Honigernte 2023 – mein Resümee

Es hatte sich im Verlauf des heurigen Frühjahrs bereits deutlich abgezeichnet, der Honigertrag wird 2023 deutlich geringer ausfallen, als erwartet. Dieses Wochenende habe ich die letzte Ernte eingebracht und ziehe nun ein persönliches Resümee.

Da für mich nicht alleine die Menge sondern vielmehr die Qualität des Honigs zählt, möchte ich zuerst auf diese eingehen. Der Honig wird bei mit in 10 bzw. 15 Liter Gebinden abgefüllt und bis zur Abfüllung in Gläser gelagert. Während des Abfüllvorgangs in die Eimer werden von mir zwei bis drei Honigproben gezogen und der Feuchtigkeitsgehalt mittels Refraktometer bestimmt. Diese Werte notiere ich und ermittle je Gebinde dann den Durchschnittswert. Das Ergebnis aller Messungen lag dabei außergewöhnlich niedrig zwischen 16 und 16,5 Prozent Wassergehalt. Damit ein Honig mit dem Qualitätssiegel des Österreichischen Imkerbundes gekennzeichnet werden darf, muss dieser Wert bei Blütenhonig, Blüten mit Waldhonig oder reinem Waldhonig unter 17,5 Prozent liegen. In Deutschland liegt dieser Wert bei 18 Prozent Wassergehalt. Dieser niedriger Wassergehalt ist auch schon an der Fließgeschwindigkeit des Honigs deutlich zu erkennen. Er ist wesentlich zäher und bildet im Glas einen kleinen Wellenturm, wenn er am Boden auftrifft.

Betrachtet man die Farbe des Honigs, so ist er dieses Jahr außergewöhnlich dunkel. Das ist ein Zeichen, dass es sich vorwiegend um Waldtracht handelt. Dabei dürfte es sich vorwiegend um Nektar von der Akazie, Linde und der Eiche handeln. Alle meine Völker stehen in unmittelbarer Nähe derartiger Trachtquellen.

Blüten- mit Waldhonig erkennt man an der dunklen Farbe

In den letzten Jahre hatte ich nur ein einziges Mal derartig dunklen Honig ernten können und ich bin auch der Meinung, dass es sich dieses Jahr um einen sehr geschmackvollen und intensiven Honig handelt.

Abschließend noch einige Worte zur Honigmenge in diesem Jahr. Wie bereits in den letzten Beiträgen geschrieben, war in unserer Region das Honigjahr 2023 sehr durchwachsen. Große Mengen waren ja aufgrund des außergewöhnlich kalten Frühlings ja nicht zu erwarten. Schon meine erste Ernte am 1. Juli war relativ gering ausgefallen. Auch die zweite war um nichts besser. Vergleicht man die Ernte 2023 mit den vorangegangenen beiden Jahren, so viel die 23er Ernte um 1/3 geringer aus. Waren es 2021 durchschnittlich 31,9 kg und zuletzt in meinem besten Jahr 2022 rund 34,1 kg Honig, so viel die aktuelle Saison mit 23,1 kg etwas bescheidener aus. Bei allen Gewichtsangaben handelt es sich um einen Durchschnittswert über alle Völker bei denen ich Honig ernten konnte.

Honigertrag der letzten drei Jahre

Da bei mir aber nicht die Menge des geernteten Honigs im Vordergrund steht, sondern die Qualität, bin ich dennoch sehr zufrieden mit dem Ergebnis und blicke positiv in die Zukunft. Nach schlechteren Jahren kommen meist wieder bessere.

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Die Saison 2023 ist gelaufen

Nach der schnellen Durchsicht meiner Bienenvölker und der Kontrolle der Stockwaagen habe ich mit gestern den 19. Juli dazu entschlossen die letzte Honigernte einzufahren. Auch die zweite Ernte wird etwas ernüchternd ausfallen. Bei manchen Völkern wurde nur mehr vereinzelt die Waben befüllt und es wird Zeit alle Honigräume von den Völkern abzuräumen und auszuschleudern.

Bereitgelegte Bienfluchten

Was tut man also, man schnappt die Bienenfluchten, geht oder fährt damit zum Bienenstand und legt sie zwischen dem oberen Brut- und dem Honigraum ein. Das ist kein besonderer Aufwand. Schnell wird die Folie auf den Honigräumen leicht angehoben, etwas Rauch gegeben und schon sind die Honigräume auf den umgedrehten Blechdeckel zwischengeparkt. Im nächsten Schritt wird die Bienenflucht (wenn möglich in die richtige Richtung) aufgelegt und der Honigraum zurück aufgesetzt bzw. die Beute wieder verschlossen. Ein Aufwand weniger als eine Minute je Volk. Aber Vorsicht, nur wenig Rauch, denn der Honig nimmt schnell den Geruch an und ihr wollt ja nicht, dass der Honig nach Rauch schmeckt oder richt.

eingelegte Bienenflucht zwischen oberer Brut- und Honigzarge

Ein bis zwei Tage später können die beinahe bienenleeren Honigräume abgehoben und eingesammelt werden. Fehlt nur das Einsammeln der Absperrgitter und das Einschieben der Diagnoseböden in den Gitterboden der Beuten. Wir wollen ja den aktuellen Varroabefall ermitteln, um auch die richtige Behandlung festlegen zu können, denn nach der Ernte steht dringend die erste Behandlung auf der Tagesordnung, bevor im Anschluss die Völker für den Winter aufgefüttert werden müssen.

Wer mehr über die Bienenflucht erfahren möchte, über den Suchendialog nach dem Stichwort Bienenfluch suchen und ihr erhaltet eine Liste aller Beiträge. Vom Bau einer Bienenflucht bis zum meinem Erfahrungsbericht mit den unterschiedlichen Varianten die es am Markt gibt.

Das die Tracht vorbei ist, zeigt auch der Gewichtsverlauf jener Völker, die auf einer Waage stehen. Hier sieht man deutlich, dass das Gewicht kontinuierlich ab nimmt und kein Honig mehr eingetragen wird. Der im Bild dargestellte starke Anstieg der Kurve, ist lediglich auf die Gewichtszunahme nach dem Einlegen der Bienenflucht zurückzuführen.

Gewichtsverlauf von Volk 4

Zum Wochenende werde ich dann mehr wissen und euch darüber berichten wie die Honigernte 2023 im Vergleich zu den letzten Jahren bei mir ausgefallen ist.

Dass im Sommer auch die Bienen gerne am Abend auf der Terrasse chillen, zeigt auch das nächste Bild. Von der Arbeit erschöpft hat sich eine Bienentraube vor dem Flugloch gebildet, wobei ich aufgrund der Ergebnisse in Bezug auf den Honigertrag eher an einen Sitzstreik denke.

Arbeitsverweigerung oder chillen auf der Terrasse, was meint ihr?
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Vermeidbare Fehler (Teil 1)

Nachdem ich als Jungimker doch schon in die fünfte Saison starten werde, möchte ich nun aus meiner Sicht auch mal über „Fehler“ die ich so für bei mir erkannt habe schreiben. So wie bei allen Themen im Leben kann man nur in der eigenen Entwicklung selber Fortschritte machen, wenn man auch in der Lage ist sein tun kritisch zu hinterfragen.

Da ich denke, dass es doch ein größeres Kapitel wird, möchte ich dies in mehrere Teile splitten und sehen was daraus wird. Gerne könnt ihr auch meine Beiträge entsprechend kommentieren oder Eure eigenen Erfahrungen an dieser Stelle einbringen.

Startet man in die Imkerei hinein, wird man schnell mit sehr vielen Ratschlägen aus dem Verein oder vom Imkerpaten konfrontiert und auch die sozialen Medien tragen einiges dazu bei. So habe ich öfters davon gehört oder gelesen, dass man mit Anfangsstreifen im Honigraum oder Brutraum durchaus etwas an den teuren Mittelwänden einsparen kann. Das dachte ich mir auch und habe zumindest im Honigraum begonnen halbe oder auch viertel Mittelwände in den Rähmchen einzulöten.

Ich bin mir jetzt nicht ganz sicher, ob ich bereits darüber berichtet habe, konnte auf die Schnell auch keinen Beitrag dazu finden, aber im Honigraum habe ich in der Vergangenheit immer mit derartig sparsamen Mittelwänden begonnen. So befanden sich in der Mitte jedes Honigraums zumindest vier ausgeschleuderte und von den Bienen geputzte exHonigwaben, gefolgt von je einer ganzen Mittelwand links und rechts.

Rähmchen mit ganzer Mittelwand

Danach setzte ich eine halbe eingelötete Mittelwand, um anschließend den geplanten Honigraum eben mit einer viertel Mittelwand abzuschließen.

Rähmchen mit einer halben eingelöteten Mittelwand
Rähmchen mit einer viertel eingelöteten Mittelwand

Grundsätzlich ist dies keine schlechte Idee und bei genügend Tracht werden die Mittelwände schnell angenommen und auch vollständig ausgebaut. Leider halten sich die Bienen nicht an die Wabenzelle und denken, da bauen wir schnell mal für Drohnenbrut die Waben aus. Da ja aber die Königin durch das eingelegte Absperrgitter nicht in den Brutraum hochgelangen kann, werden letztendlich diese für Drohnenbrut vorbereiteten etwas größeren Zellen mit Honig gefüllt und schön verdeckelt.

Jetzt werde ihr euch sicherlich denken, dass passt ja auch, geht mehr hinein und der Honig kann auch besser ausgeschleudert werden. Das stimmt auch durchwegs, wäre da nicht doch ein Problem ein oder zwei Jahre später. Irgendwann wird ja jedes Rähmchen aus dem Honigraum zur Wabenhygiene im Herbst zur Brutwabe umfunktioniert. Auch zu diesem Zeitpunkt gibt es noch kein Problem, denn die Bienen füllen diese Zellen dann gleich mit Winterfutter auf und erst im Frühjahr erkennt man dann den Fehler des Imkers. Über den Winter wird das eingelagerte Futter geleert und beim Einsetzen des Frühjahrs, wenn die Bienen so richtig durchstarten und auch die erste Drohnenbrut anlegen, erkennt man das Problem. Die Bienen verwenden nicht den frisch eingesetzten von der Imkerin oder dem Imker vorgesehenen Drohnenrahmen und beginnen diesen so wie gewünscht mit Drohnenbrut auszubauen, sondern nutzen die Gelegenheit und ziehen in den bereits in den Jahren davor angelegten größeren Drohnenzellen die Drohnenbrut heran. Auch Bienen wissen mit Ressourcen sparsam umzugehen.

Im ehemaligen Honigrähmchen wird wegen der bereits existierenden Drohnenzellen Drohnenbrut herangezogen

Da diese ehemaligen Hongirähmchen jedoch gedrahtet sind, kann diese Brut aber nicht schön ausgeschnitten werden ohne das Rähmchen oder zumindest die Spannung des Drahtes dabei zu zerstören. Ergebnis: Der Varroadruck im Volk erhöht sich sehr rasch und auch der für die Drohnenbrut vorgesehene Drohnenrahmen wird sehr spät angenommen oder fürs erste mit Honig vollgepackt. Aber nicht nur der Varroadruck wird erhöht, sondern auch der Schwarmtrieb erhöht sich, denn in einem suboptimalen Frühjahr wie in diesem Jahr, platzen wegen des schlechten Flugwetters und der verspäteten oder ausgefallenen Tracht bald die Kisten aus allen Nähten und Völker beginnen spätestens beim ersten schönen Wetter zu schwärmen. Leider musste ich dieses Jahr diese Erfahrung sammeln und kämpfte die ersten Wochen extrem gegen den hohen Schwarmdruck der Völker.

Die Schlussfolgerung für mich ist, in den Jahr davor eingesparte Kosten rechen sich nun. Zuvor eingesparte Mittelwände müssen jetzt ohne weitere Verwendung gleich eingeschmolzen werden oder führen zum eben beschriebenen Problem. Ich habe daraus gelernt, dass Geiz nicht geil ist sondern vermehrt zu Spätfolgen führt und ich werde nur mehr ausschließlich ganze Mittelwände in meinen Rähmchen einlöten.

Ein weiteres Problem, das beim Einlöten von zumindest viertel Mittelwänden auftritt ist, dass dazu nur vertikal gedrahtete Rähmchen herangezogen werden können. Bei horizontal gedrahteten, hält das Viertel nicht auf dem einzigen zur Verfügung stehenden Draht. Verwendet man jedoch vertikal gedrahtete Rähmchen, führt sehr schnell der überspannte Draht zu einem Durchbiegen des Ober- und Unterträgers. Dies ist auch am oben gezeigten Bild bereits sehr gut zu erkennen, obwohl es sich um ein neues Rähmchen handelt.

Ich hatte auch niemals vor, vertikal gedrahtete Rähmchen jemals zu benützen. Es handelt sich um Rähmchen die ich von einem Imker der mit der Imkerei wegen Zeitmangels aufgehört hat beinahe geschenkt. Auch hier erkennt man schnell den Fehler und derartige Rähmchen müssen vermutlich bereits nach dem ersten Ausschmelzen durch neue ersetzt werden, denn der sogenannte Bee Space wird schnell nicht mehr passen und die Bienen errichten dazwischen einen netten Wildbau.

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Wissenswertes zur Ablegerbildung

Zu Besuch am Ablegerbienenstand

Ich habe ja in der Vergangenheit schon mehrfach von der Ablegerbildung im Frühjahr an dieser Stelle berichtet und auch gezeigt wie diese durchgeführt wird. Wer die Beiträge nicht kennt, hier nochmals der Link zu meiner ersten Ablegerbildung bzw. wer bei der Kategorienleiste auf Ablegerbildung klick bekommt alle Beiträge entsprechend aufgelistet. Dennoch werde ich oft von Jungimker die bei mir Völker abholen mit vielen Fragen zur Ablegerbildung konfrontiert und möchte daher in diesem Beitrag eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Punkte liefern.

Im April, Mai und Juni kann von einem Volk, bei dem der erste Drohnenrahmen geschnitten werden kann, die Gelegenheit genutzt auch eine gut ausgebaute Brutwabe mit jüngster Brut für die Ablegerbildung zu entnehmen. Zusätzlich zu dieser Brutwabe wird unter Beigabe einer Futterwabe und einer Mittelwand der Ableger in einer zusätzlichen Bienenkiste gebildet. Wie im oben verlinkten Beitrag beschrieben, verwende ich in der Mitte ein Trennschied und kann daher aus einer Zarge eine temporäre Ablegerkiste für zwei Völker konstruieren. Der große Vorteil dabei ist, wird ein Volk drohnenbrütig oder kommt die Königin vom Hochzeitsflug nicht zurück, kann ich das Trennschied einfach herausziehen und so sehr rasch ohne Problem die beiden Völker vereinigen.

Nachdem man nun die Ableger aus dem Flugbereich des ursprünglichen Wirtschaftsvolk verbracht hat, lässt man diese drei bis vier Wochen in aller Ruhe stehen. Nach drei bis vier Wochen kann dann der Ableger kontrolliert werden ob er auch weiselrichtig ist. Die Quote bei dieser Art der Jungvolkbildung liegt bei 8:2, also bei 8 von 10 Völkern kommt die Königin vom Hochzeitflug zurück und der Ableger entwickelt sich prächtig.

Jungvölker die sehr früh gebildet werden, also zum Beispiel Ende April, verhalten sich fast wie Wirtschaftsvölker und brühten sehr stark. Komischerweise wintern sie deshalb aber auch nicht stärker ein als andere Wirtschaftsvölker. Derartige starke Ablegervölker müssen meist Anfang Juli mit einer zweiten Zarge versorgt werden und es ist durchaus möglich mit ihnen etwas Sommertracht zu ernten.

Aber Achtung, die stärksten Bienenvölker, die die meisten Bienen haben und den meisten Honig eintragen sind im Oktober die Sorgenkinder der Imker. Diese haben meist ein großes Varroaproblem. Hier muss nach der letzten Honigernte dringend die Varroa diagnostiziert werden und zeitig auch entsprechend erfolgreich mit zum Beispiel Ameisensäure behandelt werden.

Dies ist auch der Grund dafür, dass Schwärme die als Wildvölker (Schwarm) abgehen und in der freien Natur leben nicht über den ersten Winter kommen. 90% dieser Völker gehen noch vor dem Winter wegen des hohen Varroadrucks zugrunde. Der Rest noch vor dem nächsten Frühjahr.
Entgegen aller im Internet kursierenden Meinungen, dass Bienenschwärme die natürlichste Art der Bienen zu leben über Jahre leben können, ist Unsinn und dies wurde auch bereits wissenschaftlich bewiesen. Alle Völker die in der Natur gefunden und das ganze Jahr beobachtet werden, sind immer wieder Neuansiedelungen neuer Schwärme am selben Ort. Bei den Untersuchungen hat man bei derartigen Völkern die Königin markiert und einer ständigen Beobachtung unterzogen. Dabei wurde festgestellt, dass die Völker zugrunde gehen. Die Wachsmotte räumt in diesem Fall dann das alte Wildwabenmaterial auf und durch den Geruch angelockt, ziehen neue Völker dort wieder ein.

Wird ein Ableger später gebildet (Anfang Mai) hat er im Juli bereits wesentlich weniger Bienen. Dennoch handelt es sich um das beste Volk für Jungimker und in den Start einer Imkerkariere. Derartige Völker habe weniger Bienen und können auch auf einer Zarge überwintert werden. Der Varroadruck entwickelt sich nicht so stark und sie können dadurch wesentlich leichter geführt werden.

Wer versucht aus einem tollen Jungvolk das im April oder Mai gebildet wurde neuerlich einen Ableger durch die Entnahme eines Bruträhmchens zu bilden wird nicht viel Freude damit haben, denn die Erfahrung hat gezeigt, dass sich diese nicht mehr so stark entwickeln werden.

Bei sehr starken Jungvölkern vom April muss man auch spätestens Mitte September gegen die Varroa behandeln, denn ansonsten bekommen sie auch ein Varroaproblem, die sogenannte Varrosse. Man sollte dabei auch beachten, dass eine Ameisensäurebehandlung bei einem Volk das bereits auf zwei Zargen im September sitzt wesentlich anspruchsvoller ist, als bei Einzargern. Bei dieser sehr späten Behandlung muss aber auch das Wetter und die Temperatur passen, ansonsten wirkt diese nicht mehr oder zu wenig. Je kühler es ist, um so weniger Ameisensäure verdunstet und es gilt, je Zarge müssen 50ml 85%ige AS vollständig zur Verdunstung innerhalb von drei Tagen gebracht werden. Hier nochmals der Hinweis auf den dazugehörigen Blockeintrag.

Auch zu beachten ist, dass bei Jungvölkern das Flugloch immer klein zu halten ist. Die Öffnung sollte nicht größer als ein dicker Finger sein. Auch wenn sie sehr stark geworden sind, haben sich die Bienen daran gewöhnt nur das kleine Loch zu verteidigen. Wird es plötzlich von der Imkerin oder dem Imker aufgerissen, kommt es spätestens zu Beginn der Räuberei Ende Juli zu Problemen und die Bienen schaffen es nicht sich gegen benachbarten Wirtschaftsvölker entsprechend zu verteidigen.

Ein Volk das etwas später gebildet wurde (Mitte Juni bis Ende Juni) entwickelt sich genauso stark wie die Völker davor. Sie wissen, dass sie nicht mehr viel Zeit bis zum Winter haben und wachsen daher um so stärker. Dennoch sollte die Entwicklung beobachten werden, denn diese Völker erreichen möglicherweise je nach Witterung bis in den Oktober nicht mehr die notwendige Volksstärke. Hier legt man meist zwei Völker zusammen und erntet eine Königin für ein anderes (Wirtschafts)volk zum Umweiseln.

Werden Jungvölker mittels Schied getrennt in einer Kiste gehalten, kann bei Feststellung dass die Königin fehlt, jederzeit ohne Problem das Schied gezogen und so vereinigt werden. So kleine Völker vertragen sich relativ leicht miteinander und es kommt in der Regel zu keinerlei Problemen.

Bleiben aufgrund zu vieler Ableger Königinnen über, kann man mit diesen auch eventuell böse Völker umweisenl und die Königin im Rahmen von TuB ersetzen.

Wir ein Jungvolk aus einer geteilten Ablegerkiste in eine neue Kiste aufgeteilt und auf einen neuen Standort verbracht, dann sollte die Kiste zuerst noch ca 5 Minuten ruhig am neuen Standort verschlossen stehen bleiben, bevor das Flugloch geöffnet wird. Weitere drei bis fünf Tage sollte auch zumindest die Folie bei der Kontrolle verschlossen bleiben. Fliegen beim Öffnen der Folie Bienen auf, die noch nie draußen waren, finden sie in der Regel am neuen Standort den Eingang in die Beute nicht mehr, denn sie konnten sich noch nicht richtig am neuen Standort einfliegen.

Ebenfalls sollten die Waben beim Umhängen in die neue Kiste nicht in der Reihenfolge verändert werden. Das Rähmchen das nahe dem Flugloch war sollte auch wieder in der neuen Kiste beim Flugloch sich befinden. Dazwischen könnte je nach Bedarf dann die eine oder andere neue Mittelwände eingehängt werden. Die neue Kiste sollte je nach Bienenstärke noch nicht voll aufgefüllt werden und am Rand sollte sich auch keine Leerwabe oder Mittelwand befinden, denn an eine Randwabe wird in der Regel keine Brut mehr angelegt und oft nicht sofort ausgebaut. Auch eine Brutwabe, die beim Umsetzen in die neue Kiste an den Rand gehängt wurde, wird nicht mehr neuerlich bebrütet sondern zur Einlagerung von Futter genutzt. Nur wenn es in der Ablegerkiste zu eng wird, wird diese genutzt und neuerlich bebrütet.

Aber Vorsicht, wird zu spät mit Rähmchen aufgefüllt, kann schnell das passieren:

Anstelle eines Rähmchen kann auch für den Ausbau von den Bienen die Folie genutzt werden.

Ablegerkisten die vom Bienenstand abtransportiert werden, müssen sofern sie nicht voll mit Rähmchen ausgestattet sind, mit einer Pinnwandnadel am Rand des letzten Rähmchens zur Mitte gegen verrutschen gesichert werden. Tut man dies nicht, können beim Transport die Rähmchen verrutschen und in den Boden hinein kippen. Da ja nicht unmittelbar nach dem Transport in die Kiste am neuen Standort eingegriffen und geöffnet werden sollte, kann dies gleich mal zu Bienenverlust oder dem einen oder anderen Wildbau führen. Auch sollte man nicht vergessen die Zarge mit dem Deckel und Boden mittels Wandergurt zusammenzuhalten. Auch im Fahrzeug ist die Ladungssicherung sehr sehr wichtig. Ist man beim Transport im Fahrzeug an einem Unfall beteiligt, kann ein ungesichertes Volk schnell eine große Gefahr für alle Beteiliegten darstellen. Auch bei einer Polizeikontrolle, es handelt sich ja um einen Kleintiertransport, kann eine ungesicherte Ladung gleich mal zu einer Verwaltungsstrafe führen.

Die beiden hier sichtbaren Randwaben zur Mitte der Trennwand müssen mit einer Pinnadel gegen Verrutschen gesichert werden.

Ist eine Zarge eines Jungvolkes voll ausgebaut, kann man Ende Juli mit dem Auffüttern des Volkes beginnen. Sollte bereits Mitte August an der unteren Zarge im Boden eine feste Bienentraube durchhängen, dann muss auf alle Fälle mit einer zweiten Zarge erweitert werden.
Bleibt ein Volk auf einer Zarge, so ist beim Einfüttern äußerste Vorsicht geboten. Hat man zu wenig Erfahrung als Jungimker wie viel Futter gegeben werden muss, kann schnell der gesamte Brutraum durch Winterfutter blockiert werden. Die Völker können dann weniger Winterbienen produziert und bekommen schnell Probleme beim Start in den Winter. Wird zu wenig Futter gegeben, droht den Völkern spätestens nach dem Jahreswechsel der Hungertod. Daher meine Empfehlung an Jungimker generell mit zwei Zargen zu überwintern und mehr Futter eben zu können. So ist man auf der sicheren Seite und die Völker erleiden keinen Hungertot. Überflüssige Futterwaben können dann im Frühling ohnedies für die nächsten Ablegersaison weiter genutzt werden.

Mitte Juli ist bereits zu beobachten, dass sich alle Wirtschaftsvölker stark aus dem Brutgeschäft zurückziehen. Ein eindeutiges Zeichen ist es, wenn auch der Drohnenrahmen nicht mehr mit Drohnen bebrütet wird, sondern auch bereits dort Futter eingetragen wird. Es hat bereits der Bienenwinter nach der Sommersonnenwende begonnen.

Abschließend noch eine Empfehlung von mir, führt für die Ablegervölker zumindest eine kleinere Stockkarte und führt Aufzeichnungen über die wichtigsten Daten. Hier ein paar Informationen die ihr auf alle Fälle evident halten solltet um nicht die Übersicht am Ablegerbienenstand zu verlieren:

  • Wann wurde das Volk gebildet?
  • Von welchem Muttervolk wurde es gebildet?
  • Wann geht vermutlich die Königin auf Hochzeitsflug?
  • Wann wurde mit Oxalsäure die Restentmilbung durchgeführt?
  • Wann war die ersten Kontrolle mit welchem Ergebnis?
  • Ist die Königin bereits in Eilage und auch gezeichnet?
  • Wie viele Rähmchen befinden sich in der Kiste und wann sollte spätestens weiter erweitert werden?
  • Sonstige wichtige Anmerkungen, zB.: keine Brut gesichtet oder Verdacht auf Drohnenbrut

Wie lange können gekäfigte Königinnen eingesperrt bleiben?
Königinnen die gemeinsam mit vier bis fünf Pflegebienen gekäfigt werden, sollten nicht länger als drei Tage aufbewahrt werden. Dabei muss der Käfigverschluss mit Futterteig verschlossen sein und der Käfig darf natürlich noch nicht aufgebrochen worden sein. Diese Zeit reicht um auch die Königin als Lebendtransport mit der Post versendet zu werden. Sie können auch einige Tage länger gekäfigt bleiben, sie könnten aber dann eventuell nicht mehr akzeptiert werden, denn die Bienen glauben dann vermutlich, dass mit der Königin etwas nicht mehr stimmt und weiseln dann gerne still um.
Wie viel Futter sollte in einem Ableger drinnen sein?

Jedes Jungvolk entwickelt sich ein wenig anders. Dementsprechend haben manche Völker genügend Futter und man muss nicht füttern. Sie sollten ja nur über genug Erhaltungsfutter verfügen, um auch vor allem im Frühjahr kältere Nächte gut zu überstehen. Man spricht von ca. 2kg Futter.

Es gibt aber auch Völker, die sofort je nach Tracht am Bienenstand mit dem Futtereintrag beginnen. Beides ist schlecht. Ist zu wenig Futter drinnen, verhungern sie, haben sie zu viel, dann verhonigt das Brutnest und es kann keine Brut mehr angelegt werden und sie bauen dann sehr rasch Wildbau aus. Das Erweitern wird dann etwas schwieriger. Daher ist es am besten bei der Bildung auch die Schätzmethode anzuwenden und das Futter so genau wie möglich zu bestimmen.

Wie setzt sich das Erbgut von Bienen zusammen?

50% des Erbgutes kommt von der Königin und die anderen 50% von den (Drohnen) Männern, wobei die Königin ja von bis zu 15 Drohnen während des Hochzeitsflugs begattet wird. Also teilt sich hier das Erbgut nochmals auf mehrere Drohnen auf, wobei der Mittelwert an Drohnen die eine Königin begatten bei 6 liegt.

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Ausfall der Frühtracht und Probleme mit den Jungvölkern

Wie bereits in den letzten Beiträgen geschildert ist das heurige Jahr ein nicht unproblematisches. Durch die außergewöhnlichen Niederschlagsmengen und dem kalten Frühjahr, viel eigentlich die gesamte Frühtracht aus. Meine Hoffnung setzte ich auf die bei uns sehr verbreitete Akazie und auch diese Tracht viel zum größten Teil aus. Hat es zu beginn ausgesehen, dass doch einige Tage einiges von den Bienen eingetragen wird, hat dies der Regen in der letzten Woche zu Nichte gemacht. Der Nektar wurde im wahrsten Sinne des Wortes von den Bäumen gewaschen und in der Zwischenzeit ist die Akazie auch abgeblüht. Die letzte Durchsicht der Honigräume hat zwar ergeben, dass die eine oder andere Wabe bereits vollständig gefüllt und verdeckelt ist, aber ein erstes Schleudern zahlt sich nicht aus. Man kann also sagen, es bleibt für das Frühjahr nur mehr die Läppertracht und die Frühtracht fällt zu 100% aus.

Bleibt nur mehr die Linde und die Hoffnung, dass während der Blüte kein Regen fällt. Ich gehe auf alle Fälle davon aus, dass im Jahr 2023 ein sehr ertragsarmes Honigjahr wird. Zumindest gilt dies für den Bereich Wachau. So berichten auch die Zeitungen über sehr viele andere Bereiche in Österreich.

Ausfall des Blütenhonig und der Frühtracht (Quelle: krone.at)

Aber auch andere Bereiche sind witterungsbedingt nicht so einfach. Dies betrifft vor allem die Nachzucht. Musste ich in den letzten beiden Jahren kaum Ausfälle bei meinen Ablegern und den daraus erstellten Jungvölkern verzeichnen, so fällt heuer beinahe jedes zweite Volk aus. Sie werden Drohnenbrütig denn offensichtlich schafft es die Königin nicht vom Hochzeitsflug zurück oder geht erst gar nicht wegen der kühlen Temperaturen hinaus. Selbst eines von meinen drei abgeschwärmten Wirtschaftsvölkern wurde drohnenbrütig weil die nachgeschaffte Königin abhanden kam. Ergebnis auch im Honigraum wurden einige Honigwaben von den Arbeiterinnen mit Drohnenbrut bestiftet.

Dass die Königinnen geschlüpft sind, beweisen allerdings noch nicht abgebaute Weiselzellen. Am Bild ist zu erkennen die Zelle aus der die Königin geschlüpft ist (rechte Weiselzelle) und eine zweite Weiselzelle die von der Seite durch die Arbeiterinnen aufgebissen und ausgeräumt wurde.

(rechts) aufgebissene Weiselzelle

Da sich aber nun die Witterung doch auf sommerliche Temperaturen umstellt, verbleibt ja doch noch etwas Zeit bis Ende Juli neue Brutwabenableger zu bilden.

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