Asiatische Hornisse ist in Österreich angekommen

Wie in einschlägigen Informationsmaterialien seit geraumer Zeit und ich auch an dieser Stelle bereits berichtet habe, ist die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) unter den Imkerinnen und Imkern ein aktuelle Thema. Nun ist sie auch in Österreich angekommen. Erstmals wurde sie am 9. April 2024 in der Stadt Salzburg gesichtet und auch gefangen. Nach derzeitiger Einschätzung handelte es sich aufgrund der Jahreszeit um einen Einzelfund, vermutlich einer Königin ohne etabliertes Nest.

Nachfolgend hier einige Bilder der Asiatischen Hornisse Vespa Velutina.

Asiatischen Hornisse Vespa Velutina (Quelle AGES)
Asiatischen Hornisse Vespa Velutina (Quelle AGES)
Asiatischen Hornisse Vespa Velutina (Quelle AGES)

Da die heimische Europäische Hornisse jedoch zu den geschützten Tierarten zählt ist es besonders wichtig die Asiatische Hornisse auch identifizieren zu können. Dazu hat die AGES auch eine Gegenüberstellung der beiden Hornissenarten und weiteres Informationsmaterial veröffentlich.

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Wie auch auf der AGES Seite nachzulesen ist, soll kein Tier gefangen oder getötet werden. Eine Verwechslung mit der geschützten Hornisse ist leicht möglich.

Wie dort ebenso zu lesen ist, ist der wissenschaftliche Beweis über die Auswirkungen der Asiatischen Hornisse auf die Bienenvölker in Österreich noch nicht erbracht.

Vespa velutina ist besonders für die Imker von Interesse, da sie bevorzugt soziale Hautflügler (Bienen, Wespen, Fliegen), Spinnen und Heuschrecken jagt, um ihre Brut zu versorgen. Die Frage, wie großen Schaden sie bei Bienenvölkern verursachen kann, wird unterschiedlich beurteilt. Vespa Velutina ist tagaktiv und jagt ihre Beute im Flug. Vor den Bienenstöcken lauert sie den heimkehrenden Bienen im Schwebflug auf. Bei hoher Dichte der Asiatischen Hornisse kann es zur Schwächung der Völker und sogar zu Völkerverlusten kommen. Eine Angabe besagt, dass im Spätherbst, wenn die Stärke anderer Insektenpopulationen zurückgeht, ungefähr 75 Bienen pro Tag erbeutet werden.

AGES

Weiter heißt es dort auch:

Die Asiatische Hornisse ist für gesunde Menschen genauso ungefährlich wie die heimische Hornisse, Vespa cabro (allergische Reaktionen sind möglich). Beide Arten verhalten sich friedlich und greifen Menschen normalerweise nur bei Bedrohung an. Besonders beunruhigend wirkt der geräuschvolle Flug.

AGES

Auf der Seite der AGES gibt es auch einen Download mit weiteren Informationen zur neu eingeschleppten Hornisse.

Unbeschadet aller Informationen zählt sie auf alle Fälle aktuell zum wichtigsten Stammtischthema unter den Imkerinnen und Imkern. Dadurch werden Themen wie aktuelle Winterverluste von Bienenvölkern in Österreich abgelenkt und geraten so in den Hintergrund. Es gibt zwar in Österreich noch keine konkreten ausgewertete Zahlen, die Online-Umfrage auf die ich auch hier gerne nochmals hinweisen möchte, läuft noch bis zum 20. Mai 2024. Alle Imkerinnen und Imker sind dazu eingeladen die Umfrage auszufüllen. Sie können selber damit einem wissenschaftlichen Beitrag leisten.

Quelle: http://bienenstand.at/winterverluste/

Sieht man sich aber die Zahlen aus den letzten Jahren an, liegen bis auf wenige Ausreißer die Verluste bei weit über 10%. Der langfristige Mittelwert der Wintersterblichkeit von Bienenvölkern liegt bei etwa 15%. Die genauen Jahresberichte können hier nachgelesen werden. Eine Hauptursache für die hohen Winterverluste sind zum Einen in der mangelhaften Varroabekämpfung und zum Anderen in der unzureichenden Auffütterung zu suchen. Alle anderen Effekte wie sonstige Bienenkrankheiten oder zu schwach eingewinterte Völker sind als eher unbedeutend einzuordnen.

Nun kommt jetzt aber die Asiatische Hornisse mit ins Rennen. Schnell wird ihr nun die Schuld für so manches Versagen zugeschrieben. Jene Völker die vermeintlich der Asiatischen Hornisse (zB in Frankreich, wo sie zuerst gesichtet wurde) zum Opfer gefallen sind, waren zuvor meist bereits geschwächt wegen des hohen Varroa Milbenbefalls und dadurch indirekt auch durch anderer Krankheiten (Viren). Damit ist es für die Hornisse (aber auch unserer heimischen Hornisse und der Wespe) ein leichtes den Rest des Volkes aufzuräumen. Es zählt zu den Naturgesetzen. Völker bzw. Tiere die bereits durch andere Ursachen geschwächt wurden, sind oft leichte Opfer für andere Fressfeinde.

Dennoch fühlen sich die Imkerin oder der Imker dadurch bestärkt, weil er einen vermeintlichen Schuldigen für sein eigenes Versagen gefunden hat. Da ich nicht viel von Stammtischsaga und sonstigen Ansagen – hast schon gehört – halte, sondern mehr der wissenschaftlichen Untersuchung glaube, möchte ich an dieser Stelle nicht mehr ins Detail eingehen. Auch wenn ich mir mit diesen Aussagen nicht besonders viele Freunde in der Imkerschaft machen werde, zuerst muss der Beweis wissenschaftlich erbracht werden.

Dennoch möchte ich aber darauf hinweisen, dass nun auch in Österreich für wissenschaftliche Zwecke eine Meldeplattform (Warnsystem) für die Vespa Velutina eingerichtet wurde. Ich möchte dazu einladen sich auf dieser Plattform bereits jetzt zu registrieren und etwas Zeit und Aufmerksamkeit der Asiatischen Hornisse im Rahmen der Beobachtungen am Bienenstand widmen und eigene Beobachtungen eventuell sogar mit Bildmaterial an den Ikwarndienst zu melden. Nur wenn es genügend belastbare Zahlen für die Wissenschaft gibt, können daraus auch Schlüsse gezogen und entsprechende zielführende Maßnahmen erarbeitet werden.

Ich werde weiter das Thema begleiten und gegebenenfalls darüber Euch am Laufenden halten.

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