Fragen und Antworten zu TuB

Teilen und Behandeln

Im Zuge des Teilen und Behandelns ergeben sich oft sehr viele Fragen die man in einem Blogbeitrag nur sehr schwer beantworten kann. Hier finden Sie alle Fragen und die passenden Antworten dazu, die sich bei der Durchführung ergeben könnten.

Bis wann kann man TuB anwenden, dass beide Teile Überwinterungsfähig werden?
Ob sie überwinterungsfähig sind hängt von der aktuellen Volksstärke ab. Wenn es schon abgewschwärmt war und alle Drohnenrahmen bereits geschlüpft sind, dann kann man jetzt mit TuB nicht mehr überwinterungsfähige Völker schaffen. Die Völker sollten zum Zeitpunkt des TuB etwa 30.000 Bienen und 20.000 Brutzellen haben. Im Juli und Anfang August ist das bei gesunden Wirtschaftsvölker durchaus der Fall. In diesem Fall kann man aber davon ausgehen, dass beide Volksteile bis Ende Oktober mehr als 5.000 Bienen erreichen werden.
Es gibt Infobriefe die eine totale Brutentnahme empfehlen. Was ist davon zu halten?

Die totale Brutentnahem und deren Vernichtung ist nicht vereinbar mit dem Tierschutzgesetz. Macht man Mitte Juli eine Befallsdiagnose mit einer eingeschobenen Windel, dann stellt man fest, dass wenn in abgelaufenen Jahr alles richtig gemacht wurde, dass sich maximal 300 Varroamilben im Volk befinden. Gleichzeitig befinden sich in den Bruträumen ca 20.000 verdeckelte Brutzellen. Da stellt sich die Frage: Ist es gerechtfertigt wegen 300 Varroamilben die da in der Brut sitzen 20.000 Brutzellen die aber überwiegend gesund sind zu töten? Dafür kann es nur ein eindeutiges Nein geben – das ist nicht Vereinbar mit dem Tierschutzgesetz!

Es heißt ja natürlicher Milbenfall. Wenn ich jetzt auf der Windel eine Milbe herumkrabbeln sehe, muss ich diese dann auch zählen?

Ganz einfach erklärt, wird 15 Minuten später nochmals gezählt, liegt die Milbe bereits tot auf der Windel. Ja alle Varroamilben die sich auf der Windel befinden müssen mitgezählt werden.

Gibt es nicht andere Varianten das Volk Brutfrei zu bekommen?

Ja es gibt da die unterschiedlichsten Ansätze. Man sperrt die Königin 25 Tage ein, dann hat man auch ein bruftreies Volk so ähnlich wie das bei TuB hinzubekommen ist. Eine weitere Variante ist der Einsatz einer Wabentasche. Es gibt auch Wabentaschen für zwei Waben. Was passiert aber in diesem Fall: Wird die Königin eingesperrt und schon recht wenn die Königin gekäfigt ist, dann kann die Königin spätestens nach dem bestiften der letzten verfügbaren Wabenzelle nichts mehr. Ihr Körper schrumpft und die Königin beginnt anders zu richen als wie wenn sie den ganzen Tag nichts anderes tut als ihre Eier in Zellen abzulegen. Im Juli legt eine Königin immerhin noch bis zu 800 Eier täglich. Durch die Veränderung der Königin beginnen die Bienen Nachschaffungszellen aufzuziehen, denn sie glauben, dass mit der Königin etwas nicht mehr stimmt. Selbst wenn diese Nachschaffungszellen nach 9 Tagen gebrochen werden kann eine stille Umweiselung auch später nicht verhindert werden. All diese Programme können nicht empfohlen werden und sind unseriös.

Versuche haben auch ergeben, dass in 10 bis 20% der Fälle nach dieser Prozedur die Königin tot ist. Manchmal hängt auch die Königin verklemmt im Gitter weil sie offenbar mit allen Mitteln raus wollte. 20 – 30% der Fälle endeten mit einer stillen Umweiselung, da die Bienen offensichtlich an der gekäfigten Königin etwas auszusetzen hatten. Sie scheinen sie als defekt zu halten. Dies ist auch völlig zurecht, denn sie hat ja auch keine Eier gelegt.

Ist es nicht zu riskant bereits am Tag 21 nach der Teilung die Königin zu suchen? Sie könnte ja gerade ihren Hochzeitsflug absolvieren!

Ja das ist es. Man muss die Behandlung so durchführen, dass die Königin nicht gefährdet wird. Die Behandlung sollte außerhalb der Hochzeitsflugzeiten stattfinden. Am Tag 21 könnte der Hochzeitsflug stattfinden. Aber den macht die Nachschaffungskönigin in der Regel bei schönem Wetter ab 20 Grad am späten Vormittag bis frühen Nachmittag. Das Einengen des Brutlings auf eine Brutzarge sollte aber während des Flugbetriebs durchgeführt werden. Während dieser Zeit hat man es einfacher mit weniger Bienen zu tun. Nimmt man nun an, dass der Hochzeitsflug zwischen 10:00 und 15:00 Uhr stattfindet, dann kann man sich selber ausrechnen wann der beste Zeitpunkt für das Einengen und die Behandlung ist. Also am frühen Morgen (nicht aber schon um 7:00 Uhr) bzw. am späteren Nachmittag.
Befindet sich die Königin bereits während des Einengens oder der Behandlung auf dem Hochzeitsflug, findet sie möglicherweise bei ihrer Rückkehr nicht mehr in ihr zu Hause zurück.

Kann ich den Flugling auch mit frisch ausgeschleuderten Honigwaben bilden?

Man sollte niemals den Flugling mit frisch ausgeschleuderten Honigwaben bilden. Man holt den Honig und bringt am selben oder nächsten Tag die Honigräume zurück um sie putzen zu lassen. Erst ein paar Tage später kann man dann TuB. Frisch ausgeschleuderte Honigräume duften so verlockend, dass eine Räuberei um diese Jahreszeit kaum vermieden werden kann. Daher muss auch das Flugloch eingeengt werden, bevor man die Honigräume wieder aufsetzt.

Kann ich immer bei Wirtschaftsvölkern TuB anwenden?

Bevor TuB durchgeführt wird, ist eine Gemülldiagnose vorzunehmen. Es gilt: Jeder Behandlung ist eine Diagnose voranzustellen!
Sind in einem Volk zu viele Milben, kann ein TuB nicht durchgeführt werden. Es bestünde die Gefahr, dass der Brutling während der drei Wochen Wartezeit an Varroa stirbt. Bei einer richtigen Betriebsführung wird dies aber niemals der Fall sein. Ergab die Diagnose im Juli mehr als 30 Milben am Tag, dann ist im Vorfeld schon ein Fehler gemacht worden.
Akutell sollte der Schnitt bei rund 1,5 natürlichem Milbenfall pro Tag liegen. Bei diesem Wert sind rund 200 Milben im Volk vorhanden. Liegt der Wert darüber, kann der Zusammenbruch des Volkes im Brutling sehr schnell und gut beobachtet werden.
Eine Bedenkenlose Anwendungen von TuB ist bis zu einem Milbentotenfall von 30 Milben täglich möglich und ein Völkerverlust ist in der Regel nicht zu erwarten.

Kann man den Brutling bei TuB auch Füttern?

Ja man kann den Brutling auch füttern. Es stellt sich nur die Frage warum dieses Völker einen Futterbedarf haben. Wenn man mit zwei Bruträumen arbeitet sollte auf alle Fälle in jeder Brutwabe genügend Futter sein und das sollte eigentlich reichen bis die Königin vom Hochzeitsflug zurück kommt. Vor allem die Randwaben im oberen Brutraum sind voll mit Futter. Diese sollte man den Bienen auch lassen und nicht bei der Sommerhonigernte entnehmen. Ob genug Futter enthalten ist, merkt man sofort wenn man beim TuB die beiden Bruträume abhebt und vergleicht. Der obere sollte wesentlich schwerer sein als der untere Brutraum.

Kann man einen Flugling bilden wenn man eine Wabe mit junger Brut und der daraufsitzenden Königin bildet?

Der Flugling wird ja gebildet weil er brutfrei ist. Wenn man eine Brutwabe in den Brutling hängt, kann die Oxalsäure nicht ihre volle Wirkung entfalten und somit nicht der gleiche Erfolg erzielt werden als wie bei einem brutfreien Volk. Es ist daher diese Methode nicht zu empfehlen.
Eine weitere Untersuchung hat ergeben: Offene Brut vermindert die Behandlung mit Oxalsäure. Selbst wenn nur Eier vorhanden sind, kann mit Oxalsäure nicht die volle Wirkung erzielt werden. Wenn manche Infobriefe und Beiträge von Leuten darüber schreiben, dass nur verdeckelungsreife Brut die Milben enthalten und das kein Problem sei, dass stimmt so nicht. Die statistischen Zahlen sagen eindeutig etwas anderes und es gilt als bewiesen. Oxalsäure wirkt nur dann am Besten, wenn überhaupt keine Brut in den Völkern vorhanden ist!
Das lässt sich damit erklären, dass die Temperatur auch auf die Wirkung der Oxalsäure einen Einfluss hat. Je wärmer es ist, um so schwächer ist die Wirkung. Oxalsäure wirkt im Winter bei -5 Grad besser als bei +5 Grad. Die Bienentraube sitzt zum einen einfach enger und zum anderen muss keine Brut gewärmt werden und die Temperatur in der Bienentraube ist wesentlich niedriger. Dadurch kann die Oxalsäure am besten wirken. Daher ist auch eine Behandlung bei TuB in den Abendstunden vorzuziehen, denn die Traube sitzt enger und die Temperaturen sind niedriger.

Kann man während TuB die Königin im Flugling austauschen?

Ja, das ist sehr schlau. Wenn man ein böses Volk hat oder die Völker damit auch vermehren möchte, kann man die Königin ebenfalls in gekäfigter Form dem Flugling zuführen und so die Altkönigin ablösen.

Können anstelle von Honigwaben auch Rähmchen mit neuen Mittelwänden verwendet werden?

Bienen bauen Waben nur aus, wenn von draußen Futter rein kommt. Danach wird keine Wabe mehr ausgebaut. Es ist daher nicht zu empfehlen den Flugling nur mit Mittelwänden zu bilden. Es sollten mindestens zwei bis drei fertig ausgebaute Rähmchen in der Mitte des Fluglings hängen.

Muss der Flugling gefüttert werden?

Ja der Flugling muss über ausreichend Futter für die nächsten zwei Tage verfügen. Der Honigraum ist ja in der Regel nach dem Abschleudern des Honigs leer. Am besten entnimmt man bei der Teilung aus der oberen Brutzarge eine der beiden Randwaben. Dies sind in der Regel sehr gut beidseitig mit Futter (Honig) gefüllt. Anstelle der Randwabe gibt man eine leere Honigwabe. Die so gewonnene Futterwabe hängt man im Flugling an den Zargenrand.

Muss ich TuB wenn ich nur 1 Milbe pro Tag zähle?

Es wird ja nicht TuB angewendet, um nur die Varromilbe zu bekämpfen, sondern um auch in den Genuss aller anderen Vorteile zu kommen. Also um eine Wabenhygiene sicherzustellen, eine junge Königin nachzuziehen und starke gesunde Völker in den Winter zu führen. Aber natürlich bedeutet dies nicht, dass man TuB anwenden muss! In diesem Fall wäre auch keine Behandlung mit Ameisensäure vorgesehen. Die Behandlung kann auf den Spätherbst verschoben werden. Die Schadschwelle für eine Behandlung liegt bei 10 Milben pro Tag. Wird dieser Wert überschritten muss behandelt werden.

Die Völker brüten im Juli, August, September und Oktober. Man kann davon ausgehen, dass solange die Völker brüten, die Milben sich jeden Monat verdoppeln oder verdreifachen. Also aus vier Milben am 1. August werden am 1. September 8 bis 12 Milben und diese wiederum am 1. Oktober zu 16 bis 36 Milben. Im Herbst wird die Behandlung mit Ameisensäure witterungsbedingt immer schwieriger. Wendet man jedoch TuB an, ist man von der Witterung nicht abhängig. Parallel dazu füttert man auf, entfernt die alten Waben und engt dabei die Völker auf zwei Zargen ein. Die Grundlage für einen guten Start durch den Winter.

Muss man der gekäfigten Königin auch Begleitbienen zusetzen?

Nein, sie benötigt keine Begleitbienen. Die Öffnung des Käfigs wird mit einem kleinen Stück Futterteig oder Marshmallow verschlossen. Zusätzlich kann man den Käfig noch etwas aufschieben, damit die Bienen die Königin rascher befreien können. Durch die Öffnungen im Käfig kann die Königin vom Bienenvolk gefüttert und gepflegt werden. Es soll mit dem Einsperren der Königin nur etwas Zeit überbrückt werden, damit die Flugbienen sich im Flugling einfinden können und die Königin nicht sofort wieder den Flugling über das Flugloch verlässt.

Quillt der Kasten nicht maßlos über wenn 20.000 Flugbienen in einer Zarge des Fluglings einfliegen?

20.000 Bienen im Flugling geht sich aus. Wenn wir davon ausgehen, dass eine Zarge 10 Rähmchen hat, dann wären das 9 Wabengassen und zwei Randwabengassen. Die zwei Randgassen gelten auch als Wabengassen, also sind die zwie Randgassen eine Wabengasse und daher insgesamt 10 Wabengassen. Wenn beide Wabenseiten gut besetzt sind, dann befinden sich darauf mehr als 2.000 Bienen. Wenn die Bienen Kopfüber in den Zellen stecken, dann passen wesentlich mehr Bienen auf eine Wabe. Diese Annahme geht aber davon aus, dass in den Waben nicht drinnen ist. Da jedoch auch Futter benötigt wird, rechnet man mit 2.000 Bienen je Wabe. Somit ergibt sich: Die Bienen haben genügend Platz.

Sollte man nicht beim Brutling nach 9 Tagen nach der Teilung alle Nachschaffungszellen brechen?

Nein, Versuche von Dr. Gerhard Liebig haben gezeigt, dass bei mehr als 1000 geteilten Völkern noch nie ein Volk geschwärmt ist. Man teil bei dieser Methode ja Völker die auf drei Zargen sitzen – einem Honigraum und zwei Brutzargen. Wenn man davon ausgeht, dass ein Volk Ende Juli rund 30.000 Bienen und rund 20.000 verdeckelte Brutzellen hat, dann teilt sich bei dieser Methode das Volk. Die älteren bereits eingeflogenen Sammelbienen landen im Flugling. Das sind in etwa 2/3 der Bienen, also ca 20.000. Die verbleibenden 10.000 Amenbienen bleiben jedoch mit den 20.000 Brutzellen im Brutvolk. Diese Völker wollen niemals schwärmen. Dies wurde statistisch an tausenden Völkern beobachtet und ist somit bewiesen.

Warum muss ich beim Bilden des Flugling und Brutling das Flugloch einengen?

Wird TuB angewendet, fliegen die Flugbienen vom Brutling ab in den Flugling. Dabei handelt es sich um die älteren Sammelbienen die auch gleichzeitig die Stockwache bilden. Auf der Seite des Flugling führt der Duft der frisch ausgeschleuderten Honigräume auch noch Tage später zu Räuberei. Damit dies verhindert wird, müssen bei beiden Volksteilen, Flugling und Brutling die Fluglöcher stark eingeengt werden. Nur so sind die Völker in der Lage das Flugloch zu verteidigen und so die Räuber abzuwehren.

Warum sollte man TuB der Ameisensäure vorziehen?

TuB ist mit Abstand die beste Völkerführung im Spätsommer und Herbst, wenn es darum geht die Milbenanzahl im Volk klein zu halten. Gleichzeitig wird die Wabenhygiene durch Austausch der dunklen Brutwaben sichergestellt, eine junge Königin gebildet und ein starkes Wirtschaftsvolk gebildet ohne Brut zu vernichten.
Wenn etwas naturnahe von den Konzepten der Varroabehandlung ist, dann ist es Teilen und Behandeln. Schade ist, dass bis auf wenige Bieneninstitute dieses Konzept in ihr Programm mit aufgenommen haben.

Warum sollte man TuB und die Honigernte gleichzeitig am selben Bienenstand vermeiden?

Bei diesen Tätigkeiten werden sehr viele Völker geöffnet und verstellt. All dies löst um diese Jahreszeit sofort Räuberei aus.
Die Räuberei fängt Mitte Juli an und ist unabhängig vom aktuellen Trachtangebot in der Nähe des Bienenstandes. Selbst wenn der Bienenstand inmitten von Springkraut steht wird geräubert. Es liegt an der Jahreszeit wann geräubert wird. Ab der Sommersonnenwende verlieren die Bienen ihre Schwarmlust, ziehen weniger Drohnen auf und dazu gehört auch die Raubzüge. Der vermehrte Drang Winterfutter zu suchen bei den Nachbarvölkern hat schon so manches ungeschützte Volk vernichtet.

Warum wird die Königin bei der Bildung des Flugling gekäfigt?

Beim Bilden eines Fluglings wird die Königin in den beiden Brutzargen gesucht und in den aus dem Honigraum gebildeten Flugling gegeben. Wird dies ohne sie zu käfigen in die leere exHonigraumzarge gesetzt, fliegt diese in der Regel nach kurzer Zeit direkt beim Flugloch wieder hinaus. Beim Einlaufen der Königin ist ja der Flugling in der Regel nur mit jenen wenigen Bienen besetzt, die mit der Reperatur der Waben beschäftigt waren. Die Königin sucht sofort nach der Kinderstube und kann diese jedoch nicht finden. Da sie diese Kinderstube wo anderst vermutet, versucht sie über das Flugloch sie zu finden und kann dabei im Gras vor der Beute verloren gehen. Wird jedoch die Königin gekäfigt und die Öffnung des Käfigs mit Futterteil oder Marshmallow verschlossen, vergehen einige Stunden bzw. bis zu zwei Tage bis die Pflegebienen die Königin befreien konnten. In dieser Zeit kehren jedoch rund 20.000 Flugbienen in den Flugling zurück und die Königin beginnt nun die vorbereiteten Wabenzellen zu bestiften und verlässt nicht mehr den Flugling. Diese Aussage basiert auf den Untersuchungen und den Erfahrung von Dr Gerhard Liebig die er im Zuge von mehreren 1000 Versuchen durchgeführt hat.

Was mache ich wenn ich die Königin in den beiden Brutzargen nicht finde?

Für diesen Fall sucht man sich aus der oberen Brutzarge eine Brutwabe mit etwas offener jüngster Brut zum Nachschaffen. Diese Wabe, auch Weiselprobe genannt, hängt man mittig in den exHonigraum (Flugling). Zuvor sollte man jedoch noch prüfen, ob nicht bereits die Königin im Honigraum sitzt. Oft wird versehentlich durch ein defektes oder nicht richtig aufgelegtes Absperrgitter der Königin ermöglicht, in den Honigraum zu gelangen.
Sinnvoll ist es auch diese Weiselprobe mit einem Stift am Oberträger zu kennzeichnen, damit sie später wieder leichter gefunden wird. Anschließend wird wie geplant das Volk geteilt.

Man hat zwar nun keine Königin gefunden, aber man hat dafür gesorgt, dass der Flugling nachschaffen kann und die Flugbienen nicht wieder die leere Zarge wegen der fehlenden Königin verlassen. Nur wenn die Bienen im Flugling etwas zu Pflegen haben, fliegen sie nicht zum Brutling zurück. Wenn man nun zwei Tage nach der Teilung wieder kommt, um den Flugling mit Oxalsäure zu behandeln, dann ist das Flugvolk (ca. 20.000 Bienen) aus dem Brutling abgeflogen und es sollte wesentlich einfacher sein die Königin zu finden. Sie wird also nochmals gesucht und anschließend gegen die Weiselprobe zurück getauscht. Die Königin wird dabei neuerlich gekäfigt.

Es wird bei der Suche nach der Königin empfohlen nur die obere Brutzarge zu durchsuchen. Findet man sie dort nicht, wird der Flugling mit einer Weiselprobe gebildet. Würde man auch die untere Brutraumzarge durchsuchen, läuft das offene Volk aufgrund der langen Dauer des Suchvorganges Gefahr ausgeraubt zu werden. Mitte Juli hat die Zeit der Räuberei begonnen und diese sollte man nicht unterschätzen. Vor allem wenn mehrere Völker gleichzeitig nach dem Prinzip TuB geführt werden.

Wenn ich genug Platz auf dem Bienenstand habe, kann ich dann den Brutling auch auf einem anderen Platz aufstellen?

Ja kann man. Man sollte aber auch auf das Wiedervereinigen im Oktober oder November denken. Hat man das geplant, dann könnte das zu einem Problem werden. Völker müssen aber nicht nach dem TuB vereinigt werden. Die Völker werden stark genug bis in den Oktober.

Ist eine Wiedervereinigung geplant, dann sollten sie übereinander oder zumindest nebeneinander stehen und in die gleiche Richtung ausfliegen können. Wird der Brutling abseits gestellt, dann sollte man auf den Flugling zwei leere Zargen aufsetzen, damit auch die gleiche Höhe der Beute vorgetäuscht wird. So werden die Bienen nicht irritiert dass plötzlich ihr Hochhaus zum Bungalow mutiert ist. So kann verhindert werden, dass sie beim benachbarten Hochhaus einfliegen.

Untersuchungen von Dr. Gerhard Liebig haben gezeigt, dass das Brutvolk am besten abfliegt zum Flugling, wenn die Fluglöcher in die gleiche Richtung zeigen und die Völker bei TuB gestapelt werden. Auch weites wegstellen und die rückwertige Ausrichtung des Flugloches bringt kein besseres Ergebnis.

Wer pflegt im Flugling die frisch geschlüpften Larven wenn es sich bereits um alte eingeflogene Bienen handelt?

Bei einem Flugling ziehen die alten Flugbienen die junge Brut auf. Flugbienen erleben so ihren zweiten Frühling. Damit das Überleben eines Bienenvolks sichergestellt wird, beginnen sich die Bienen im Flugling ähnlich wie bei einem geschwärmten Volk umzustellen und fliegen weniger und kehren zur Brutpflege zurück. Dadurch verbrauchen sie anscheinend weniger Energie und leben damit länger um so das Überleben des Volks sicherzustellen.

Wie erkennt man die Vorzeichen der Räuberei?

Man sieht viele Bienen umherfliegen und man glaubt sie wissen nicht wo es reingeht in die Völker. Dies muss aber auf alle Fälle verhindert werden, vor allem wen man schwächere Völker am Bienenstand stehen hat.

Wird die Nachschaffungskönigin noch so spät begattet?

Nachschaffungsköniginnen werden solange begattet wie noch Hochzeitsflugwetter herrscht. Hochzeitsflugwetter herrscht bei schönem Wetter, rund 20° Celsius und Windstille vom späten Vormittag bis zum frühen Nachmittag.
Im Mai bis Juni kommen laut Statistik 80% der Königinnen vom Hochzeitsflug begattet zurück. Das gilt sowohl bei der Ablegerbildung mit einer Brutwabe, als auch für Sammelbrutableger. Beim TuB machen die Nachschaffungsköniginnen des Brutvolkes den Hochzeitsflug erst im August bis September und da liegt die Erfolgsquote statisch gesehen bei mehr als 90% um nicht zu sagen sie liegt bei 100%.
Die Nachschaffungsköniginnen im August bis September haben es mit älteren Drohnen zu tun und diese haben auch bereits die Drohnenschlacht überlebt. Andere Ursachen dafür konnten nicht ermittelt werden. Es lag auch der Verdacht nahe, dass es an der großen Anzahl an Pflegebienen liegen könnte. Es wurden daher auch Versuche durchgeführt mit Ablegern und mehr als 10.000 Bienen im Juni bis Juli. Das Ergebnis war das gleiche, die Erfolgsrate lag nur bei 80%. Es macht daher keinen Sinn Ableger mit mehr als 1.000 Bienen zu bilden. Bei 10 Ablegern mit rund 1.000 Bienen kommen eben nur 8 Königinnen begattet vom Hochzeitsflug zurück. Das wurde statistisch ermittelt und gilt als bewiesen.

Mit diesem Blogeintrag findet die Reihe zum Thema “Teilen und Behandeln” ein vorläufiges Ende. Natürlich findest Du auch im Menü den Punkt FAQ’s und die gleiche Auflistung wieder. Ich wollte mit diesem Beitrag lediglich auf diese Fragensammlung explizit an prominenter Stelle hinweisen. Natürlich wird diese Liste ständig von mir ergänzt um letztendlich auch als Nachschlagewerk zu dienen.

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