Das A+Plus Konzept

Hat die Milbendiagnose Ende Juli einen geringen Milbenbefall ergeben, dann findet Anfang September die Hauptentmilbung statt.

Wie schon in anderen Beiträgen erwähnt, gibt es mehrere Behandlungsmethoden, um den Milbendruck in den Völkern so gering als möglich zu halten. Die schonendste Methode ist Teilen und Behandeln. Wer diese Option nicht gewählt hat, aus welchem Grund auch immer, der kann auf das A+Plus Konzept zurückgreifen. Dabei werden die Völker mit 85%iger Ameisensäure behandelt. Ameisensäure wirkt in die verdeckelte Brutzelle hinein und tötet dort die sich fortpflanzenden Milben ab. Der Nachteil der Ameisensäure ist jedoch auch, dass bei zu hoher Dosis und unsachgemäßer Anwendung auch Brutschäden möglich sind. Es ist daher notwendig für die Behandlung den richtigen Zeitpunkt zu wählen. Der ist dann gekommen, wenn laut Wetterbericht mindestens drei Tage schönes Wetter mit mehr als 20 Grad angekündigt werden. Da wir jedoch Mitten im September sind, braucht man da schon etwas Geduld und auch die entsprechende Zeit, um an den Völkern zu arbeiten. Ist es zu kalt, kann die notwendige Ameisensäure nicht verdunsten und die Behandlung wirkt nicht. Eine Verlängerung der Behandlungszeit führt jedoch zu erhöhten Brutschäden. Es hat eben nicht jeder Herbst auch einen „Altweibersommer“!

Liebig Dispenser

Für die Behandlung empfehle ich den Liebig Dispenser. Der wurde ausführlich wissenschaftlich getestet und mit ihm konnten unter allen Verdunstern die besten Ergebnisse erzielt werden. Er wurde auch nicht umsonst nach seinem Erfinder dem Bienenforscher Dr. Gerhard Liebig der Universität Hohenheim benannt, zumal er selber das A+Plus Konzept nicht mehr anwendet und schon seit Jahren ausschließlich nur mehr auf Teilen und Behandeln schwört.

Für die Behandlung werden bei einzargigen Völkern 50 ml und bei zweizargigen 100 ml Ameisensäure (85%) in einem Zeitraum von maximal drei Tagen zur Verdunstung gebracht. Verdunstet die angegebene Menge zu schnell, wird die Belastung für die Bienen und Brut zu hoch und es kommt zu Verlusten. Umgekehrt verdunstet die Säue zu langsam, bleibt der angestrebte Erfolg aus und zu viele Milben überleben.

Laut abgedruckten Angaben auf dem Tochtpapier des Dispensers, kann auch das Risiko des zu raschen Verdunstens durch verkleinern der Tochtfläche minimiert werden. Die besten Erfolge habe ich jedoch erzielen bei Temperaturen höher als 20 Grad und voller Größe des Tochtpapier.

Tochtpapier für den Liebig Dispenser

Die entsprechenden Anweisungen für die Anpassung sind direkt am Papier abgedruckt, aber aufpassen, dort findet sich auch die Anleitung für den Einsatz der 60%igen Ameisensäure (grüner Aufdruck). Die rote Seite ist die richtige. Ich empfehle nicht die 60% Ameisensäure einzusetzen. Mit dieser können nicht die optimalsten Ergebnisse erzielt werden. Diese Angaben findet man auf dem Dispenser da die 85% AS nicht in allen Ländern zugelassen ist und daher auch nicht verwendet werden darf.

Vorbereitung der Dispenser

Bewaffnet mit dem Smoker, dem Stockmeisel und den befüllten Dispensern kann die Behandlung gestartet werden. Dazu wird auf die oberste Zarge eine Leerzarge aufgesetzt. Wer ohne Futterzarge und anstelle dessen mit einem gewöhnlichen Futtergeschirr und einer Leerzarge einfüttert, ist nun deutlich im Vorteil. Aus der Leerzarge wird der Futterbehälter entnommen. Ebenso wird die Folie, auf der der Futterbehälter gestanden hat, entfernt.

Futtergeschirr und Folie sind vor der Behandlung zu entfernen.

Achtung: Darauf achten, dass nach dem Auffüllen des Dispenserbehälters auch der Verschlusstopfen wieder auf die Flasche gegeben wird. Mit diesem Stopfen wird verhindert, dass die Säure zu schnell aus der Flasche fließt und sich über die Bienenvölker vergießt.

Der Verdunster wird nun direkt auf die Rähmchen der Beute gestellt. Hier ist es auch wichtig, dass die Beute waagrecht steht. Allfällige Neigungen müssen ausgeglichen werden, ansonsten würde man Gefahr laufen, dass die Ameisensäure ausläuft und über die Waben ins Volk fließt. Damit die Verschlusskappe für den Flüssigkeitsbehälter nicht verloren geht, wird sie einfach auf den Dispenser gelegt.

Der Dispenser wird direkt auf die Oberträger der Waben gestellt.

Wenige Sekunden nachdem der Dispenser positioniert wurde, sollte man bereits die ersten Spuren der Ameisensäure auf dem Dochtpapier erkennen können. Die Ameisensäurebehandlung wurde gestartet. Die Beute wird nun mit dem Innendeckel verschlossen. Die Folie wird während der Behandlung nicht benötigt und kann unter dem Blechdeckel verstaut werden.

Wurde mit der Behandlung gestartet, sollte man sich bereits einen Tag später zumindest stichprobenartig davon überzeugen, dass die Ameisensäure auch in ausreichender Menge verdunstet ist. Ein Kontrollblick in die obere Zarge, in der man auch kaum mehr Bienen vorfinden wird, genügt. Die Bienen haben sich längst aufgrund des stechenden Geruchs der Ameisensäure in den unteren Beutenbereich zurückgezogen und es ist auch kein Smoker für diese Kontrolle mehr notwendig. Verdunstet die Säure zu wenig, muss kontrolliert werden, ob der Dispenser auch richtig aufgesetzt ist.

Liegt die Ursache bei der zu geringen Außentemperatur, besteht auch die Möglichkeit die gleiche Füllmenge auf zwei Dispenser aufzuteilen, um damit die doppelte Verdunstungsfläche zu erzielen. Dabei müssen jedoch die Witterungsverhältnisse genau beobachtet werden. Werden die Völker plötzlich starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt und steigen die Außentemperaturen rasch an, verdunstet eine zu hohe Menge an Säure und führt wiederum zu unerwünschten Brutschäden.

Am dritten Tag ist die Behandlung abgeschlossen, der Dispenser sollte leer sein und wird aus der Beute entnommen. Wurde nicht bereits zu Beginn die Kontrollwindel in den Boden eingeschoben, ist das ein guter Zeitpunkt dies nachzuholen. So kann in den kommenden beiden Wochen auch der Erfolg und die Wirkung der Behandlung kontrolliert werden. Es sollte je nach diagnostizierter Belastung eine große Menge an Milben nachzuweisen sein. Da sich viele tote Milben noch in der verdeckelten Brut befinden, müssen zuerst alle Bienen schlüpfen, damit auch die toten Milben durch den Gitterboden auf die Windel fallen können. Dies bedeutet auch, dass der Totenfall nach Abschluss der Behandlung mindestens zwei Wochen anhalten wird und erst danach eine neuerliche Falldiagnose durchgeführt werden kann. Bevor man diese jedoch startet, ist die Windel entsprechend zu säubern!

Mein Tipp: Drei Wochen nach der Behandlung sollte auf alle Fälle eine neuerliche Überprüfung des natürlichen Milbentotenfalls durchgeführt werden. Liegt die Anzahl höher als täglich drei Milben, sollte eine neuerliche Behandlung mit Ameisensäure durchgeführt werden.

An der Komplexität der Behandlung kann man schnell erkennen, wie aufwendig es ist mit Ameisensäure zu behandeln. Nicht immer kann schon im Vorfeld der genaue Zeitpunkt für die Behandlung geplant werden. Die Abhängigkeit in Bezug auf die Witterung ist zu groß, denn im Mittelpunkt muss immer das Wohl der Tiere stehen. Nur wer die Witterung mit einbezieht verhindert auch unnötige Bienen- und Brutverluste.

Für mich steht jedoch fest, ich werde so wie Dr. Liebig nur mehr in Ausnahmesituationen von der A+plus Behandlung gebrauch machen und meine Betriebsweise auf TuB umstellen. Mich haben die Vorteile der Methode eindeutig überzeugt:

  • Behandlung mit totaler Brutentnahme ohne Brut abzutöten
  • bei Wiedervereinigung der geteilten Völker mit einer jungen Königin und einem sehr starken Wirtschaftsvolk durch den Winter
  • ohne Wiedervereinigung im optimalen Verlauf automatisch ein weiteres Jungvolk ohne einen über einen zweiten Bienenstand außerhalb des Flugradius zu besitzen
  • Wabenhygiene wird im Rahmen der Behandlung durchgeführt
  • schonende Behandlung mit der weniger belastenden Oxalsäure für die Bienen
  • keine Abhängigkeit von der Witterung
  • unmittelbar nach der Honigernte Ende Juli kann schon die Behandlung durchgeführt werden
  • sehr hoher Wirkungsgrade, denn es muss nur mehr die auf der Biene sitzende Milbe bekämpft werden

Mit der Ameisensäurebehandlung wird nun die Spätsommerpflege abgeschlossen. Die Völker können nun bis Ende September fertig aufgefüttert werden und somit geht auch das Jahr für den Imker zu Ende. Stimmt nicht ganz, denn im Oktober folgt noch eine Abschlusskontrolle der Völker, schwache Völker werden vereinigt und zumindest das Mäusegitter muss noch montiert werden. Aber nach der doch intensiven Sommerarbeit an den Völkern freut sich jeder Imker im Jahresausklang nochmals zu seinen Völkern zu gehen um nochmals zu kontrollieren, bevor es in den langen und hoffentlich kalten Winter geht.

Zum Nachlesen:

Teilen und Behandeln (TuB) Teil 1
Teilen und Behandeln (TuB) Teil 2
Fragen und Antworten zu Teilen und Behandeln (FAQ)
Varroa Winterbehandlung Teil 1
Varroa Winterbehandlung Teil 2
Varroa Winterbehandlung Teil 3

Veröffentlicht unter Allgemein, Spätsommerpflege, Varroa-Bekämpfung | Kommentare deaktiviert für Das A+Plus Konzept

Die Auffütterung (Teil 2)

Nachdem wir uns nun im klaren sind, wie viel jedes Volk abhängig von der Volksstärke erhält, geht es nun an die eigentliche Auffütterung. Wer noch nicht weiß, wie viel Futter er für einzagrig oder zweizargig geführte Völker benötigt, der kann diese im Teil 1 nachlesen.

Wie füttert man nun die Völker richtig auf.

Wichtig ist auf alle Fälle zuvor das bereits eingetragene Futter zu schätzen. Für die Futterschätzung verwende ich die Schätzmethode, die ich schon in einem Artikel im August 2020 ausführlich beschrieben habe. Nochmals zur Erinnerung, das Rähmchen wird in Achtel unterteilt und die Anzahl der Achtel aller Futterwaben zusammengezählt und mit 125 Gramm multipliziert. Daraus errechnet sich dann das bereits von den Bienen selber eingetragene Futter. Für die Auffütterung braucht dann nur mehr der Restanteil eingefüttert werden. Zur Unterstützung bei der Futterschätzung verwende ich gerne ein eigenes Schätzprotokoll.

Schaetzprotokoll-Futter

Die Futterschätzung vor der Einfütterung ist besonders wichtig, denn wenn die Bienen selber noch Zugang zu großen Trachtmengen in der Nähe des Bienenstands haben, ist eine Überfütterung (verhonigen des Brutnestes) oft die Ursache für einen Zusammenbruch der Völker. Die Bienen können in diesem Fall nicht ausreichend Winterbienen produzieren und brechen dann bei Einbruch der kalten Jahreszeit zusammen. Ursache für eine große Trachtquelle ist oft die Nähe von Springkrautfeldern in Feuchtgebieten.

Drüsiges Springkraut

Haben die Bienen Zugang zu derartigem Trachtvorkommen, erkennt man dies sehr einfach am Flugloch. Viele Bienen kehren mit einem weißen Rücken, auch Rally-Streifen genannt, zur Beute zurück. Sieht man sich die Blüte genau an, kann man den Kelch erkennen, in den die Bienen tief hineinklettern müssen um an den Nektar zu gelangen. Dabei streifen sie mit dem Rücken den Pollen vom Staubblatt der Blüte ab, der dann als heller Streifen am Rücken der Biene zu erkennen ist.

Drüsiges Springkraut
Biene mit einem sogenanntenRally-Streifen am Rücken vom Springkraut

Hat man eine Futterschätzung und die Berechnung der Restmenge durchgeführt, kann mit der Auffütterung begonnen werden. Wie schon im ersten Teil beschrieben muss auch hier unterschieden werden, ob das Volk über den Winter auf einer oder zwei Zargen geführt wird. Einzargige Völker müssen sehr langsam aufgefüttert werden, denn ansonsten schränkt man das Brutnest zu sehr ein und die Königin hat keine Zellen zum Bestiften. Dies ist im September und Oktober aber sehr wichtig, denn es gilt für die Völker die Winterbienen zu erzeugen. Bei zweizarig geführten Völkern spielt dies eigentlich keine Rolle. Diese können in einem Durchgang aufgefüttert werden. Das kommt ganz auf das verwendete Futtergefäß und dessen Größe an.

In meinem ersten Imkerjahr, habe ich zwei Futterzargen für die Auffütterung verwendet. Das Resultat waren zum einen sehr viele ertrunkene Bienen und zum anderen undichte Stellen, sodass es zwar nicht zur Räuberei gekommen ist, aber doch zu einer großen Kleckerei in den Zargen darunter. Aus diesem Grund habe ich mein System auf die einfachere Variante umgestellt.

Bei der einzargigen Auffütterung bediene ich mich einer Futtertasche. Die gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Vom Material werden die Futtertaschen sowohl in Holz, als auch in Kunststoff angeboten und auch in unterschiedlichen Größen. Es gibt sie in der Breite von einem Rähmchenmaß, als auch in doppelter Breite (zwei Rähmchen). Aktuell verwende ich die Kunststoffausführung in einfacher Rähmchenbreite, denke aber darüber nach die nächsten in doppelter Breite zu kaufen. Bei breiteren ist die Befüllung der Futtertasche wesentlich einfacher und es passt auch die doppelte Menge hinein. In eine einfache Tasche passen rund 2,2 Liter und dies ist etwas wenig. Von der Holzausführung würde ich auf alle Fälle abraten, denn die werden genauso undicht wie die Futterzargen.

Die Futtertasche wird bei mir nur für die Auffütterung von Jungvölkern eingesetzt. Bei diesen Völkern ist es notwendig, wie bereits eingangs erwähnt, in kleinen Futtergaben aufzufüttern. Sitzen die Bienen noch auf nicht allen zehn Rähmchen, hänge ich anstelle des zehnten Rähmchens am dem Flugloch gegenüberliegenden Zargenrand die Futtertasche ein. In die Futtertasche wird eine Aufstiegshilfe (kleine Zweige aus Büschen oder Gras) gestopft, damit die Bienen auch wieder aus ihr hochsteigen können und nicht ertrinken. Danach wird die Futtertasche bis zum Rand mit Zuckerwasser in Verhältnis 3:2 (Zucker / Wasser) aufgefüllt.

Eingehängte Futtertasche (kleine Äste als Aufstiegshilfe fehlt hier noch)

Bei Völkern die bereits auf allen zehn Rähmchen sitzen und ein Randrähmchen nicht mehr gezogen werden kann, bzw. bei Völkern die bereits auf zwei Zargen geführt werden, verwende ich eine aufgesetzte Leerzarge. Dabei wird zuvor die Folie mit einem ca. 2 cm großen Spalt an der Rückseite der Beute aufgelegt und danach die Leerzarge aufgesetzt. Über den an der Rückseite geschaffenen Spalt gelangen die Bienen in den oberen Beutenraum in den dann der Futterbehälter gestellt wird. So wird verhindert, dass der Leerraum von den Bienen mit Wildbau verbaut wird, wenn die Futtervorrichtung längere Zeit aufgesetzt bleibt. Ist die Öffnung in den so geschaffenen Raum an der Rückseite der Beute, wird auch allfällige Räuberei besser vermieden. Die Räuber müssen dann durch die gesamte Beute und bei entsprechender Volksstärke können die Bienen dies leichter verhindern.

Wichtig: Es müssen bei allen Völkern die Fluglöcher auf ein Minimum verkleinert werden. Dabei reichen zwei bis drei Zentimeter aus. Ab Ende September bis Oktober ist die Zeit der Räuber. In dieser trachtlosen Zeit versuchen die Bienen vermehrt schwache Völker auszurauben. Oft endet dies mit dem Zusammenbruch des überfallenen Volks. Auch jede Futtergabe sollte daher auch sehr rasch und eventuell in den späten Abendstunden durchgeführt werden. Es muss vermieden werden, dass die Nachbarvölker aufmerksam werden. Ist eine Räuberei bereits im Gange, kann diese nur mehr sehr schwer vom Imker bekämpft werden. Oft hilft dann nur mehr das betroffene Volk außerhalb des Flugkreises der „Räuber“ zu stellen um den Angriff zu beenden.

Bereits leergeschleckte Futterwanne mit eingelegter Aufstiegshilfe

Im Bild oben kann auch, wenn nicht besonders gut, im rechten unteren Bildausschnitt der Spalt erahnt werden, durch den die Bienen das Futter in die untere Zarge umlagern können. Die Folie braucht dabei nicht umgebogen werden (sie könnte mit der Zeit brechen), das überstehende Stück ragt einfach über den vorderen Zargenrand ins Freie hinaus.

Abgeschnittene Zweige aus Büschen dienen als Aufstiegshilfe für die Bienen und vermeiden das Ertrinken.

Die Futterbehälter sollten Lebensmittelecht sein und können in jedem Baumarkt oder Möbelgeschäft um wenige Euro erworben werden. Ich kaufte in einem Schwung 20 Stück zum Stückpreis von 2,90.- €. Laut Mengenangabe passen in die Box insgesamt 12 Liter, jedoch fülle ich maximal fünf bis acht Liter je Futtergabe ein. So benötige ich je nach vorhandenem Restfutter, welches die Bienen selber eingetragen haben, zwei bis drei Futtergaben um das Volk aufzufüttern.

Je nach Standort der Völker sollte die Auffütterung Ende September bis Anfang Oktober abgeschlossen sein. Werden die Tage kühler, tragen die Bienen nur mehr sehr ungern das Futter um und tun sich auch beim trocknen des Futters schwerer. Schafft man es nicht bis zu diesem Zeitpunkt, kann man noch den Versuch starten dicker abgerührtes Zuckerwasser einzufüttern. Man kann so die Bienen beim Trocknen unterstützen.

Ich hoffe dieser Beitrag war wieder sehr informativ und würde mich über ein Feedback in den Kommentaren freuen.

Veröffentlicht unter Allgemein, Spätsommerpflege | Kommentare deaktiviert für Die Auffütterung (Teil 2)

Die Varroamilbe – Diagnose & Behandlung

Die Varroamilbe (Varroa destructor) ist ein Parasit, der Bienen und Brut befällt und sich ausschließlich in der verdeckelten Brut im Bienenstock zu vermehren. Sie kommt ursprünglich aus Asien. Das Weibchen ist eine ca 1,1 mm lange und 1,6 mm breite Milbe.

Varroamilbe fotografiert auf einer Diagnosewindel

Varroamilben sind generell in jedem Bienenvolk vorhanden. Während der Brutsaison der Bienen vermehren sich die Varroamilben im Volk und werden so zum ernsthaften Problem, welches als Varrose bezeichnet wird. Die komplette Entwicklung von der Eiablage bis zur Begattung der Jungweibchen vollzieht sich dann in der geschlossenen Brutzelle. In der Zeit ernähren sich sowohl die Muttermilbe als auch der Nachwuchs von den Körpersäften der Bienenlarve.

Quelle: www.ages.at

Mit der schlüpfenden Jungbiene verlassen auch die reifen, bereits begatteten Varroaweibchen die Brutzelle und wechseln auf andere Bienen über. Damit beginnt wieder ein neuer Zyklus.

Die Anzahl der weiblichen Nachkommen pro Fortpflanzungszyklus ist in Arbeiterinnen- und Drohnenbrut unterschiedlich. In Arbeiterinnenbrut entstehen ein bis zwei erwachsene Tochtermilben pro Muttermilbe, in Drohnenbrut aufgrund der längeren Verdeckelungsdauer zwei bis vier Tochtermilben. Dadurch kann es im Laufe der Saison zu hohen Befallszahlen und zur Ausprägung der Symptomatik der Varroose kommen.

Untersuchungen haben auch ergeben, dass sich die Muttermilben bei Vorhandensein von Drohnenbrut sich eher diese zur Fortpflanzung aussuchen. Daraus kann man schon ableiten, wie wichtig es ist zur natürlichen Bekämpfung der Varroamilbe regelmäßig verdeckelte Drohnenbrutwaben zu schneiden. So kann der Varroadruck sehr einfach auf natürlichem Weg eingebremst werden, bis nach der Honigernte im August mit der darüber hinausgehenden Bekämpfung begonnen werden kann.

Zur Bekämpfung werden in meinen Imkereibetrieb lediglich folgende Behandlungsmethoden eingesetzt:

  • Teilen und Behandeln“ (5,7%ige Oxalsäure – Oxuvar)
  • „A+plus-Konzept“ (95%ige Ameisensäure)
  • „Restentmilbund“ (Oxylsäure Dihydrat – Apiformes Dany’s Bienen Wohl)
  • Drohnenbrutschneiden

Bevor man jedoch mit einer Behandlung startet, ist wie immer zuerst eine Diagnose notwendig. Über das Jahr gesehen ergeben sich daraus drei Zeitpunkte, zu denen eine Diagnose durchgeführt werden sollte. Die Diagnose erfolgt durch Einschub der Diagnosewindel. Die Windel sollte im Beutenboden mindestens 3 Tage eingeschoben bleiben.

Diagnose I

Die Diagnose I startet im Frühjahr zur Zeit der Kirschblüte. Davon kann man ablesen, wie die Spätwinterbehandlung gewirkt hat und der weitere Verlauf im Jahr sein wird. Der natürliche Milbenfall sollte dabei im März nicht höher als 1 Milbe je Tag, und im April maximal 2 Milben betragen.

Diagnose II

Die zweite Diagnose wird im Zeitraum Juni bis Juli angesetzt. Während der Sommertracht befindet sich auch das größte Brutnest in den Bienenvölkern. Dadurch kommt es auch zu diesem Zeitpunkt auch zum höchsten Milbenfall. Hier liegen die Grenzwerte für den Juni bei maximal 5 Milben und im Juli bei maximal 10 Milben pro Tag.

Diagnose III

Der dritte Diagnosezeitpunkt wird im Spätsommer angesetzt. Im September sollte der natürliche Milbenfall nicht höher als bei 3 Milben liegen. Selbst wenn im Juli bereits der natürliche Milbenfall bei maximal 10 Milben/Tag lag, muss dieser im September wesentlich niedriger angesetzt werden. Das Brutnest hat sich ja um ein vielfaches bereits verkleinert und der natürliche Milbenfall sollte dadurch ja auch wesentlich niedriger sein, denn sonst wäre ja beinahe jede Brutzelle davon bereits betroffen.

Grenzwerttabelle

Je nach natürlichen Milbentotenfall muss dann die entsprechende Behandlung eingeleitet werden. Dabei muss man jedoch beachten, dass nach einer chemischen Varroabehandlung bis zum 31.12. des jeweiligen Jahres keine Honigernte durchgeführt werden darf. Im Umkehrschluss bedeutet dies: Vor den geplanten Honigernten darf eine Behandlung mit Ameisensäure oder Oxalsäure nicht durchgeführt werden. Nun kann man auch erkennen, dass es besonders wichtig ist über die gesamte Sommersaison regelmäßig Drohnenbrut zu schneiden, denn es handelt sich um die einzige natürliche Behandlungsmethode die es gibt.

Für die Dokumentation des natürlichen Varroamilbentotenfalls verwende ich dieses Formblatt:

Gemuelldiagnose

Welche Behandlungsmethoden und wie sie durchgeführt werden, werde ich in den nächsten Wochen genauer erläutern. Die ersten Behandlungsmethoden habe ich bereit in mehreren Teilen beschrieben. Hier nochmals die Links zu „Drohnenbrutschneiden“ bzw. Teil 1 und Teil 2 von „Teilen und Behandeln“. In den nächsten Tagen folgt das „A+plus Konzept“ mit Ameisensäure. Kurz vor Weihnachten der letzte Teil zum Thema „Restentmilbung“.

Jeder Imker*in hat in seinem Betrieb über die Behandlungen von Bienenvölkern mit Arzneimittel entsprechend Aufzeichnungen zu führen. Die Dokumentation meiner Behandlungen führe ich mit diesem Aufzeichnungsnachweis.

Varroabehandlung

Veröffentlicht unter Allgemein, Spätsommerpflege, Varroa-Bekämpfung | Verschlagwortet mit | Kommentare deaktiviert für Die Varroamilbe – Diagnose & Behandlung

Die Auffütterung (Teil 1)

Die Futtergabe richtet sich danach, ob die Völker auf einer oder zwei Zargen sitzen. Wer die Völker für Teilen und Behandeln in zwei Zargen bis Ende Oktober führt, um sie dann wieder zu vereinigen, muss darüber hinaus beachten, dass es sich möglicherweise um sehr starke Völker handelt, die etwas mehr Futter für den Winter benötigen. Aber alles nach der Reihe nach.

Ein-Zargen-Völker

Bei Ein-Zargen-Völker handelt es sich in der Regel um Völker, die von Anfang Mai bis Mitte Juni in Form eines Ablegers gebildet wurden. Nur ein kleiner Anteil solcher Völker wird in der Regel in zwei Zargen über den Winter geführt. Aber auch Wirtschaftsvölker, die nach dem Abschleudern und der Wabenhygiene eingeengt wurden und aufgrund der Bienenmasse nur eine Zarge benötigen, werden in einer Zarge über den Winter geführt. Oft handelt es sich um Wirtschaftsvölker, die durch ein Missgeschick des Imkers geschwärmt sind und so eigentlich als Jungvolk eingestuft werden.

Ein-Zargen-Völker können wegen der begrenzten Wabenfläche, sie sitzen ja nur auf 10 Waben, nicht mehr als etwa 15 kg Vorrat einlagern. 15 kg Vorrat entsprechen rund 6 bis 7 beidseitigen Futterwaben. Das bedeutet, dass lediglich 3 bis 4 Waben für die Brut übrigbleibt. Daraus ergibt sich, dass diese Völker nicht auf einmal aufgefüttert werden können. Die Brutfläche würde zu sehr eingeschränkt werden und die Königin hätte nicht ausreichend frei Zellen um diese zu bestiften. Das Resultat wären zu wenig Winterbienen, die das Volk über den Winter bringen. Man spricht auch vom verhonigen des Brutnestes.

15 kg Vorrat entspricht 15 Liter Futtersirup oder 20 Liter Zuckerwasser 3:2 (3 Teile Zucker, 2 Teile Wasser). Diese Futtermenge sollte in zwei oder besser drei Futtergaben so aufgeteilt werden, dass die Bruttätigkeit im Herbst nicht eingeschränkt wird. Die erste Futtergabe wird etwas Mitte August, also jetzt verabreicht, die zweite und dritte erhalten die Ein-Zargen-Völker vor bzw. nach Mitte September, wenn das Brutnest am Schrumpfen ist. Dadurch bewirkt man auch, dass das Futter zentral eingelagert wird und das Brutnest nach vorne und unten gedrückt wird. So verliert auch die Bienentraube im Winter nicht den Kontakt zum Futter und erfriert bzw. verhungert mit vollen Vorratskammern.

Zwei-Zargen-Völker

Bei Zwei-Zargen-Völker gestaltet sich die Auffütterung wesentlich einfacher. Hier besteht nicht die Gefahr, dass das Brutnest verhonigt. Es ist in der Regel genug Platz vorhanden. Zwei-Zargen-Völker erhalten mindestens 20 kg Zucker (als Sirup oder Zuckerwasser) in einer, zwei, drei oder vier Futtergaben. Umgerechnet sind das ca. 25 bis 26 Liter Zuckerwasser. Die Auffütterung kann bei diesen Völkern schon Ende August abgeschlossen werden. Die Anzahl der Futtergaben wird auch von der Größe des Auffütterungsgefäßes bestimmt.

Ich persönlich habe mit eigenen Futterzargen keine gute Erfahrung gemacht. Entweder es sind sehr viele Bienen im Futtersaft ertrunken oder die Zarge hatte eine undichte Stell und hat für eine großes Sauerei und in der Folge zur Räuberei geführt. Bei den Ablegern verwende ich daher eine Futtertasche in der Breite einer Wabe. Darin finden ca. 2,2 Liter Platz. Bei den Wirtschaftsvölkern verwende ich lebensmitteltaugliche Kunststoffbehälter, die etwas niedriger sind als eine Zarge. Für die Fütterung setze ich eine Leerzarge auf das Volk auf. Zwischen der oberen Brutraumzarge und der Leerzarge wird die Folie eingelegt, und zwar so, dass an der Rückseite der Zarge ein ca. ein bis zwei Zentimeter breiter Spalt offen bleibt. Auf die Folie bzw. die darunter befindlichen Rähmchen der oberen Brutraumzarge wird dann das Futtergeschirr gestellt. In das Behältnis wird ein Schwimmkörper gegeben (Zweige, Korken oder ähnliches) und mit dem Zuckerwasser (Sirup) aufgefüllt. Der Schwimmkörper in dem Futterbehälter verhindert, dass die Bienen im Futtersaft nicht ertrinken. Je nach Größe des Behälters kann ich so große Mengen in einer Futtergabe verfüttern. Aktuell sind es Behälter für rund 10 bis 12 Liter.

Ein-Zargen-Völker aus Teilen und Behandeln

Bei Völker die nach dem Teilen und Behandeln planmäßig Ende Oktober wiedervereinigt werden, verhält sich die Futtergabe etwas anders. Beide Völker (Flugling und Brutling) sitzen ja von Ende Juli bis Ende Oktober ebenso nur auf einer Zarge. Diese Teilvölker brauchen jedoch nicht mit jeweils 15 kg Futter aufgefüttert werden. Dies würde nach dem Widervereinigen rund 30 kg Gesamtfutter ergeben und das ist doch etwas zu viel. Für derartige Völker reichen rund 13 kg. Da sie nach der Widervereinigung im Oktober wesentlich mehr Gesamtbienen besitzen, schadet es nicht etwas mehr Futter im Volk zu haben. So ist auch deren Überwinterung gesichert.

Damit ich die Übersicht beim Einfüttern behalte, habe ich mir für das aktuelle Jahr eine Tabelle angefertigt. In diese vermerke ich die die einzelnen Futtergaben mit Menge und Datum. So kann ich mich vor der Fahrt zu den Bienenständen besser vorbereiten und die notwendige Futtermenge mitnehmen.

Tabelle für die Berechnung der Futtergabe

Natürlich muss bei der Futtergabe auch berücksichtigt werden, wie viel Futter bereits in den Völkern vorhanden ist, denn wurde von den Bienen bereits großzügig Futter selber eingetragen, so darf nicht die berechnete volle Menge zugefüttert werden. Daher vor dem Auffüttern durch eine Schätzung oder Wägung der Völker die Futtermenge bestimmen und danach den Rest für die Auffütterung berechnen. In der obigen Tabelle habe ich die Schätzung der Futtermenge in meinen Völkern noch nicht berücksichtigt. Diese Werte müssten in der ersten Spalte (geplant) in Abzug gebracht werden.

Anfertigen von Zuckerwasser

Eine besondere Herausforderung ist auch das Abmischen von Zuckerwasser. Im letzten Jahr habe ich bei meinen vier Völkern in der Küche mit einem großen Kochtopf das Zuckerwasser angerührt. Mit dem Ergebnis, dass oft eine große Schweinerei zurückgeblieben ist. Da ich heuer bereits 10 Völker auf zwei Bienenstände stehen habe und nicht ganz 200 Liter Zuckerwasser benötige, war mir schnell klar, dass ich eine andere Lösung benötige. Für den Kauf von fertigem Sirup konnte ich mich noch nicht begeistern. Hier ist mir der Preis bei derartigen Kleinmengen noch zu hoch.

Aus diesem Grund habe ich mich entschlossen ein kleines Kunststofffass mit einem Fassungsvermögen von 60 Liter anzuschaffen. Das Kunststofffass ist für die Lagerung von Lebensmittel geeignet. Ein größeres Fass macht für mich aktuell keinen Sinn, denn es kann nur mehr schwer allein transportiert werden und Zuckerwasser ist leicht verderblich und kann ohnedies nicht über mehrere Wochen gelagert werden.

In das Fass bohrte ich an der tiefsten Stell an der Außenseite des Fasses ein 25 mm großes Loch und montierte dort einen Wasserhahn, wie es ihn am Baumarkt für Regenwassertonnen zu kaufen gibt. Dieser Ablaufhahn ermöglicht es mir das im Fass angerührte Zuckerwasser in kleine 5 bis 10 Liter Kanister sauber abzufüllen.

Ablaufhahn zum Befüllen kleinerer Gebinde

Mein erster Versuch hat gezeigt, dass mit dieser Methode schnell innerhalb einer Stunde 30 kg Zucker und 20 Liter Wasser, unter Verwendung des Honig Rührers, ohne zu kleckern hergestellt werden können. Ebenso rasch waren die Kanister für den Transport zu den Bienenvölkern abgefüllt. Mit dieser Methode macht es jetzt echt Freude Zuckerwasser selber herzustellen.

30 kg Zucker und 20 Liter Wasser
Mit dem Honigrührer und eine Akkubohrmaschine wird das Zuckerwasser vermengt.

In einem eigenen Beitrag werde ich Euch über die eigentliche Auffüterrung berichten. Dann gibt es auch dazu entsprechendes Bildmaterial.

Veröffentlicht unter Allgemein, Bauanleitungen, Spätsommerpflege | Verschlagwortet mit , , | Kommentare deaktiviert für Die Auffütterung (Teil 1)

Fragen und Antworten zu TuB

Teilen und Behandeln

Im Zuge des Teilen und Behandelns ergeben sich oft sehr viele Fragen die man in einem Blogbeitrag nur sehr schwer beantworten kann. Hier finden Sie alle Fragen und die passenden Antworten dazu, die sich bei der Durchführung ergeben könnten.

Bis wann kann man TuB anwenden, dass beide Teile Überwinterungsfähig werden?
Ob sie überwinterungsfähig sind hängt von der aktuellen Volksstärke ab. Wenn es schon abgewschwärmt war und alle Drohnenrahmen bereits geschlüpft sind, dann kann man jetzt mit TuB nicht mehr überwinterungsfähige Völker schaffen. Die Völker sollten zum Zeitpunkt des TuB etwa 30.000 Bienen und 20.000 Brutzellen haben. Im Juli und Anfang August ist das bei gesunden Wirtschaftsvölker durchaus der Fall. In diesem Fall kann man aber davon ausgehen, dass beide Volksteile bis Ende Oktober mehr als 5.000 Bienen erreichen werden.
Es gibt Infobriefe die eine totale Brutentnahme empfehlen. Was ist davon zu halten?

Die totale Brutentnahem und deren Vernichtung ist nicht vereinbar mit dem Tierschutzgesetz. Macht man Mitte Juli eine Befallsdiagnose mit einer eingeschobenen Windel, dann stellt man fest, dass wenn in abgelaufenen Jahr alles richtig gemacht wurde, dass sich maximal 300 Varroamilben im Volk befinden. Gleichzeitig befinden sich in den Bruträumen ca 20.000 verdeckelte Brutzellen. Da stellt sich die Frage: Ist es gerechtfertigt wegen 300 Varroamilben die da in der Brut sitzen 20.000 Brutzellen die aber überwiegend gesund sind zu töten? Dafür kann es nur ein eindeutiges Nein geben – das ist nicht Vereinbar mit dem Tierschutzgesetz!

Es heißt ja natürlicher Milbenfall. Wenn ich jetzt auf der Windel eine Milbe herumkrabbeln sehe, muss ich diese dann auch zählen?

Ganz einfach erklärt, wird 15 Minuten später nochmals gezählt, liegt die Milbe bereits tot auf der Windel. Ja alle Varroamilben die sich auf der Windel befinden müssen mitgezählt werden.

Gibt es nicht andere Varianten das Volk Brutfrei zu bekommen?

Ja es gibt da die unterschiedlichsten Ansätze. Man sperrt die Königin 25 Tage ein, dann hat man auch ein bruftreies Volk so ähnlich wie das bei TuB hinzubekommen ist. Eine weitere Variante ist der Einsatz einer Wabentasche. Es gibt auch Wabentaschen für zwei Waben. Was passiert aber in diesem Fall: Wird die Königin eingesperrt und schon recht wenn die Königin gekäfigt ist, dann kann die Königin spätestens nach dem bestiften der letzten verfügbaren Wabenzelle nichts mehr. Ihr Körper schrumpft und die Königin beginnt anders zu richen als wie wenn sie den ganzen Tag nichts anderes tut als ihre Eier in Zellen abzulegen. Im Juli legt eine Königin immerhin noch bis zu 800 Eier täglich. Durch die Veränderung der Königin beginnen die Bienen Nachschaffungszellen aufzuziehen, denn sie glauben, dass mit der Königin etwas nicht mehr stimmt. Selbst wenn diese Nachschaffungszellen nach 9 Tagen gebrochen werden kann eine stille Umweiselung auch später nicht verhindert werden. All diese Programme können nicht empfohlen werden und sind unseriös.

Versuche haben auch ergeben, dass in 10 bis 20% der Fälle nach dieser Prozedur die Königin tot ist. Manchmal hängt auch die Königin verklemmt im Gitter weil sie offenbar mit allen Mitteln raus wollte. 20 – 30% der Fälle endeten mit einer stillen Umweiselung, da die Bienen offensichtlich an der gekäfigten Königin etwas auszusetzen hatten. Sie scheinen sie als defekt zu halten. Dies ist auch völlig zurecht, denn sie hat ja auch keine Eier gelegt.

Ist es nicht zu riskant bereits am Tag 21 nach der Teilung die Königin zu suchen? Sie könnte ja gerade ihren Hochzeitsflug absolvieren!

Ja das ist es. Man muss die Behandlung so durchführen, dass die Königin nicht gefährdet wird. Die Behandlung sollte außerhalb der Hochzeitsflugzeiten stattfinden. Am Tag 21 könnte der Hochzeitsflug stattfinden. Aber den macht die Nachschaffungskönigin in der Regel bei schönem Wetter ab 20 Grad am späten Vormittag bis frühen Nachmittag. Das Einengen des Brutlings auf eine Brutzarge sollte aber während des Flugbetriebs durchgeführt werden. Während dieser Zeit hat man es einfacher mit weniger Bienen zu tun. Nimmt man nun an, dass der Hochzeitsflug zwischen 10:00 und 15:00 Uhr stattfindet, dann kann man sich selber ausrechnen wann der beste Zeitpunkt für das Einengen und die Behandlung ist. Also am frühen Morgen (nicht aber schon um 7:00 Uhr) bzw. am späteren Nachmittag.
Befindet sich die Königin bereits während des Einengens oder der Behandlung auf dem Hochzeitsflug, findet sie möglicherweise bei ihrer Rückkehr nicht mehr in ihr zu Hause zurück.

Kann ich den Flugling auch mit frisch ausgeschleuderten Honigwaben bilden?

Man sollte niemals den Flugling mit frisch ausgeschleuderten Honigwaben bilden. Man holt den Honig und bringt am selben oder nächsten Tag die Honigräume zurück um sie putzen zu lassen. Erst ein paar Tage später kann man dann TuB. Frisch ausgeschleuderte Honigräume duften so verlockend, dass eine Räuberei um diese Jahreszeit kaum vermieden werden kann. Daher muss auch das Flugloch eingeengt werden, bevor man die Honigräume wieder aufsetzt.

Kann ich immer bei Wirtschaftsvölkern TuB anwenden?

Bevor TuB durchgeführt wird, ist eine Gemülldiagnose vorzunehmen. Es gilt: Jeder Behandlung ist eine Diagnose voranzustellen!
Sind in einem Volk zu viele Milben, kann ein TuB nicht durchgeführt werden. Es bestünde die Gefahr, dass der Brutling während der drei Wochen Wartezeit an Varroa stirbt. Bei einer richtigen Betriebsführung wird dies aber niemals der Fall sein. Ergab die Diagnose im Juli mehr als 30 Milben am Tag, dann ist im Vorfeld schon ein Fehler gemacht worden.
Akutell sollte der Schnitt bei rund 1,5 natürlichem Milbenfall pro Tag liegen. Bei diesem Wert sind rund 200 Milben im Volk vorhanden. Liegt der Wert darüber, kann der Zusammenbruch des Volkes im Brutling sehr schnell und gut beobachtet werden.
Eine Bedenkenlose Anwendungen von TuB ist bis zu einem Milbentotenfall von 30 Milben täglich möglich und ein Völkerverlust ist in der Regel nicht zu erwarten.

Kann man den Brutling bei TuB auch Füttern?

Ja man kann den Brutling auch füttern. Es stellt sich nur die Frage warum dieses Völker einen Futterbedarf haben. Wenn man mit zwei Bruträumen arbeitet sollte auf alle Fälle in jeder Brutwabe genügend Futter sein und das sollte eigentlich reichen bis die Königin vom Hochzeitsflug zurück kommt. Vor allem die Randwaben im oberen Brutraum sind voll mit Futter. Diese sollte man den Bienen auch lassen und nicht bei der Sommerhonigernte entnehmen. Ob genug Futter enthalten ist, merkt man sofort wenn man beim TuB die beiden Bruträume abhebt und vergleicht. Der obere sollte wesentlich schwerer sein als der untere Brutraum.

Kann man einen Flugling bilden wenn man eine Wabe mit junger Brut und der daraufsitzenden Königin bildet?

Der Flugling wird ja gebildet weil er brutfrei ist. Wenn man eine Brutwabe in den Brutling hängt, kann die Oxalsäure nicht ihre volle Wirkung entfalten und somit nicht der gleiche Erfolg erzielt werden als wie bei einem brutfreien Volk. Es ist daher diese Methode nicht zu empfehlen.
Eine weitere Untersuchung hat ergeben: Offene Brut vermindert die Behandlung mit Oxalsäure. Selbst wenn nur Eier vorhanden sind, kann mit Oxalsäure nicht die volle Wirkung erzielt werden. Wenn manche Infobriefe und Beiträge von Leuten darüber schreiben, dass nur verdeckelungsreife Brut die Milben enthalten und das kein Problem sei, dass stimmt so nicht. Die statistischen Zahlen sagen eindeutig etwas anderes und es gilt als bewiesen. Oxalsäure wirkt nur dann am Besten, wenn überhaupt keine Brut in den Völkern vorhanden ist!
Das lässt sich damit erklären, dass die Temperatur auch auf die Wirkung der Oxalsäure einen Einfluss hat. Je wärmer es ist, um so schwächer ist die Wirkung. Oxalsäure wirkt im Winter bei -5 Grad besser als bei +5 Grad. Die Bienentraube sitzt zum einen einfach enger und zum anderen muss keine Brut gewärmt werden und die Temperatur in der Bienentraube ist wesentlich niedriger. Dadurch kann die Oxalsäure am besten wirken. Daher ist auch eine Behandlung bei TuB in den Abendstunden vorzuziehen, denn die Traube sitzt enger und die Temperaturen sind niedriger.

Kann man während TuB die Königin im Flugling austauschen?

Ja, das ist sehr schlau. Wenn man ein böses Volk hat oder die Völker damit auch vermehren möchte, kann man die Königin ebenfalls in gekäfigter Form dem Flugling zuführen und so die Altkönigin ablösen.

Können anstelle von Honigwaben auch Rähmchen mit neuen Mittelwänden verwendet werden?

Bienen bauen Waben nur aus, wenn von draußen Futter rein kommt. Danach wird keine Wabe mehr ausgebaut. Es ist daher nicht zu empfehlen den Flugling nur mit Mittelwänden zu bilden. Es sollten mindestens zwei bis drei fertig ausgebaute Rähmchen in der Mitte des Fluglings hängen.

Muss der Flugling gefüttert werden?

Ja der Flugling muss über ausreichend Futter für die nächsten zwei Tage verfügen. Der Honigraum ist ja in der Regel nach dem Abschleudern des Honigs leer. Am besten entnimmt man bei der Teilung aus der oberen Brutzarge eine der beiden Randwaben. Dies sind in der Regel sehr gut beidseitig mit Futter (Honig) gefüllt. Anstelle der Randwabe gibt man eine leere Honigwabe. Die so gewonnene Futterwabe hängt man im Flugling an den Zargenrand.

Muss ich TuB wenn ich nur 1 Milbe pro Tag zähle?

Es wird ja nicht TuB angewendet, um nur die Varromilbe zu bekämpfen, sondern um auch in den Genuss aller anderen Vorteile zu kommen. Also um eine Wabenhygiene sicherzustellen, eine junge Königin nachzuziehen und starke gesunde Völker in den Winter zu führen. Aber natürlich bedeutet dies nicht, dass man TuB anwenden muss! In diesem Fall wäre auch keine Behandlung mit Ameisensäure vorgesehen. Die Behandlung kann auf den Spätherbst verschoben werden. Die Schadschwelle für eine Behandlung liegt bei 10 Milben pro Tag. Wird dieser Wert überschritten muss behandelt werden.

Die Völker brüten im Juli, August, September und Oktober. Man kann davon ausgehen, dass solange die Völker brüten, die Milben sich jeden Monat verdoppeln oder verdreifachen. Also aus vier Milben am 1. August werden am 1. September 8 bis 12 Milben und diese wiederum am 1. Oktober zu 16 bis 36 Milben. Im Herbst wird die Behandlung mit Ameisensäure witterungsbedingt immer schwieriger. Wendet man jedoch TuB an, ist man von der Witterung nicht abhängig. Parallel dazu füttert man auf, entfernt die alten Waben und engt dabei die Völker auf zwei Zargen ein. Die Grundlage für einen guten Start durch den Winter.

Muss man der gekäfigten Königin auch Begleitbienen zusetzen?

Nein, sie benötigt keine Begleitbienen. Die Öffnung des Käfigs wird mit einem kleinen Stück Futterteig oder Marshmallow verschlossen. Zusätzlich kann man den Käfig noch etwas aufschieben, damit die Bienen die Königin rascher befreien können. Durch die Öffnungen im Käfig kann die Königin vom Bienenvolk gefüttert und gepflegt werden. Es soll mit dem Einsperren der Königin nur etwas Zeit überbrückt werden, damit die Flugbienen sich im Flugling einfinden können und die Königin nicht sofort wieder den Flugling über das Flugloch verlässt.

Quillt der Kasten nicht maßlos über wenn 20.000 Flugbienen in einer Zarge des Fluglings einfliegen?

20.000 Bienen im Flugling geht sich aus. Wenn wir davon ausgehen, dass eine Zarge 10 Rähmchen hat, dann wären das 9 Wabengassen und zwei Randwabengassen. Die zwei Randgassen gelten auch als Wabengassen, also sind die zwie Randgassen eine Wabengasse und daher insgesamt 10 Wabengassen. Wenn beide Wabenseiten gut besetzt sind, dann befinden sich darauf mehr als 2.000 Bienen. Wenn die Bienen Kopfüber in den Zellen stecken, dann passen wesentlich mehr Bienen auf eine Wabe. Diese Annahme geht aber davon aus, dass in den Waben nicht drinnen ist. Da jedoch auch Futter benötigt wird, rechnet man mit 2.000 Bienen je Wabe. Somit ergibt sich: Die Bienen haben genügend Platz.

Sollte man nicht beim Brutling nach 9 Tagen nach der Teilung alle Nachschaffungszellen brechen?

Nein, Versuche von Dr. Gerhard Liebig haben gezeigt, dass bei mehr als 1000 geteilten Völkern noch nie ein Volk geschwärmt ist. Man teil bei dieser Methode ja Völker die auf drei Zargen sitzen – einem Honigraum und zwei Brutzargen. Wenn man davon ausgeht, dass ein Volk Ende Juli rund 30.000 Bienen und rund 20.000 verdeckelte Brutzellen hat, dann teilt sich bei dieser Methode das Volk. Die älteren bereits eingeflogenen Sammelbienen landen im Flugling. Das sind in etwa 2/3 der Bienen, also ca 20.000. Die verbleibenden 10.000 Amenbienen bleiben jedoch mit den 20.000 Brutzellen im Brutvolk. Diese Völker wollen niemals schwärmen. Dies wurde statistisch an tausenden Völkern beobachtet und ist somit bewiesen.

Warum muss ich beim Bilden des Flugling und Brutling das Flugloch einengen?

Wird TuB angewendet, fliegen die Flugbienen vom Brutling ab in den Flugling. Dabei handelt es sich um die älteren Sammelbienen die auch gleichzeitig die Stockwache bilden. Auf der Seite des Flugling führt der Duft der frisch ausgeschleuderten Honigräume auch noch Tage später zu Räuberei. Damit dies verhindert wird, müssen bei beiden Volksteilen, Flugling und Brutling die Fluglöcher stark eingeengt werden. Nur so sind die Völker in der Lage das Flugloch zu verteidigen und so die Räuber abzuwehren.

Warum sollte man TuB der Ameisensäure vorziehen?

TuB ist mit Abstand die beste Völkerführung im Spätsommer und Herbst, wenn es darum geht die Milbenanzahl im Volk klein zu halten. Gleichzeitig wird die Wabenhygiene durch Austausch der dunklen Brutwaben sichergestellt, eine junge Königin gebildet und ein starkes Wirtschaftsvolk gebildet ohne Brut zu vernichten.
Wenn etwas naturnahe von den Konzepten der Varroabehandlung ist, dann ist es Teilen und Behandeln. Schade ist, dass bis auf wenige Bieneninstitute dieses Konzept in ihr Programm mit aufgenommen haben.

Warum sollte man TuB und die Honigernte gleichzeitig am selben Bienenstand vermeiden?

Bei diesen Tätigkeiten werden sehr viele Völker geöffnet und verstellt. All dies löst um diese Jahreszeit sofort Räuberei aus.
Die Räuberei fängt Mitte Juli an und ist unabhängig vom aktuellen Trachtangebot in der Nähe des Bienenstandes. Selbst wenn der Bienenstand inmitten von Springkraut steht wird geräubert. Es liegt an der Jahreszeit wann geräubert wird. Ab der Sommersonnenwende verlieren die Bienen ihre Schwarmlust, ziehen weniger Drohnen auf und dazu gehört auch die Raubzüge. Der vermehrte Drang Winterfutter zu suchen bei den Nachbarvölkern hat schon so manches ungeschützte Volk vernichtet.

Warum wird die Königin bei der Bildung des Flugling gekäfigt?

Beim Bilden eines Fluglings wird die Königin in den beiden Brutzargen gesucht und in den aus dem Honigraum gebildeten Flugling gegeben. Wird dies ohne sie zu käfigen in die leere exHonigraumzarge gesetzt, fliegt diese in der Regel nach kurzer Zeit direkt beim Flugloch wieder hinaus. Beim Einlaufen der Königin ist ja der Flugling in der Regel nur mit jenen wenigen Bienen besetzt, die mit der Reperatur der Waben beschäftigt waren. Die Königin sucht sofort nach der Kinderstube und kann diese jedoch nicht finden. Da sie diese Kinderstube wo anderst vermutet, versucht sie über das Flugloch sie zu finden und kann dabei im Gras vor der Beute verloren gehen. Wird jedoch die Königin gekäfigt und die Öffnung des Käfigs mit Futterteil oder Marshmallow verschlossen, vergehen einige Stunden bzw. bis zu zwei Tage bis die Pflegebienen die Königin befreien konnten. In dieser Zeit kehren jedoch rund 20.000 Flugbienen in den Flugling zurück und die Königin beginnt nun die vorbereiteten Wabenzellen zu bestiften und verlässt nicht mehr den Flugling. Diese Aussage basiert auf den Untersuchungen und den Erfahrung von Dr Gerhard Liebig die er im Zuge von mehreren 1000 Versuchen durchgeführt hat.

Was mache ich wenn ich die Königin in den beiden Brutzargen nicht finde?

Für diesen Fall sucht man sich aus der oberen Brutzarge eine Brutwabe mit etwas offener jüngster Brut zum Nachschaffen. Diese Wabe, auch Weiselprobe genannt, hängt man mittig in den exHonigraum (Flugling). Zuvor sollte man jedoch noch prüfen, ob nicht bereits die Königin im Honigraum sitzt. Oft wird versehentlich durch ein defektes oder nicht richtig aufgelegtes Absperrgitter der Königin ermöglicht, in den Honigraum zu gelangen.
Sinnvoll ist es auch diese Weiselprobe mit einem Stift am Oberträger zu kennzeichnen, damit sie später wieder leichter gefunden wird. Anschließend wird wie geplant das Volk geteilt.

Man hat zwar nun keine Königin gefunden, aber man hat dafür gesorgt, dass der Flugling nachschaffen kann und die Flugbienen nicht wieder die leere Zarge wegen der fehlenden Königin verlassen. Nur wenn die Bienen im Flugling etwas zu Pflegen haben, fliegen sie nicht zum Brutling zurück. Wenn man nun zwei Tage nach der Teilung wieder kommt, um den Flugling mit Oxalsäure zu behandeln, dann ist das Flugvolk (ca. 20.000 Bienen) aus dem Brutling abgeflogen und es sollte wesentlich einfacher sein die Königin zu finden. Sie wird also nochmals gesucht und anschließend gegen die Weiselprobe zurück getauscht. Die Königin wird dabei neuerlich gekäfigt.

Es wird bei der Suche nach der Königin empfohlen nur die obere Brutzarge zu durchsuchen. Findet man sie dort nicht, wird der Flugling mit einer Weiselprobe gebildet. Würde man auch die untere Brutraumzarge durchsuchen, läuft das offene Volk aufgrund der langen Dauer des Suchvorganges Gefahr ausgeraubt zu werden. Mitte Juli hat die Zeit der Räuberei begonnen und diese sollte man nicht unterschätzen. Vor allem wenn mehrere Völker gleichzeitig nach dem Prinzip TuB geführt werden.

Wenn ich genug Platz auf dem Bienenstand habe, kann ich dann den Brutling auch auf einem anderen Platz aufstellen?

Ja kann man. Man sollte aber auch auf das Wiedervereinigen im Oktober oder November denken. Hat man das geplant, dann könnte das zu einem Problem werden. Völker müssen aber nicht nach dem TuB vereinigt werden. Die Völker werden stark genug bis in den Oktober.

Ist eine Wiedervereinigung geplant, dann sollten sie übereinander oder zumindest nebeneinander stehen und in die gleiche Richtung ausfliegen können. Wird der Brutling abseits gestellt, dann sollte man auf den Flugling zwei leere Zargen aufsetzen, damit auch die gleiche Höhe der Beute vorgetäuscht wird. So werden die Bienen nicht irritiert dass plötzlich ihr Hochhaus zum Bungalow mutiert ist. So kann verhindert werden, dass sie beim benachbarten Hochhaus einfliegen.

Untersuchungen von Dr. Gerhard Liebig haben gezeigt, dass das Brutvolk am besten abfliegt zum Flugling, wenn die Fluglöcher in die gleiche Richtung zeigen und die Völker bei TuB gestapelt werden. Auch weites wegstellen und die rückwertige Ausrichtung des Flugloches bringt kein besseres Ergebnis.

Wer pflegt im Flugling die frisch geschlüpften Larven wenn es sich bereits um alte eingeflogene Bienen handelt?

Bei einem Flugling ziehen die alten Flugbienen die junge Brut auf. Flugbienen erleben so ihren zweiten Frühling. Damit das Überleben eines Bienenvolks sichergestellt wird, beginnen sich die Bienen im Flugling ähnlich wie bei einem geschwärmten Volk umzustellen und fliegen weniger und kehren zur Brutpflege zurück. Dadurch verbrauchen sie anscheinend weniger Energie und leben damit länger um so das Überleben des Volks sicherzustellen.

Wie erkennt man die Vorzeichen der Räuberei?

Man sieht viele Bienen umherfliegen und man glaubt sie wissen nicht wo es reingeht in die Völker. Dies muss aber auf alle Fälle verhindert werden, vor allem wen man schwächere Völker am Bienenstand stehen hat.

Wird die Nachschaffungskönigin noch so spät begattet?

Nachschaffungsköniginnen werden solange begattet wie noch Hochzeitsflugwetter herrscht. Hochzeitsflugwetter herrscht bei schönem Wetter, rund 20° Celsius und Windstille vom späten Vormittag bis zum frühen Nachmittag.
Im Mai bis Juni kommen laut Statistik 80% der Königinnen vom Hochzeitsflug begattet zurück. Das gilt sowohl bei der Ablegerbildung mit einer Brutwabe, als auch für Sammelbrutableger. Beim TuB machen die Nachschaffungsköniginnen des Brutvolkes den Hochzeitsflug erst im August bis September und da liegt die Erfolgsquote statisch gesehen bei mehr als 90% um nicht zu sagen sie liegt bei 100%.
Die Nachschaffungsköniginnen im August bis September haben es mit älteren Drohnen zu tun und diese haben auch bereits die Drohnenschlacht überlebt. Andere Ursachen dafür konnten nicht ermittelt werden. Es lag auch der Verdacht nahe, dass es an der großen Anzahl an Pflegebienen liegen könnte. Es wurden daher auch Versuche durchgeführt mit Ablegern und mehr als 10.000 Bienen im Juni bis Juli. Das Ergebnis war das gleiche, die Erfolgsrate lag nur bei 80%. Es macht daher keinen Sinn Ableger mit mehr als 1.000 Bienen zu bilden. Bei 10 Ablegern mit rund 1.000 Bienen kommen eben nur 8 Königinnen begattet vom Hochzeitsflug zurück. Das wurde statistisch ermittelt und gilt als bewiesen.

Mit diesem Blogeintrag findet die Reihe zum Thema „Teilen und Behandeln“ ein vorläufiges Ende. Natürlich findest Du auch im Menü den Punkt FAQ’s und die gleiche Auflistung wieder. Ich wollte mit diesem Beitrag lediglich auf diese Fragensammlung explizit an prominenter Stelle hinweisen. Natürlich wird diese Liste ständig von mir ergänzt um letztendlich auch als Nachschlagewerk zu dienen.

Veröffentlicht unter Spätsommerpflege, Varroa-Bekämpfung, Wabenhygiene | Verschlagwortet mit | Kommentare deaktiviert für Fragen und Antworten zu TuB