Zarge mit dem ältesten Wabenmaterial. Sie sind bereits die dritte Saison im Volk und gehören spätestens nach der letzten Jahrestracht ausgesondert. Mit zunehmender Bruttätigkeit im April und Mai, füllt sich die untere Zarge wieder. Zur Kirschblüte wird das Volk mit einer dritten Zarge und 10 Leerwaben (Abbildung [2]) nach oben erweitert. Stehen keine Leerwaben aus der letztjährigen Honigernte zur Verfügung, können auch Rähmchen mit eingelöteten Mittelwänden eingehängt werden. Zwischen der zweiten und dritten Zarge wird wieder das Absperrgitter eingelegt.

Wabenhygiene

Ist nach der letzten Tracht die Honigernte abgeschlossen folgt ja als nächster Schritt die Varroabehandlung. Jetzt ist auch der beste Zeitpunkt die Altwaben aus der untersten Zarge zu entnehmen und einzuschmelzen. Wie in Abbildung [3] dargestellt, wird die gesamte Zarge entfernt und mit dem Altwabenmaterial oben wieder aufgesetzt. Nun werden einzeln alle Waben gezogen und die Bienen dabei in die Zarge abgeschüttelt. Wird dabei ein Wabe mit eingelagertem Pollen gefunden, der optisch noch 1A aussieht, kann diese Wabe am Rand eine der unteren Zargen wieder eingehängt werden.

So wie in der Abbildung [4] zu sehen ist, verbleibt nun eine leere Zarge oben übrig. Diese können wir nun gleich für die folgende Varroabehandlung mit Ameisensäure belassen und erst am Ende der Saison abräumen um sie ins Zargenlager über den Winter zu bringen. In der nächsten Saison beginnt der Kreislauf der Wabenhygiene wieder von Neuem.

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Zusammenbau des Innendeckel

Mit der Erklärung des Zusammenbau des Innendeckel möchte ich die Serie der Bauanleitungen fortsetzen. Den eigentlich Bauplan habe ich ja in diesem Blogbeitrag vorgestellt. Hier möchte ich kurz den eigentlichen Zusammenbau etwas erläutern.

Es gibt viele Diskussionen darüber ob der Innendeckel isoliert sein sollte, oder lediglich ein abschließender Holzdeckel genügt. Ich habe zwar noch nicht sehr viel Erfahrung in der Imkerei, habe jedoch auch schon meine Beobachtungen gemacht.

Im Sommer stehen oft die Beuten in der prallem Sonne bei mehr als 30 ° Celsius. Der Blechdeckel erhitzt sich dabei um ein vielfaches. Befindet sich nun eine isolierende Schicht zwischen der oberen Zarge und dem Blechdeckel, brauchen die Bienen weniger Energie für das Kühlen der Beuten aufwenden. Gleiches gilt im Winter. Ich habe schon in einem Beitrag es kurz erwähnt. Hebt man den isolierten Innendeckel im Winter bei kalten Temperaturen ab, so sieht man doch, dass die Bienen die isolierende Schicht nützen. Eine flachgedrückte Traube presst sich unmittelbar unter der Folie an den Beutenabschluss. Man kann mit der Hand schön die Wärme der Bienen fühlen und auch der Holzdeckel ist innen von den Bienen angewärmt. Dies gelingt jedoch nur, wenn nach dem Holzbrett auch eine Schicht Isoliermaterial eingelegt wird.

Bauplan Innendeckel

Wie baut man nun die einzelnen Teile des Innendeckels zusammen? Wie schon aus den letzten Beiträgen bekannt, nehme ich wieder meine Bauhilfe zur Hand. Wie schon beim Boden und den Zargen, ordne ich die vier Teile mit den Nummern 1 und 2 rund um die Leisten der Bauhilfe im rechten Winkel an.

Anordnung rund um die Anschlagleisten der Bauhilfe

Da in diesem Fall keine Gefahr droht, dass die Leist umfallen, erspare ich mir das Anlegen einer Schraubzwinge oder eines Spanngurts. In jeder Ecke bohre ich zwei Löcher mit einem 4 mm Bohrer, damit das Holz beim Verschrauben nicht ausreißt.

Vorgebohrte Löcher an den Ecken des Innendeckels.

Hier würde vermutlich auch eine Schraube ausreichen, aber alleine für die Stabilität beim Zusammenbau verwende ich lieber zwei Stück. Hat man den Rahmen verschraubt, schneidet man die Holzplatte der den eigentlichen Kontakt zur oberen Zarge zukünftig bildet entsprechend den Maßen im Plan zu. Er sollte bündig mit den Außenkanten des Rahmens abschließen. Diese Holzplatte wird nun mit 10 bis 12 Stück Senkkopfschrauben (3,5 mm Länge) mit dem Rahmen verschraubt.

Bündig abschließende Holzplatte des Innendeckels
Isoliermaterial im Innendeckel

Im nächsten Schritt wird nun das Isoliermaterial für das Innere des Deckels zugeschnitten und in den Deckel eingelegt. Ich verwende dafür oft Styropor-Abfallmaterial aus diversen Verpackungen oder Styrodur-Platten die beim Hausbau übrig bleiben. Schon im Vorfeld sollte man dabei aber darauf achten, dass diese Materialen unterschiedliche Stärken aufweisen. Die Randleisten sollte daher in der Höhe entsprechend der Isoliermaterialstärke angepasst werden. Damit erspart man sich mühsames Zuschneiden der Isolierschicht. Meine Innendeckel sind dadurch alle zwischen 3 und 7 cm hoch. Natürlich kann das Styropor auch sehr günstig im Baumarkt erworben werden. Hier kann man ruhig auf den Preis achten und die günstigsten Platten verwenden.

Abschließende dünne Sperrholzplatte

Wie Ihr auf dem Bild oben erkennen könnt, ist die Schicht des Styropor um rund 1 cm niedriger als die Oberkante des Deckelrahmens. Dies ist von mir auch so beabsichtigt, denn in diesen Rahmen kommt eine ca 3 mm dünne Sperrholzplatte, die passgenau zugeschnitten werden muss. Diese Platte wird wie die Rückseite eines Bilderrahmens auf das Styropor gedrückt, so dass kein Zwischenraum mehr zwischen Styropor und Sperrholz übrig bleibt. Diese Sperrholzplatte dient als Schutzschicht zur Verhinderung von möglichen anderen Bewohnern im Innendeckel. Ameisen und Ohrwürmer nützen gern die isolierende Styroporschicht als Behausung. Vor allem die Ameisen zerstören dabei gerne das Styropor um Platz für ihre eigenes Nest zu schaffen.

Die eingelegte Platte wird abschließend seitlich mit Stahlstiften befestigt. Meist bleibt dabei ein zwei bis drei Millimeter hoher Rand übrig und es entsteht eine Vertiefung im Deckel. In diese leichte Vertiefung könnte man bei Bedarf die dem Volk zugehörige Stockkarte geschützt ablegen und hat sie so jederzeit schnell zur Hand.

Drahtstifte verhindern, dass die Sperrholzplatte heraus fällt

Verbleibt ein kleiner Spalt am Rand zwischen dem Rahmen und der Sperrholzplatte, sollte dieser mit Holzleim oder Silikon ungezieferdicht verschmiert werden.

Wie alle meine Einzelteile der Beute wird auch der Innendeckel an den Außenseiten mit Firnis Leinöl gestrichen. Dadurch nimmt das Holz nicht so schnell die Feuchtigkeit an und ist dennoch unbedenklich für die Beutenbewohner behandelt.

Ich hoffe ich konnte Euch meine Ideen zum Innendeckel vermitteln und vielleicht gibt es doch den einen oder anderen Kommentar zu diesem Beitrag.

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Futterkontrolle bei den Völkern

Heute habe ich mir das erste Mal in diesem Jahr meine Bienenvölker wieder etwas genauer angesehen. Die letzten Tage herrschte bei uns relativ schönes Wetter und die Bienen nützten die Gelegenheit für einen Ausflug. Man konnte deutlich sehen, dass bei allen Völkern die Arbeiterinnen mit Pollenhöschen zurück kamen. Die Haselnuss blüht bereits und im Garten meiner Mutter konnte ich auch an den Schneerosen die Bienen bereits beobachten. Das ist ein deutliches Zeichen, dass die Bienen bereits wieder voll in das Brutgeschäft eingestiegen sind.

Die Schneerosen blühen

Da alle Völker starken Bienenflug aufwiesen, ist das ein erstes gutes Zeichen, dass ich sie alle über den Winter bringen werde. Jetzt muss ich nur mehr darauf achten, dass sie nicht quasi in letzter Minute noch verhungern. Dies sollte auch im Mittelpunkt meiner heutigen Kontrolle stehen.

Zuerst habe ich mir meine Völker, die auf zwei Zargen überwinterten, vorgenommen. Ein Blick durch die Folie in die obere Zarge zeigte mir schnell, dass noch einiges an verdeckeltem Futter vorhanden ist. Da es lediglich 4° Celsius hatte, war die Bienentraube doch sehr eng beisammen. Man konnte sie deutlich zwischen der ersten und zweiten Zarge in der Beute erkennen. Da ich mir ja einen besseren Überblicke über den Futtervorrat verschaffen wollte, ich möchte ja nicht unbedingt schon im ersten Jahr aufgrund eines Fehlers meiner Stockwaagen Völker verlieren, habe ich die äußeren Futterwaben gezogen um die Futtermenge besser schätzen zu können. Schnell wurde mir aber klar, dass noch ausreichend Futter vorhanden ist. Schon die ersten drei Waben sind noch zur Gänze verdeckelt. Ähnlich sieht es auch auf der zweiten Zargenseite aus. Da jedoch in diesem Bereich die Wintertraube saß, ließ ich es gut sein und hörte mit der weiteren Kontrolle auf. Schnell hochgerechnet ergab die erste Diagnose mehr als 6 bis 8 kg Futter.

Auch das zweite Volk sah genauso aus. Auch hier konnte ich schon auf den ersten drei Waben genug Futter finden. Um diese Völker brauche ich mir daher in den nächsten vier bis sechs Wochen keine Sorgen machen und auch die Anzeige meiner Stockwaagen dürften tatsächlich das richtige Gewicht anzeigen.

Blieben also nur mehr meine zwei Völker die auf lediglich einer Zarge überwintert haben. Hier zeigte sich nach dem Öffnen des Innendeckels ein sehr schönes Bild. Im Volk Nr. 3 war eine sehr schöne kompakte Traube durch die Folie zu sehen. Die Bienen waren sehr ruhig und schön anzusehen. Es waren 5 besetzte Wabengassen zu erkennen. Grob geschätzt rund 4000 Bienen. Ein Blick auf die Randwaben zeigte mir, dass noch Futter vorhanden war. Die Menge konnte ich jedoch nur sehr schwer schätzen. Da die Temperaturen es nicht zuließen die weiteren Rähmchen zu ziehen, ich hätte dabei die Wintertraube auseinandernehmen müssen, entschloss ich mich einfach auf Nummer sicher zu gehen und über den Gitterboden eine Fütterung durchzuführen. Ich möchte jetzt nicht von einer Notfütterung sprechen, aber wer weiß wie der Rest des Winters verlaufen wird. Bleiben im Frühjahr Waben mit verdeckeltem Futter übrig, so ist dieses ja nicht verloren. Bei der Ablegerbildung leistet es sehr gute Dienste.

Volk Nr. 3 in einer etwas kleineren Wintertraube

Das Volk Nr. 4 hat mich besonders überrascht. Hier war die Wintertraube zwar nicht so dicht beisammen wie im Volk Nr. 3, jedoch waren wesentlich mehr Bienen zu erkennen. Es waren leicht 7 Wabengassen sehr stark besetzt. Ich würde die Bienenmasse auf rund 6000 oder noch mehr schätzen. Alleine auch schon wegen der Volksgröße habe ich auch diesem Volk eine kleine Futterspende von rund einem Kilogramm über den Boden zugeführt.

Volk Nr. 4 in einer sehr starken Wintertraube

Jetzt brauche ich nur mehr die Blüte der Palmkätzchen abwarten. Sobald diese blühen, bekommen beide Einzarger eine zweite Zarge aufgesetzt. Ich denke es werden zwei starke Wirtschaftsvölker werden und der nächsten Saison steht nichts mehr im Weg.

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Bauen einer Zarge für die Zanderbeute nach Liebig

In diesem Beitrag möchte ich die Serie der Erklärungen, wie man sich selber eine Beute baut, fortsetzen. Die Zarge ist jener Teil, den die Bienen für ihren Brutraum und das Einlagern von Nahrung nützen. Also der eigentliche Wohnraum des Bienenvolks und sie zählt zu jenen Bauteilen, die nach den Rähmchen am häufigsten benötigt wird. Somit kann man damit doch einiges an Geld sparen, wenn man diese selber baut.

Die von mir zusammengestellten Pläne sind unter diesem Link zu finden.

Wie man schneller zu einem Zuschnittplan kommen kann, habe ich ja in der letzten Folge bereits erklärt. Dabei kann das Programm Cutlistoptimizer sehr gute Dienste leisten. Hat man die Teile entsprechend zugeschnitten und wieder mit einem Stück Schleifpapier entgratet, kann schon mit dem eigentlichen Zusammenbau gestartet werden.

Schritt 1 – Bevor ich die einzelnen Teile der Zarge rund um meine Bauhilfe, die ich ebenfalls schon im letzten Beitrag vorgestellt habe, anordne, werde ich die vordere und hintere Seite zusammenschrauben. Es handelt sich dabei um die sogenannten Griffleisten, mit denen später die Zarge angehoben und transportiert wird. Ich suche mir daher die Teile 2, 3 und 4 und lege sie entsprechend dem Plan auf den Tisch.

Die einzelnen Teile der Zarge

Den Teil 4, es handelt sich um die Bodenleiste, streiche ich zur besseren Festigkeit etwas mit Holzleim ein. Holzleim ist aber nicht zwingend notwendig und kann auch wegbleiben. Die Bodenleiste ist im 20° Winkel schräg geschnitten. So kann Regenwasser besser nach Vorne abfließen.

Bodenleiste wird geleimt, angelegt und verschraubt.

Anschließend verschraube ich sie von Innen mit zwei Stück 3,5 mm langen Schrauben. Länger dürfen die Schrauben jedoch nicht sein, denn die Brettstärke weist nur 40 mm auf und die Schrauben könnten durchs Holz durchragen. Auch nicht vergessen, vor dem Zusammenschrauben müssen die Löcher vorgebohrt werden. Damit wird das Ausreißen des Holzes weitgehend verhindert. Die obere sogenannte Griffleiste der Zarge, verschraube ich noch nicht, denn sie kann bei etwas ungenauer Schnittbreite der Seitenteile besser mit dem oberen Zargenrand ausgerichtet werden. Aber darauf komme ich noch später zurück.

Verschraubte Bodenleiste der Zarge

Wurde die hintere und vordere Zargenseite verschraubt, nimmt man sich die Bauhilfe zur Hand und fügt die vier Seitenteile der Zarge rund um diese zusammen. Damit die Teile nicht umfallen und stabiler sind, verwende ich entweder eine große Schraubzwinge oder einen eigenen Bilderrahmen-Gurt. Zu diesem Gurt gehören vier verstellbare Kunststoffkanten, die man an den Zargenecken ausrichtet. So entsteht die Anordnung der fertigen Zarge und die Teile können nicht mehr umfallen.

Die doch um vieles schwere große Schraubzwinge kann zwar auch verwendet werden, ich habe jedoch mit dem Gurt bessere Erfahrungen gemacht. Vor allem hinterlässt der Gurte keine unschönen Druckspuren beim Festziehen und die Zarge zerfällt auch nicht wie bei schief angesetzten Zwingen.

Der Spanngurt mit vier Kunststoffkanten hält die Zargenteile zusammen.

Nachdem alle Teile genau ausgerichtet wurden und auch die Abstände nochmals mit einem Maßstab kontrolliert wurden, kann mit dem Vorbohren der Schraubenlöcher fortgesetzt werden. Ich verschraube jede Seite mit insgesamt 8 Stück 40 oder 50 mm Schrauben, also links und rechts viert Schrauben und das zu beiden Seiten. Diese Teile werden bei mir jedoch nicht verleimt. Damit möchte ich spätere Reparaturen und den Austausch der einen oder anderen Seitenwand ermöglichen. Wer keine Bauhilfe verwendet, sollte darauf achten, dass diese auch im Rechten Winkel zueinander verschraubt werden. Spätestens beim Stapeln der Beuten erkennt man ob genau gearbeitet wurde.

die obere Griffleiste wird zuletzt eingesetzt.

Ihr stellt Euch vermutlich jetzt die Frage warum ich je Kante vier Schrauben verwende. Die Zarge ist rund 23 cm hoch und derartige Bretter wurden aus dem Kernholz eines Baum geschnitten. Durch Feuchtigkeit und ständige Temperaturunterschiede kann sich das Holz sehr leicht verziehen. Wird es mit vier schrauben gleichmäßig über die Höhe verschraubt, kann dies beinahe ausgeschlossen werden. So verhindere ich unnötige zusätzliche Fluglöcher, die möglicherweise im Verlauf des Jahres entstehen könnten.

Der letzte Teil der noch vor dem Verschrauben eingesetzt werden muss, ist die Griffleiste. Die Boden- und Griffleiste verschraube ich zuerst. So können die Seitenteile besser ausgerichtet werden. Auch die Griffleiste leime ich und sie wird zusätzlich noch von innen wieder mit je zwei 3,5 mm langen Schrauben verschraubt. Zuletzt folgen noch die letzten beiden Schrauben an der Seite der Zarge.

Fertige Zarge die noch auf der Bauhilfe steht.

Der Zeitaufwand für eine Zarge beträgt weniger als 15 Minuten. Voraussetzung ist, dass bereits alle Bretter entsprechend zugeschnitten bereit liegen. Auch bei den Zargen schneide ich zuerst eine größere Anzahl an Teilen für die Zargen zu und montiere sie erst später. So wird der Zargenbau zeitlich optimiert und der bau einer größeren Anzahl vereinfacht.

Fertige Zarge mit eingebranntem Bild auf der Stirnseite der Beute.

Für jedes Volk auf meinem Bienenstand bringe ich auch auf einem Stirnbrett einer der Zargen meinen Namen und die Stocknummer an. Das wird nicht aufgemalt, sondern mit einem Laser automatisch graviert. Durch das Einbrennen ins Holz erhält es die dunkle Färbung.

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Wann beginnt man mit der Auswinterung?

So wie die Bienenvölker eingewintert wurden, muss auch eine Auswinterung durchgeführt werden. Die Kontrolle des Futtervorrates gehört genauso dazu wie das Entfernen des Mäusegitters oder die Weiselkontrolle.

Wann sollten daher all diese Arbeiten vorgenommen werden?

Wie bereits im Blogbeitrag Ende Jänner beschrieben, sollte im Februar mit der Kontrolle des Futtervorrates begonnen werden. Die erhöhte Bruttätigkeit führt auch zu erhöhtem Futterverbrauch.

Steigen die Temperaturen im Frühjahr regelmäßig über 8 °C und sind keine Nachtfröste mehr zu erwarten, können die Mäusegitter und Fluglochkeile entfernt werden. Dieser Zeitpunkt ist oft bereits im März gekommen. Um diese Zeit sind die Bienen bereits wieder in der Lage das Flugloch besser gegen Eindringlinge zu verteidigen und der Totenfall kann von ihnen auch leichter entfernt werden. Arbeiterinnen die den ersten Pollen eintragen verlieren nicht mehr aufgrund zu enger Gitter ihre Pollenhöschen und bringen genug wertvolle Nahrung ins Volk.

Eine besondere Bedeutung hat auch die Weiselkontrolle, also die Kontrolle der Königinnen. Dazu muss nicht explizit nach der Königin gesucht werden, sondern es genügt die unterschiedlichen Brutstadien im Brutnest zu finden. Dazu wird an einem schönen Märztag eines der äußeren Rähmchen gezogen und neben die Beute gestellt. Danach können die übrigen Rähmchen bis zur ersten Brutwabe zur Seite geschoben werden. Ist auf dieser das Brutnest verdeckelt, zieht man die nächste. Findet man eine mit offener Brut, so ist alles in Ordnung. Ist keine Brut vorhanden, so ist die Königin meist verendet. Derartige Völker müssen aufgelöst werden. Dazu werden alle Rähmchen gezogen und in 20 Meter Entfernung vom Aufstellungsort der Beute abgeschüttelt. Danach ist die leere Beute vom Bienenstand abzuräumen. Die verbleibenden Bienen betteln sich bei den benachbarten Völkern ein.

Gleiches gilt für bereits verendete Völker. Diese müssen ebenfalls zeitnahe abgeräumt werden. Sofern noch Futterwaben enthalten sind, können diese weiter verwendet werden, wenn diese im November aufgrund einer Futterkranzprobe auf die amerikanische Faulbrut untersucht wurden.

Dazu ist jedoch eine genauere Diagnose notwendig und auf alle Fälle sollte bereits im November eine Futterkranzprobe auf die amerikanische Faulbrut untersucht worden sein. War diese negativ und weisen die Waben keine Kotspritzer auf, können Sie zur Aufzucht von Ablegern oder schwächeren Völkern weiter verwendet werden. Ansonsten müssen sie eingeschmolzen werden.

Sobald die Salweide (Palmkätzchen) blüht, können Völker, die auf einer Zarge überwintert haben, mit einer zweiten Zarge aufgestockt werden.

Bei Völkern die schwächer aus dem Winter starten, sollte das Flugloch noch eingeengt bleiben. So können auch Völker mit weniger Bienen diese besser verteidigen.

Aufpassen muss man jedoch auf ausreichendes Futter im Volk. Auch im April und Mai können Schlechtwettereinbrüche mehrere Tage andauern und auch noch um diese Zeit ein Volk, dass bereits sehr viele neue Bienen gezeugt hat, klaglos verhungern.

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