Auch Ableger können schwärmen!

In den letzten Jahren habe ich ja immer wieder über die einfachste Methode Völker zu vermehren berichtet. Mit einem oder zwei gut besetzten Bruträhmchen kann jede Imkerin oder Imker auf einfache Art und Weise ein Jungvolk bilden. Wer dies genauer nachlesen möchte, kann dies hier tun.

Das Jahr 2024 hat ja für die Bienen sehr zeitig begonnen, den wir hatten im April wieder einen Negativrekord in Bezug auf die Temperaturen verzeichnet. Es war der wärmste April seit es Aufzeichnungen gibt. Das bewegte auch die Natur sehr rasch dazu durchzustarten, nur die Bienen hatten noch nicht das Personal für das Nektarsammeln aufbauen können, wie sie es gerne hätten. So viel die Frühtracht in vielen Gebieten sehr spärlich aus und alle warten auf die Waldtracht mit Akazie und Linde. Rund um den 26. April kam dann der Wintereinbruch und wir hatten beinahe -3° C verzeichnet. Damit war auch endgültig das Ende der Obsternte besiegelt. So gut wie alle Marillen, Wallnüsse, Feigen, Kiwi usw. waren kaputt. Die bereits sehr stark ausgeprägten Früchte sind einfach am Baum erfroren. Nur neben der Donau in der Wachau kamen die Landwirte mit einem blauen Auge davon. Dort hielten sich die Schäden in in vielen Obstplantagen in Grenzen.

durch Frost zerstörte Marillen

Aber zurück zum eigentlichen Thema. Jungvölker sollten erstmalig nach dem ersten Drohnenrahmenschnitt gebildet werden. Sie dienen nicht nur um Völker zu vermehren, sondern auch dazu, um den Schwarmdruck aus den Völkern zu nehmen. Ich wählte dafür das Wochenende um den 27. April. Es war also jenes Wochenende wo wir zuvor den starken Frost hatten. Da ich sicherstellen wollte, dass auch genügend Pflegepersonal mit der Brut in die Ablegerkisten wandert, nahm ich neben zwei Bruträhmchen mit jüngster Brut auch noch etwas Bienenmasse abgeschüttelt vom Drohnenrahmen mit in den Ableger. Sie sollten ja genug Personal für das Wärmen der Brut haben.

Ablergervolk gebildet aus zwei Brutwaben, einer Mittelwand und einem Futterrähmchen

Wie sich jedoch dieses Wochenende herausstelle, war das vielleicht von mir etwas übertrieben. Ich war zufällig am Bienenstand in Arnsdorf in der Wachau und hatte gerade mit der Motorsense die Wiese gemäht. Nachdem ich damit fertig war, stand ich bei meinen Völkern um sie etwas zu beobachten, bevor ich wieder die Heimreise nach getaner Arbeit antrat. Dabei stellte ich fest, dass gegen 11:00 Uhr bei schönstem Wetter doch sehr reges Treiben am Flugloch bei einem meiner Völker zu beobachten war. Im ersten Moment dachte ich mir nichts besonderes dabei, denn bei diesem Wetter war es für mich verständlich, dass die Bienen eifrig am Sammeln sind. Plötzlich wurde die herausströmende Bienenmasse immer mehr, um nicht zu sagen, sie quillten regelrecht beim kleinen Flugloch heraus. Im ersten Moment dachte ich mir, dass wären vielleicht Begleitbienen die mit der Königin auf Hochzeitsflug gehen würden. Der Zeitpunkt und die Witterung war ja für einen Hochzeitsflug optimal gewesen. Tatsächlich handelte es sich jedoch um einen kleinen Ablegerschwarm einer frisch geschlüpften „zweiten Königin“.

Ein Ablegervolk schwärmt mit seiner Jungkönigin aus

Was war da nun passiert?

Leser meines Bienenblock werden ja sicherlich die Berechnungstabelle zur Ablegerbildung kennen (siehe Menü oben). Trägt man in dieser Tabelle den 27.4.2024 als Erstellungsdatum ein, so sieht man, dass am Samstag den 11.5.2024 der Zeitpunkt gekommen ist, wo der Schlupf der Königin prognostiziert werden kann. Herrscht schlechte Witterung zum Zeitpunkt des vor berechneten Zeitpunktes, kann sich dies einige Tage hinauszögern. Die Königinnen bleiben solange in ihrer Zelle und warten den richtigen Zeitpunkt ab, bevor sie den Zelldeckel aufbrechen.

Grundsätzlich ist es ja in einem Ableger so, dass die erste schlüpfende Königin das Recht hat, alle übrigen noch in ihren Zellen abzustechen. Erkennen kann man dies an der Art und Weise wie die übrigbleibenden „Weiselzellen“ auf der Wabe von der Imkerin oder dem Imker vorgefunden werden können, bevor diese endgültig von den Arbeiterinnen abgetragen werden. Sie sind auf der Seite aufgebissen und werden von den Arbeiterinnen ausgeräumt. Schlüpft eine Königin normal, so ist bei dieser Weiselzelle der Zelldeckel sauber geöffnet.

Ist nun in einem Wirtschaftsvolk die Bienenmasse extrem groß, schwärmt nicht nur die Altkönigin vor dem Schlupf der ersten Jungkönigin, sondern auch die eine oder andere noch unbegattete Jungkönigin. Dieser Nachscharm wird auch in der Imkerfachsprache auch als Singerschwarm bezeichnet. Dies geschieht auch meist wenn es während des prognostizierten Königinnenschlupf zu temperaturbedingten Verzögerungen kommt. Meist schlüpfen dann alle Königinnen gleichzeitig und es gelingt der ersten geschlüpften Königin nicht rechtzeitig die anderen abzustechen.

Gleiches gilt natürlich auch für einen zu gut gebildeten Bienenableger. Sind zu viele Bienen in der Ablegerkiste und vernachlässigt der Imker die Erweiterung, so kann es schon vorkommen, dass durch zu stark eingetragene Tracht zu wenig Platz in der Kiste herrscht und eine der neu geschlüpften Königinnen mit einem Teil des Volkes in Form eines Schwarm (Singerschwarm) abgeht. Zurück bleibt eine andere Königin die nun einige Tage später den Hochzeitsflug absolviert und mit der Volksbildung fortsetzt.

So ist es leider auch bei mir geschehen und ich hatte das Glück durch reinen Zufall Zeuge dieses Schauspiels zu sein. Dieses Schauspiel zeigt wieder einmal, dass man auch nach einigen Jahren Imkerei nicht auslernt und immer wieder neue Erfahrungen sammelt. Daher mein Rat: Es reicht, so wie von Dr. Pia Aumeier und Dr. Gerhard Liebig auch immer wieder erklärt wird, mit einer einzigen zu sechs bis sieben Achtel besetzten Brutwabe einen Ableger zu bilden. Herrschen noch kalte Temperaturen im April sollte man nur eine weitere Wabe in den Ableger abschütteln, um das Wärmen der Brut zu unterstützen. Diese Bienen würden dann jedoch nicht mehr schwärmen, da sie aufgrund ihres Alters ohnedies schön langsam vom Volk, vor dem Schlupf der neuen Arbeiterinnen abgehen.

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Später Wintereinbruch

Nachdem nach Ostern die ersten Bienenschwärme gesichtet werden konnten, kam es am Dienstag den 16. April 2024 zum überraschenden Wintereinbruch der auch einige Tage andauern sollte. Während einer Dienstreise nach Kärnten an den Wörthersee begann es stark zu regnen und in kurzer Zeit vielen die Temperatur in den einstelligen Bereich. Am späten Nachmittag viel auch dann der erste Schnee und führte dazu, dass die Landschaft in eine grünweiße Mischung getauscht wurde.

Verspäteter Wintereinbruch am Wörthersee

Die Natur stand ja in Vollblüte und das Laub auf den Bäumen war ja bereits vollständig ausgebildet. Die Temperaturen pendelten sich um die 0° C ein und dies führte dazu, dass der Schnee auch bis zum nächsten Tag liegen geblieben ist.

Auch in den Tagen danach stieg das Thermometer kaum in den zweistelligen Bereich und am 22.April hatte es in den Nachstunden bei mir an den Bienenständen -2.9° C laut Wetterstation.

am 22. April wurde der Tiefstwert von -2.9°C gemessen

Auch in der Woche davor zeigt die Temperaturkurve kaum Werte über 10° C.

Auch dieser späte Wintereinbruch in Kombination mit der Vollblüte der Natur wird sich im Honigertrag vermutlich niederschlagen. Dies zeigte auch mein erster Blick in die Honigräume. Nur in ganz wenigen Völkern findet man auf den Honigwaben die ersten verdeckelten Zellen. In gewöhnlichen Jahren trägt ein starkes Volk bei Volltracht in der Natur ca. 5 bis 7 kg Nektar täglich ein. In diesem Jahr zeigt die Stockwaage wenn überhaupt nur sehr geringen Eintrag der oft in den Nächten zur Gänze wieder aufgebraucht wird. Wen verwundert es, auch die Bienen müssen die Bienentraube heizen um nicht die sehr starken Brutbretter zu verlieren.

Hier zwei Verläufe des Gewichts in der aktuellen Woche. Anstatt dass Nektar eingetragen wird um diese Jahreszeit, wird überraschend viel Honig wieder für das Heizen im Volk verbraucht.

Beachtlich ist auch die Entwicklung in der Natur selber. In unmittelbarer Nähe einer meiner Bienenstände befindet sich eine große Marillenbaumkultur mit mehreren 1000 Obstbäumen. Das Foto unten zeigt wie groß in der Zwischenzeit die Marillen geworden sind.

Marillen weisen bereits einen Durchmesser von ca. 3 cm auf

Diese Bilder wurden am 21. April 2024 angefertigt. Leider gibt es für den Vergleichszeitraum 2023 kein Bild, denn auch im letzten Jahr hat der Frost die Marillenernte stark in Mitleidenschaft gezogen. Der Unterschied lag rein darin, dass der Frost noch während der Blütezeit einsetzte und so alles vernichtete. Jene Obstbäume die etwas später blühen (Kirsche, Apfel, Birne) blühten erst etwas später.

Es ist schon eine sehr verrückte Zeit in der wir leben und es wird spannend werden zu beobachten wie sich dies noch entwickeln wird.

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Der erste Bienenschwarm

Am 13. März habe ich ja in meinem Blogbeitrag davon berichtet, dass das Frühjahr ins Land gezogen ist und bereits alles zu blühen begonnen hat. In den Tagen und Wochen danach hatten wir ja die ersten Temperaturrekorde verzeichnen können und so wurde auch der erste 30° C Wert gemessen. Wer die Natur so beobachtet braucht keinen wissenschaftlichen Beweis mehr, der Klimawandel ist längst allgegenwertig.

Diese bereitet leider auch uns Imker große Probleme. So zeitig in der Saison steht plötzlich die Natur in Vollblüte. Nicht das nun die Landwirte um ihre Obsternte fürchten müssen, die Wachauer Marillen Bauern können ja in den letzten Jahren ein Lied davon singen, nein auch wir Imker haben so unsere liebe Not damit. Die Natur steht in Vollblüte nur die Völker konnten noch nicht die volle Volksstärke heranbilden und so gibt es viel zu wenig Personal bei den Bienen die nun die in Massen vorhandene Tracht einbringen können. Dies wird sich sehr deutlich in die heurige Honigernte niederschlagen. Aber nicht nur die Honigernte ist dadurch betroffen, nein auch die ersten Bienenschwärme sind bereits abgegangen.

So war auch ich dieses Jahr sehr zeitig davon betroffen. Bevor ich noch mit der Schwarmkontrolle begonnen hatte, hing schon der erste Schwarm auf Nachbars Kirschbaum. Ich dachte mir damals, so zeitig im April geht niemals ein Schwarm ab. Ich hatte ja schon den ersten Blick in so manches Volk getätigt und festgestellt, dass zwar die Brutbretter sehr stark ausgeprägt waren, aber die Bienenmasse noch überschaubar war.

großflächige Brutbretter mit sehr geringer Bienenmasse

So geschah es am 8. April 2024 dennoch und der erste Schwarm ging ab. Trotz intensiver Ursachenforschung konnte ich nicht zu 100% den Auslöser finden. Aufgrund der geringen Flugfrequenz in den Tagen danach konnte ich das Volk identifizieren und fand auch entsprechend Schwarmzellen am Rand des Brutnestes. Mein Verdacht geht in die Richtung, dass dieses Volk extrem stark ausgewintert hatte und durch die starke Tracht das Brutnest verhonigte. So saß zu viel Personal auf zu geringem Platzangebot für die Brut und das Volk beschloss kurzerhand sich ein neues Quartier zu suchen. Vielleicht war auch der Fehler, dass erst die Tage zuvor der Honigraum von mir aufgesetzt wurde.

der erste Bienenschwarm 2024

Bei allen übrigen Völkern konnte ich keine Anzeichen eines Schwarmtriebes feststellen und das blieb so auch in den beiden Wochen danach. Wir werden sehen, wie sich das nun weiterentwickeln wird.

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Saisonauftakt 2024

Es ist ja längst kein Geheimnis mehr, das Frühjahr hat Einzug gehalten. Seit einigen Wochen fliegen die Bienen sehr intensiv und tragen Unmengen von Pollen ein und wie es aussieht habe ich es auch diesen Winter geschafft alle Bienenvölker erfolgreich durch den Winter zu führen. Jetzt ist es auch Zeit die Mäusegitter vor den Fluglöchern zu entfernen um den Bienen das Leben zu erleichtern.

Nun gilt es auch ein Auge auf das Winterfutter zu werfen. Die Nächte sind durchaus noch sehr kalt und der eine oder andere Frost kann nicht ausgeschlossen werden. Durch die stark zunehmende Bruttätigkeit, steigt auch der Verbrauch des notwendigen Heizmaterials. Je Woche können da schon mal schnell 1,5 bis 2 kg Futter von den Bienen verbraucht werden. Das bedeutet bis in den Mai sollten doch noch 12 bis 15 kg Winterfutter in den Völkern vorhanden sein. Ich empfehle mal grob die Völker durchzuschauen und Notizen über den Futtervorrat anzufertigen. Wichtig ist es das leichteste Volk zu finden und anhand dessen Gewicht in den kommenden Wochen sich einen Überblick zu verschaffen. Ebenso macht es Sinn sich jene Völker zu notieren, wo sehr viel Futter noch eingelagert ist. So kann rasch und unkompliziert bei festgestelltem Futtermangel das eine oder andere Rähmchen umgehängt werden. So wird sichergestellt, dass alle Völker es auch in den letzten Wochen schaffen stark aus dem Winter in das Frühjahr zu starten.

Noch ist etwas Zeit für die Imkerin oder den Imker sich auf die nächste Saison vorzubereiten. Ich habe in den letzten Jahren genügend Beiträge geschrieben, was jetzt genau für Arbeiten anstehen und möchte daher hier nur mehr einige kurze Stichworte als Erinnerung nennen. Jeder sollte sicherstellen, dass die Honigräume und Absperrgitter bereitstehen. Zur Kirschblüte ist es ja soweit und die Honigräume gehören aufgesetzt. Wer auch zur Schwarmvermeidung Jungvölker bilden möchte, sollte auch sicherstellen, dass ausreichend Zargen und Mittelwände zur Bereitliegen stehen.

Auch die umliegenden Obstplantaschen haben bereits in der ersten Märzwoche 2024 zu blühen begonnen. Das nächste Video zeigt die voll aufgeblühte Marillenblüte bei uns in der Wachau.

Wenn auch noch nicht in allen Obstgärten die Blüte voll eingesetzt hat, sie steht unmittelbar bevor und alle Marillenbauern hoffen dass wenigsten dieses Jahr eine Marillenernte ermöglicht wird und nicht der Frost wieder die Ernte zu Nichte macht.

Viele Imkerkollegen empfehlen jetzt auch, die Böden der Völker zu reinigen oder gegen gereinigte auszutauschen. Meine Völker führe ich auf der Hohenheimer Einfachbeute mit einem offenen Gitterboden. Dieser ist das gesamte Jahr offen und das Gitter ist auf selber Höhe wie das Flugloch. Die Bienen schaffen es dadurch selber die Böden absolut sauber zu halten. Ich konnte bei der Entfernung keine einzige tote Biene am Gitterboden finden. Ich konnte auch bei den ersten Flugtagen auch sehr genau beobachten, meine Völker können ja mittels Livestream im Internet beobachtet werden, wie die Arbeiterinnen tote Bienen bei den Fluglöchern hinausgeschafft haben, um die Gefahr von Krankheiten zu minimieren.

Hier abschließend noch einige Bilder der wunderschönen Mariellenblüte in der Wachau.

Schön zu sehen das Pollenhöschen an den Beinen der Biene
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Fragen die oft gestellt werden

Ich möchte wieder einmal die Gelegenheit nützen und einige mir gestellte Fragen hier zusammenfassen.

Was ist die optimale Lagertemperatur um Honig zu lagern?
Am besten wäre es den Honig einzufrieren. Aber die optimale Temperatur ist 15° C in einem dunklen nicht feuchten Raum. Gegebenenfalls können die Eimer noch mit einer Frischhaltefolie abdeckt werden, bevor man den Deckel für die Lagerung schließt.
Wie kann man Futterwaben lagern?

Die einfachste Methode ist die Futterwaben den Bienen zu lassen. Wer jedoch für Ableger beim Auffüttern Futterwaben produziert hat, sollte diese kühl unter 15 Grad lagern. Es dürfen aber nur verdeckelte und vor allem unbebrütete gelagert werden. Ansonsten  schlägt die Wachsmotte zu.

Muss man die Bienen besonders wärmedemmen?

Am erster Tag Anfängerkurz nach lernen wird nach bereits 15 Minuten:

Die Bienen heizen nur die Traube und nicht die Kiste. Offener Boden und keine Diagnosewindel eingeschoben, ist im Winter der richtige Weg. Ist die Windel eingeschoben, bildet sich Kondenswasser und die Waben und Kiste beginnen zu gammeln.

Bei der Hohenheimer Einfachbeute ist dies nicht notwendig.

Ab wann wird im Frühjahr begonnen Völker zu schröpfen?

Ab dem Zeitpunkt, wo der Drohnenrahmen ausgebaut und verdecket wurde, wird eine Woche nachdem der erste geschnitten wurde, mit dem Schröpfen begonnen. Abwechselnd wird dann Drohnenrahmen geschnitten und eine Woche später eine Brutwabe geschröpft. Dies hält man solange bei, bis der Schwarmtrieb nachlässt. Dies ist meist nach der Sommersonnenwende. Möglicherweise ein paar Wochen darüber hinaus. Zieht man nur eine Wabe als Brutwabe, dann hat man auch kaum Honigverlust.

Gibt es eine Daumenregel wie viel Futter bei Völkern auf einer Zarge und zwei Zargen benötigt wird?

Jeder Imker sollte über die Jahre hinweg genaue Aufzeichnungen führen, wie viel Futter im Winter seine Völker verbrauchen. Jede Region ist unterschiedlich und so weicht auch der Futterverbrauch ab.

Bei der Futterkontrolle wird man das leichteste Volk besser kontrollieren müssen. Kontrollieren heißt aber auch genau arbeiten. Pia Aumeier hat dafür einen guten Spruch: „Wissenschaftlich arbeiten!“ Das bedeutet eine Aussage tätigen und dann diese Aussage auch zu beweisen. Also zum Beispiel zuerst zu schätzen und dann wirklich das Volk durchschauen und schätzen. Dann wird diese Aussage bestätigt oder widerlegt. Irgendwann prägt sich dann das Gefühl für das Gewicht ein und man braucht nicht mehr genau nachschauen.

Für Einzarger sollten 23 bis 24 kg und im Frühjahr 11 bis 12 kg im Volk sein.

Beim Zweizarger sollten es 30 bis 33 kg im Frühjahr gewogen werden. Es wird aber empfohlen beide Seite zu wägen, da oft das Brutnest unterschiedlich sitzt.

Bei den Gewichtsangaben handelt es sich aber um das Gewicht der gesamten Beute. Daher ist es wichtig das Referenzgewicht zu kennen und aus welchem Holz die Beuten gefertigt wurden. Handelt es sich um Fichtenholz, so müssen die Völker wesentlich mehr wiegen.

Wieviel Futter braucht ein Volk für den Winter?

Hier muss man unterscheiden ob es sich um ein Wirtschaftsvolk oder ein Jungvolk handelt.

Je nach Standort sollten die Jungvölker mit insgesamt folgenden Futtermengen versorgt sein: an wärmeren Standorten (also in meinem Fall) ca. 6 gefüllte Zanderwaben (=12 kg fertiges Winterfutter in den Waben), bis zu 9 gefüllte Zanderwaben (=18 kg) bei kühleren Standorten (zB höheren Lagen oder in Gebirgstälern).

Damit diese Winterfuttermenge erreicht werden kann, müssen etwas 10 kg Reinzucker oder 14 kg bzw. 10 Liter Apiinvert oder Weizenstärkesirup an warmen, bzw. 15 kg Reinzucker oder 21 kg bzw. 15 Liter Apiinvert oder Weizenstärkesirup an kühlen Standorten eingefüttert werden.

Bei großen Wirtschaftsvölkern die auf mindestens zwei Zargen sitzen sollten mindestens 16 kg Futter in den Waben eingelagert sein, bei kälteren Standorten entsprechend angepasst mehr.

Kann man eigentlich zu viel Füttern?

Ja auch das ist möglich. Die Bienen tragen solange ein bis alles voll ist. Erst dann hören sie auf. Futter hat bei den Bienen Vorrang vor der Brut. Dadurch wird das Brutnest extrem eng. Futter ist auch eine Kältebrücke und sie schaffen es dann auch nicht mehr, die Traube zu heizen, weil durch die 2 cm starke Wabe links und rechts Futter nicht mehr ausreichend geheizt werden kann.

Wann sollte man den Gitterboden sauber machen?

Grundsätzlich machen die Bienen das selber. Will man den Bienen aber die Arbeit abnehmen, kann man das immer machen. Ist man an den Bienen dran, dann schüttet man einfach den Boden aus und es ist erledigt.

Aber nur dann, wenn man theoretisch auch Waben ziehen kann und das Wetter passt. Hat es zu tiefe Temperaturen, dann lässt man die Bienen in ruhe und stört sie nicht.

Soll ich ein Volk, wo ich keinen Milbenfall diagnostiziere auch eine Behandlung durchführen?

Völker die keinen Milbenfall haben, sollte man sicherheitshalber nochmals für drei Tage die Diagnose wiederholen um Fehler auszuschließen. Falls dennoch keine Milben gezählt werden können, dann braucht man nicht behandeln. Das bedeutet aber nicht, dass keine Milben drinnen sind. In der Regel hat man einen guten Start in die Saison. Oxalsäure ist aber sehr schonend für die Bienen und man kann daher auch ohne Milbendiagnose durchaus behandeln ohne damit die Bienen zu gefährden. So wird es auch empfohlen. Wichtig ist aber dass man etwas macht und das ist schon die Diagnose alleine.

Ich habe bei der Durchsicht meiner Völker vor der Oxalsäurebehandlung gesehen, dass bei einem Volk die Traube oben und beim anderen unten sitzt. Kann ich das so lassen?

Grundsätzlich ja, wo die sitzen ist egal, solange genug Futter drinnen ist. Sie wandern dem Futter hinterher. Die einen wandern nach unten und die andern nach oben. Das einzige was man im Auge behalten sollte, dass die Bienen noch genug Futter erreichbar haben. Sollte die Traube bei sehr kalten Temperaturen zu weit abreisen, sollte man die Futterwaben näher ans Brutnest hängen. Das Problem ist, man bekommt dies in der Regel nicht mit, denn man ist ja nicht mehr jede Woche am Bienenstand. Es ist auch bei starken Völker normal kein Problem. Die Bienen schaffen es dann immer an das Futter zu kommen. Nur Schwächlinge bekommen öfters ein Problem und die Traube reißt vom Futter ab.

Warum muss ich bei der Futterkranzprobe bebrütete Zellen nehmen?

Die AFB verbreitet sich vorwiegend über die Brut, denn es ist eine Brutkrankheit. Daher ist grundsätzlich nur die bebrütete Zelle befallen. Da die Bienen aber auch ständig Futter umtragen, verbreiten sie so auch die Erreger in andere Zellen.

Was sind böse Bienen?

Wenn ihr den Deckel öffnet und irrtümlich die Folie mit abnehmt und ihr habt plötzlich einen schwarzen Streifen am Körper, dann ist das Böse. Wenn nur ein paar Bienen auffliegen, dann ist das nicht böse. Das kommt auf das Wetter und sehr viele andere Umstände an.

Daher gilt: Nicht vor schlechtem Wetter an die Völker oder sehr spät am Abend gehen, wenn der Flugbetrieb bereits eingestellt ist.

Wer beginnen möchte ohne Schleier zu arbeiten, soll besonders ruhig arbeiten, keine hektischen Bewegungen machen und vielleicht zuerst bei Ablegern ohne Schleier arbeiten. Die sind generell friedlicher und mit andern Dingen beschäftigt.

Oder vielleicht zuerst ohne Handschuhe und erst später ohne Schleier.

Wann ist die beste Zeit im Winter die Bienen auf einen anderen Stand umzustellen der innerhalb des selben Flugbereiches ist?

Für diesen Fall wartet man bis es drei bis vier Wochen lange kaltes Wetter hat, damit sie nicht fliegen können. Das ist in den letzten Jahren erst nach Weihnachten gewesen. Zu Weihnachten hat es immer mal wieder warme Tage gegeben wo sie fliegen konnten. Will man die Bienen nur wenige Meter im Garten verlegen, wählt man am besten sehr kalte Temperaturen und transportiert sie ganz vorsichtig.

Müssen sie jedoch in ein Fahrzeug verladen werden, sind Temperaturen zwischen 5 und 8 Grad am besten. Denn dann schaffen es auch Bienen die aus der Traube fallen wieder zurück und erfrieren nicht.

Wer noch mehr Fragen beantwortet haben möchte, der findet diese im Menü unter FAQ.

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