Der Eigenbau-Dampfwachsschmelzer

Es gibt in sehr vielen Foren rege Diskussionen zum Thema Sonnenwachsschmelzer vs. Dampfwachsschmelzer. Jeder sollte sich daher selber darüber Gedanken machen, was er lieber zum Wiederverwerten des Rähmchenwachses verwendet. Für mich gibt es da ein paar wesentliche Nachteile die ein Sonnenwachsshmelzer mit sich bringt.

Nachteile Sonnenwachsschmelzer

  • benötigt je nach Größe mehr oder weniger Platz
  • benötigt immer Sonne damit er funktioniert
  • er muss regelmäßig gereinigt werden, sonst staut sich das Wachs beim Gitter
  • geringe Kapazitäten und es ist unmöglich rasch mal 50 Waben einzuschmelzen
  • die Leistung zum Herbst hin nimmt stark ab, das ist aber jene Zeit wo ich meine Wabenhygiene vermehrt betreibe
  • sterben über den Winter Völker, können die Waben sehr schwierig eingeschmolzen werden

Der einzige Vorteil der mir dazu einfällt ist, dass kleinere Mengen wie zum Beispiel Drohnenbrutwaben mit einem SWS sofort ausgeschmolzen werden können. Für mich selber habe ich da aber bereits die Lösung gefunden. Kleinmengen wie Drohnenbrutwabenschnitt oder Wildbau, den ich von Waben entferne, sofern darin Brut enthalten ist, gebe ich in eine Kunststoffbox in die Kühltruhe. Damit verhindere ich, dass zum einen die Maden beginnen üblen Geruch zu verbreiten und zum anderen wird die Brut relativ rasch abgetötet.

Sobald ich dann eine solche Box voll habe, starte ich meinen selber gebauten Dampfwachsschmelzer und schmelze alles in einem Durchgang aus. Dabei dauert der eigentliche Schmelzvorgang maximal 30 bis 40 Minuten. Ist genügend Wabenmaterial für einen zweiten Durchgang vorhanden, dann dauert es lediglich mehr 20-25 Minuten, da bereits alles auf Betriebstemperatur gebracht wurde.

Eingesammeltes Wachs vom Wildbau, Überbau oder Entdeckelungswachs schmelze ich ohnedies direkt mit Wasser in einem Kochtopf ein. Dieses Wachs verwende ich ausschließlich für Creme, Lippenstifte oder sonstige Pflegeprodukte. Das Wachs das ich nicht selber verarbeite, kommt entweder in den Wachskreislauf für neue Mittelwände die ich selber Produzieren werde zurück oder verkaufe ich an Abnehmer, die selber wiederum Pflegeprodukte herstellen. Dabei ist es mir wichtig, dass schon das Ausgangsmaterial so sauber wie nur möglich ist. Aber vielleicht gibt es im Winter darüber mal einen eigenen Blogbeitrag.

Vorteile eines Dampfwachsschmelzers

  • günstig in der Anschaffung ohne für den Bau viel Zeit zu benötigen
  • sehr effektiv im Betrieb und geringer Energiebedarf (kann zwar mit der Sonne nicht mithalten, aber je Schmelzvorgang im Cent-Bereich)
  • kann auch in der kalten Jahreszeit und bei jedem Wetter eingesetzt werden
  • es können schnell auch große Mengen verarbeitet werden
  • alles Zubehör für den Dampfwachsschmelzer können im 60 l Fass Platzsparend im Keller verstaut werden und stehen nicht im Garten herum

Eigenbau Dampfwachsschmelzer

Wichtig war es für mich ein Gerät zu bauen, dass effektiv arbeitet, weniger Platz benötigt und sehr kostengünstig ist. Sieht man sich die Preise von konventionellen Geräten im Handel an, ist man schnell bei weit über 400.- € angelangt.

Materialbedarf

BestandteileKosten
60 Liter Kunststofftonne20,00.- €
WAGNER Dampftapetenablöser W 1636,80.- €
2x Regentonnenverschraubung 1/2″15,98.- €
Kugelauslaufhahn 1/2″6,02.-€
Reduktion 1/2″ auf 1/8″1,95.- €
Lochgitter (stammt von Resten eines Gitterbodens einer Beute)1,00.- €
Gesamtkosten:81,72.-
Kostenaufstellung

Anstelle des 60 Liter Fasses könnte man auch ein größeres Gebinde nehmen. Aufgrund des Platzbedarfs einer solchen Tonne habe ich mich aber für die kleinere Variante entschieden. Da ja das Wachs in den Kreislauf zurück soll, war es mir wichtig ein Lebensmittelechtes Gebinde zu verwenden. Hier stehen sehr viele Anbieter über die Webseite willhaben.at zur Verfügung. Ich bin mir sicher, dass auch in Deiner Nähe solche Fässer zum Verkauf angeboten werden.

Der fertige Dampfwachsschmelzer

Möglicherweise bekommt man die Regentonnenverschraubung etwas günstiger und es werden grundsätzlich auch nicht zwei davon benötigt. Da ich weder auf den Auslaufhahn, noch auf die Anschlussverschraubung des Dampftapetenablöser verzichten wollte, fielen dafür Mehrkosten von rund 20,- € an.

1/2″ auf 1/8″ Adapter
Regentonnen-verschraubung
Wagner Dampftapetenablöser 16 Watt

Natürlich könnte man für den Auslauf nur ein kleines Loch in die Tonne bohren und den Schlauch des Dampftapetenablöser ebenfalls durch ein solche in Tonne hinein führen. Da ich jedoch sauber Arbeiten gewohnt bin und nur dann Wasser oder Wachs aus der Tonne fließen soll, wenn ich es möchte, habe ich mich dafür entschieden.

Für das grobe trennen des dabei anfallenden Trester vom Wachs verwende ich Abfälle vom Gitterbodenbau meiner Beuten. Dieses Gitter oder sogenannte Lochrasterplatten gibt es jedoch schon für wenige Euro auf jedem Baumarkt.

Der Werkzeugbedarf hält sich dabei in Grenzen. Eine einfache Bohrmaschine mit einem Lochschneider oder einem großen Bohrer und eine Rohrzange zum Festziehen der Verschraubungen reichen. Vielleicht noch eine Stichsäge zum Ausschneiden einer runden Holzscheibe zur Befestigung des Gitters. Mehr wird nicht benötigt. Der Zeitaufwand für das Überlegen „wo bohre ich das Loch“ ist wesentlich höher, als der eigentliche Zusammenbau.

In der Mitte der Tonne (bei ca. 30 cm) wir ein Loch in der Größe von 26 mm gebohrt und darin die erste Regentonnenverschraubung mit der Reduktion auf 1/8″ verschraubt. Daran wird der Anschlussschlauch des Dampftabetenablöser angeschossen. Die 15 cm Höhe habe ich deshalb gewählt, damit der heiße Dampf von unten nach oben bei den hineingestellten Waben vorbei ziehen kann und trotzdem bei geschlossenem Ablaufhahn weder die 5l Wasser vom Verdampfer, noch das verflüssigte Wachs auslaufen kann.

Mit einem Stufenbohrer wird ein Loch mit 26mm gebohrt
Darin die Regentonnenverschraubung mit der 1/2″/1/4″ Reduktion eingeschraubt.

Das zweite Loch in der selben Größe wird am tiefsten Punkt des Fass so gebohrt, dass noch die Verschraubung angezogen werden kann. Je weiter unten um so besser. Hier wird die zweite Regentonnenverschraubung mit dem Kugelauslaufhahn eingeschraubt. Dieser Auslaufhahn dient zum Ablassen des verflüssigten Wachs-Wassergemisches.

Am Boden wird die zweite Regentonnenverschraubung eingeschraubt

Nun fehlt nur mehr der Gitterboden, der in einer höhe von 10 cm in das Fass hineinpassen sollte. Die Größe wird so gewählt, dass der Holzteller (oder ähnliche Konstruktion) nicht weiter in das Fass hineinfallen kann. Damit sollte der Trester vom verflüssigten Wachs und dem Wasser grob getrennt werden.

Damit nun ein Kübel unter den Ablaufhahn gestellt werden kann, kann man sich nun ein eigenes Stockerl konstruieren. Einen bereits vorhandenen Tisch oder sonstige Konstruktionen (Ziegelsteine usw.) tun es jedoch auch und fertig ist der Eigenbauwachsschmelzer. Der Zeitaufwand für den Bau beträgt rund eine Stunde.

Als Auffangbehälter sollte ein konischer Edelstahleimer verwendet werden, der bereits mit ca 1cm Wasser befüllt ist. Ist das Wachs darin abgekühlt, kann es leichter aus dem Kübel genommen werden. Das restliche Wasser-, Zucker-, Honig-Gemisch wird entfernt. Je nach Honiganteil in den Waben könnte man dieses Gemisch wieder an die Bienen verfüttern. Ich halte jedoch aus Hygienegründen nichts von dieser Methode und rate auch davon ab. Es besteht gr0ße Gefahr sich die eine oder andere Bienensäuche wie zum Beispiel die amerikanische Faulbrut damit einzuhandlen.

Das gesamte Zubehör kann im Fass staubfrei und platzsparend aufbewahrt werden

Gefahrenhinweis

Beim Betrieb des Dampfwachsschmelzers darf auf keinen Fall der Fassdeckel fest verschlossen werden. Beim Erzeugen von Dampf entsteht sehr hoher Druck der auch entweichen muss. Da ja beide Anschlüsse das Fass abdichten wäre der einzige Weg für das Entweichen des Dampfes über den Dampferzeuger selber. Da dieser selber auch dicht ist, vermutlich aber das schwächste Glied in der Kette darstellt, würde dieser Schaden nehmen. Von einer allfälligen Verbrennungsgefahr durch siedend heißes Wasser möchte ich noch gar nicht sprechen!

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Handelt es sich um Räuberei?

Nach dem Abbruch der Varroabehandlung habe ich das Volk Nr 1, welches das etwas schwächere von meinen großen Ablegern ist, mit rund 2 kg Zuckerwasser gefüttert. Es fehlt doch noch etwas Futter und ich dache mir, es könne nicht schaden nach dem Stress den die Behandlung verursachte. Volk Nr 2, welches unmittelbar daneben steht, fütterte ich nicht. Da sind schon einige Kilogramm Futter eingetragen und ich möchte es mit dem Volk Nr 1 gleich ziehen.

Nachdem ich eine Stunde später, es herrschte schönes sonniges Wetter mit rund 27 Grad, beim Volk vorbei schaute, stellte ich genau bei diesem Volk einen sehr starken Flugbetrieb fest. Alle anderen drei Völker verhielten sich relativ ruhig und unauffällig. Da kam mir plötzlich in den Sinn: Geht da vielleicht eine Räuberei gerade über die Bühne? Mit diesem Gedanke begann ich in meinen Büchern nachzulesen und mich im Internet zu informieren.

Was ist Räuberei?

Von einer Räuberei spricht man dann, wenn ein stärkeres Volk während der Tracht freien Zeit ein anderes schwächeres Volk um seine Vorräte bringt. Es liegt in der Natur der Sache: Schwächere Völker müssen den stärkeren Völkern weichen wenn Futtermangel herrscht. Nur so können die stärksten Völker auch überleben. Meist geht dadurch das schwache Volk zu Grunde und verhungert, oder es bettelt sich bei anderen Völkern ein und gibt den eigenen Stock auf. Ist eine Räuberei mal im Gange, kann sie kaum oder nur schwer gestoppt werden.

Vermeiden der Räuberei nach dem Abschleudern

Nach dem Abschleudern ist auch meist die Tracht vorbei und die Bienen finden nur mehr wenig Nektar zum Honigeinlagern. Passt der Imker beim Abräumen der Beuten nicht auf, kann es schon mal vorkommen, dass Nachbarvölker die Gelegenheit nutzen und über die abgeräumten Völker herfallen und sich auch den restlichen Honig holen. Es ist daher besonders wichtig hier einige Grundregeln einzuhalten.

  • Auf keinen Fall dürfen die Waben im Freien für die Bienen zum ausschlecken aufgestellt werden. Sie sollten zum Ausschlecken und reparieren über die Völker aufgesetzt werden. Entdeckelungsgeschirr, Schleuder und Siebe dürfen niemals im Freien stehen.
  • Vorsicht mit honigfeuchten Waben: Diese sind besonders gefährdet und Bienen sind verrückt darauf. Niemals tagsüber in die Völker zurück hängen. Bekommen es die Nachbarvölker mit, ist es schon geschehen und das Volk wird Opfer der Räuberei.
  • Besser ist es Abends die Ernte der Honigwaben vorzunehmen. Man sagt zwar die Honigwaben sollen am Morgen eingesammelt werden, da ist der Honig schon getrocknet und kein frischer neu eingetragen, aber honigt es gerade nicht, ist der Honig auch am Abend trocken genug.
  • Zügig die Waben entnehmen, sonst stürzen sich die Bienen auf die frisch duftenden Waben. Kommt schon während des Abräumens eine Räuberei in Gang, rasch mit dem Abräumen fertig werden. Passiert dies eben in den Abendstunden, so wird die Räuberei durch die Dunkelheit unterbrochen und die Völker beruhigen während der Nacht von alleine.

Räuberei beim Füttern vermeiden

Oft kommt es vor, dass eben beim Auffüttern der Völker eine Räuberei entsteht. Da ist es unerheblich ob alle Völker gleichzeitig gefüttert werden oder nur einige wenige. Verhindert werden kann sie nur dann, wenn folgende Regeln eingehalten werden:

  • Wichtig ist es sauber zu arbeiten. Schüttet man irrtümlich flüssiges Zuckerwasser oder Futter aus, muss dies rasch mit Wasser stark verdünnt werden, um nicht andere Völker darauf aufmerksam zu machen.
  • Die beste Tageszeit für die Auffütterrung ist der Abend, wenn die meisten Flugbienen bereits zurück im Volk sind.
  • Während der Fütterung ist es ratsam das Flugloch einzuengen um auch etwas schwächeren Völkern die Möglichkeit zu geben die Beute besser verteidigen zu können.
  • Verwendetes Futtergeschirr wie Kanister, Flaschen oder andere Behälter sollten abgedichtet und verschlossen sein. Niemals das Flüssigfutter in Kübeln offen transportieren. Auch aufgesetzte Futterzargen dürften durch undichte Stellen keine zusätzlichen Einfluglöcher aufweisen.
  • Futtersirup statt Zuckerwasser oder Honigwasser ist besser. Er duftet weniger. Wird Futterteig verwendet, gibt es kaum Räuberei.
  • Ableger werden meist flüssig gefüttert. Daher ist es hier besonders wichtig sie abseits aufzustellen und das Flugloch auf das notwendigste einzuschränken.

Woran erkenne ich nun ob ein Volk gerade ausgeraubt wird?

  • So wie in meinem Fall herrscht sehr starker Flugbetrieb vor dem Flugloch. Hecktischer Betrieb und Kämpfe am Flugloch sind zu beobachten. Meist wurden jedoch bereits vor allem bei schwachen Völkern die Wächterrinnen überrannt.
  • Fluglöcher sind oft mit Honig verschmiert
  • Wachskrümel im Boden und Verdeckelungswachs auf dem Anflugbrett sind ein typisches Zeichen.
  • Starke Gewichstreduktion der Beuten als Zeichen dass die Vorräte zu Ende gehen
  • Öffnet man den Beutendeckel,fliegen die Räuberbienen hektisch auf, was untypisch für die Bienen ansonst ist.

Wie kann man nun eine Räuberei unterbinden?

Die rasche Reaktion ist besonders wichtig. Ausgeraubte Völker sind ansonsten dem Hungertod geweiht und geben in der Regel ihre Beute auf. Die wichtigsten Sofortmaßnahmen sind daher:

  • Völker die gerade ausgeraubt werden wegstellen. Das Volk kann nur gerettet werden, indem man es aus dem Flugradius des Räuberischen Volks entfernt. Es muss daher mehr als 3 Kilometer entfernt aufgestellt werden.
  • Am alten Standort muss eine leere Beute ohne Rähmchen aufgestellt werden. Nur so können auch die Nachbarvölker geschützt werden. Tut man dies nicht, entsteht ein Dominoeffekt und die Räuber greifen das nächste Volk an. Eine leere Beute wird jedoch von den Bienen weiter angeflogen und sie erkennen bald, dass hier nichts mehr zu holen gibt. Die Lage beruhigt sich danach von selber.
  • Vorbeugen kann man auch mit kleineren Plätzen. Mehrere Plätze mit wenigen Völkern ist oft besser als viele Völker auf einem großen Platz.

Nachdem ich nun meine neu gewonnenen Erkenntnisse abgewogen hatte, war ich davon überzeugt, dass keine Räuberei im Gange war. Ein Blick auf die Stockwaage bestätigte mir auch diese Erkenntnis. Warum konnte ich jedoch trotzdem so einen regen Flugbetrieb wahrnehmen? Dafür gibt es eine ganz einfache Erklärung: Nachdem ich das Futter direkt in die Futtertasche gefüllt hatte und die erste Biene dies erkannten, verständigte sie über den Schwänzeltanz alle übrigen im Stock. Die Information lautete: In unmittelbarer Nähe unserer Beute gibt es große Mengen an Futter. Daraufhin machten sich die Sammlerinnen auf den Weg und suchten die Nähe der Beute ab. Nachdem sie jedoch außerhalb des Stocks nicht fündig wurden flogen sie nur hektisch rund um die Beute herum und suchten weiter nach dem Futter. Es dauert einige Stunden bis die Bienen verstanden haben, dass das Futter ja bereits in der Beute sich befindet und lediglich umgetragen werden muss. Am späteren Nachmittag war dann auch der Spuck wieder vorbei.

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Erkenntnisse aus der Varroabehandlung

Nach drei Tagen Varroabehandlung mit Ameisensäure kontrolliere ich meine beiden großen Ableger. Aufgrund der schlechten Witterung und den ersten doch sehr kalten Nächten, konnte die Ameisensäure nicht zu 100% verdunsten. Im Volk 1 waren 40 ml und im Volk 2 50 ml von insgesamt je 150ml nicht verdunstet. Da die Behandlung bereits mehr als 72 Stunden gedauert hat, entschloss ich kurzfristig die Behandlung abzubrechen. Ich wollte nicht länger die Bienen der Belastung durch die Säure aussetzen. Da es sich ja nicht um ein großes Wirtschaftsvolk handelt, sollten eigentlich gut 100 ml über einen Zeitraum von drei Tage ausgereicht haben.

Kontrollwindel der Varroabehandlung

Ein Blick auf die Windel zeigt mir, dass die Behandlung durchaus erfolgreich gewesen ist. Ich wollte zwar kurz mit dem Zählen beginnen, habe aber erkannt, dass es zu viele wären. Da nur die Varroen gefallen sind, die auf den Bienen gesessen haben und die Behandlung auch in die verdeckelte Brut wirkt, muss ich nun rund drei Wochen warten, um neuerlich eine Kontrolle mit der Windel durchführen zu können. Sollte dann noch immer der Totenfall zu hoch sein, von dem ich jedoch nicht ausgehe, kann ich noch immer nachbehandeln. Ich denke jedoch, dass dies nicht notwendig sein wird.

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Kontrolle der Varroabekämpfung

Während der Behandlung mit Ameisensäure ist es wichtig täglich einen Blick in das Bienenvolk zu machen. So kann rasch die Verträglichkeit geprüft und unnötiger Ausfall von Völkern während der Behandlung verhindert werden. Begonnen habe ich mit der Behandlung am Freitag den 4.9. bei ca 25 Grad Celsius und sonnigem Wetter. Während der Behandlung sollte es nicht zu heiß und auch nicht zu kalt sein, damit die Ameisensäure gleichmäßig verdunsten kann. Die 150ml sollten innerhalb von drei Tragen vollständig verdunsten um ein optimales Ergebnis zu erzielen. Werden die Rahmenbedingungen eingehalten, ist sie für die Bienen ohne besondere Komplikation gut zu vertragen.

Die Kontrolle am Samstag Morgen hat keine besonderen Auffälligkeiten gezeigt. Ein Blick von oben durch die Abdeckfolie hat mir gezeigt, dass die Säure langsam verdunstet. Rund 50 – 80ml waren bereits verdunstet. Tagsüber erreichte die Tageshöchsttemperatur 28 Grad. Es war wohl auch der letzte wirklich heiße Sommertag. Bei diesen Temperaturen erkennt man auch am Flugloch, dass mehr Ameisensäure verdunstet und die Bienen damit kämpfen sie aus der Beute zu bekommen. In zwei bis drei Reihen fächeln sie eifrig mit den Flügeln. Auch ist ein stärkeres brummen im Stock selber zu hören.

Starker Betrieb während der Behandlung am Flugloch.

Von Samstag auf Sonntag hat es in der Nacht stark zu regnen begonnen. Bei der morgentlichen Kontrolle habe ich einige verendete Bienen am Flugloch des Volk 1 vorgefunden. Ob das mit der Behandlung zu tun hat oder ob mit der Witterung kann ich jetzt nicht genau sagen. Klar ist jedoch, dass während der Umstellung auf die Winterbiene der Totenfall um einiges höher ist. Ich werde es weiter beobachten. Den Samstag über hat die Verdunstung der Säure gut funktioniert und es sind nur mehr wenige Milliliter im Liebig Verdunster zu erkennen. Montag Nachmittag ist ohnedies das Ende für die Behandlung geplant und bis dort hin sollte auch der Rest auch trotz schlechtem Wetter verdunstet sein.

Sonstige Beobachtungen

Am Wasserspender zwischen den Bienenvölkern konnte ich relativ viel Betrieb erkennen. In der Vergangenheit hatte ich noch nie so viele Bienen gleichzeitig angetroffen wie an diesem Samstag. Ob dies nun mit den Temperaturen zu tun hat oder auch mit der Varroabehandlung?

Auf alle Fälle ist es schön zu sehen, dass die Bienen die Wasserstelle angenommen haben.

Die Wasserstelle wurde sehr gut angenommen.
Bienchen beim Wassertrinken

Auch bei den beiden Kunstschwärmen war aufgrund des schönen Wetters sehr starker Flugbetrieb. Vor einigen Wochen habe ich mir noch gedacht, dass sich die Völker nur schleppend entwickeln. Sieht man sich jedoch das Video an, so ist doch eine Menge los und ich glaube auch bei diesen habe ich die Vorbereitung auf den Winter ganz gut geschafft.

Starker Flugbetrieb auch bei den Kunstschwärmen.
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Varroabekämpfung

Dieses Wochenende war es Zeit für die Varroabehandlung. Rund 20 bis 25 Grad waren die idealen Temperatur, um die großen Ablegervölker, aus denen in der Zwischenzeit stattliche Wirtschaftsvölker geworden sind, mit einer 85%iger Ameisensäure zu behandeln.

Liebig Verdunster zum verdunsten von Ameisensäure auf den Rähmchen aufgesetzt.

Bei der Behandlung wird die 85%ige Ameisensäure über einen aufgesetzten Behälter auf ein Tochtpapier ganz langsam aufgetropft, so dass je nach Temperatur 150 ml Säure rund drei Tage benötigt im Bienenstock zu verdunsten. Die Bienen versuchen die sehr scharf riechende Säure durch Luftzirkulation mit den Flügeln aus dem Stock zu fächern. Die Ameisensäure lässt die Varroa-Milbe auf den Bienen und in den auch Zellen der Waben absterben.

Damit die gesamte Ameisensäure im Bienenstock verdunstet, habe ich eine leere Zarge aufgesetzt und den Dispenser darin direkt auf die Waben gestellt. Zusätzlich wird der Diagnoseboden in den Boden der Beute eingeschoben. Durch den eingeschobenen Boden wird zusätzlich ein zu rasches Ausströmen des Säuredunst aus dem Stock verhindert.

Liebig Verdunster

Bei der Anwendung ist es besonders wichtig säurefeste Schutzhandschuhe und eine Schutzbrille zu tragen. Selbst kleine Tropfen direkt auf der Haut verursachen sofort Verätzungen. Gelangen kleinste Tropfen in die Augen, kann das verheerende Folgen nach sich ziehen. Aus Sicherheitsgründen sollte auch beim Hantieren immer eine große Menge Wasser parat stehen, um im Ernstfall sofort die Haut abwaschen zu können.

Wie viel Säure bei welcher Zarge verwendet werden muss, steht direkt auf dem Tochtpapier. Ebenso wird genau beschrieben auf welche Größe das Tochtpapier bei welcher Temperatur verkleinert werden muss. In meinem Fall, blieb die Papiergröße unverändert und bei Völkern die auf zwei Zargen sitzen, sind 150ml zu verdunsten.

Wichtig ist es die erste Zeit der Behandlung die Völker zu beobachten um auffällige Verhalten rasch zu erkennen. Verlassen die Bienen in großen Mengen den Bienenstock, muss die Behandlung abgebrochen werden. Grund dafür ist oft zu rasch verdunstete Säure aufgrund zu hoher Temperaturen im inneren der Beute. Richtig wurde behandelt wenn die Säure spätestens nach 3 Tagen restlos verdunstet ist. Auch zu erkennen ist der Erfolg auf der eingeschobenen Windel. Dort sollten je nach Befallstärke eine größere Menge Varroen zu sehen sein. Nach den drei Tagen wird die aufgesetzte Zarge wieder abgenommen und die Windel entnommen. Der Erfolg sollte drei Wochen später durch eine neuerliche Diagnose mit der Windel durchgeführt werden. Fallen nach wie vor zu viele Varroen, ist die Behandlung zu wiederholen.

In welcher Zeit wie viele Varroa-Milben bei welchen Völkern fallen dürfen, habe ich Euch bereits in einem eigenen Beitrag im Menü zusammen gefasst.

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